schnickschnack (102)

manchmal fehlen einem die worte. da befindet man sich in einer auseinandersetzung oder man musste sich eine frechheit anhören, doch es fällt einem gerade nichts passendes ein. kaum hat man sich von seinem kommunikationspartner verabschiedet, schon fallen einem die passenden, knackigen und treffenden antworten ein. am liebsten würde man die zeit zurückdrehen, um alles noch einmal durchzuspielen und seine antworten anzubringen.

es ist eine übungssache, just-in-time reagieren zu können. die so genannte schlagfertigkeit kann man am besten dadurch erlernen, dass man viel kommuniziert und die hemmung verliert, klartext zu reden. ja, es darf dabei auch mal etwas rausrutschen, das nicht so treffend ist. aber dies ist besser, wie wenn man immer den mund hält. bestimmte formen des schlagabtauschs basieren auf keiner bösartigkeit, sondern sie sind oft arten des grenzen auslotens. manch einer kennt seine grenzen nicht.

darum ist es besser immer schön in der übung zu bleiben und vor allen dingen seine eigenen grenzen benennen zu können, ja, ein überschreiten der grenzen schnell zu registrieren und dem einhalt zu gebieten. das internet bietet da unterstützung. der rhetoriktrainer matthias pöhm hat eine große bibliothek an schlagfertigen antworten zusammengestellt. es geht nicht darum, immer witzig zu sein, sondern es geht darum, den wind aus den segeln zu nehmen und den ball zurück zu spielen. zu finden ist die „antwortbibliothek“ unter http://www.schlagfertigkeit.com/antwortbibliothek/ .

und um es auf das schreiben runterzubrechen: beim schreiben von dialogen kann diese sammlung von antworten sehr hilfreich sein. abgesehen davon, kann man schlagfertigkeit einmal zum thema einer schreibgruppe machen und weitere eigene antworten finden. die kann man dann übrigens herrn pöhm über seine homepage mitteilen und somit den pool an schlagfertigen antworten erweitern. auf dass einem nie wieder die worte fehlen 😎 .

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3 Antworten zu “schnickschnack (102)

  1. ich muss gestehen, dass ich Herrn Pöhm nicht mag und dass ich Schlagfertigkeit ganz anders trainiere, nämlich darüber, dass ich die rhetorischen Mittel dahinter aufdecke: http://frederikweitz.blogspot.com/2008/07/schlagfertigkeit-und-figurale-muster.html

    • ich bin auch nicht unbedingt ein freund manches kommunikationstrainings, doch das spiel mit den treffenden antworten, die schreibanregung dahinter, die erscheinen mir attraktiv. die rhetorischen mittel aufzudecken, ist eine recht aufwendige jedoch lohnenswerte angelegenheit. ich finde das arbeiten an einem extrem kommunikativen arbeitsplatz und das leben in berlin (vor allen dingen beim radfahren in der auseinandersetzung mit autofahrern und fussgängern 😉 ) sehr hilfreich, die eigene schlagfertigkeit zu trainieren.

  2. Ganz einverstanden. Ich habe ja auch nichts gegen Schlagfertigkeit, sondern ich mag Pöhm nicht.

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