Tagesarchiv: 16. Oktober 2011

schreibidee (316)

wenn man sich die malerei anschaut, dann gibt es viele künstlerInnen, die sich irgendwann selbst gemalt haben. sie tauchen als kleine protagonisten in menschenansammlungen auf, sie haben sich mit gegenständen auf bildern arrangiert oder sie haben sich einfach spiegelbildlich in ihrem aktuellen zustand abgebildet. warum nicht auch mal schriftlich ein selbstporträt abseits des lebenslaufs und der eigenen vita erstellen. eine schreibanregung zu „selbstporträt-texten„.

da es sich bei diesen texten um einen (idealisierten) subjektiven eindruck handelt, ist der einstieg ein recht persönlicher. drei kurze texte werden verfasst (maximal eineinhalb seiten). die aufgabe besteht darin, sich selber als pflanzen, als tier und als gegenstand zu beschreiben. wenn man also ein tier wäre, was für ein tier wäre man dann und welche eigenschaften würde man besitzen? die schreibgruppenteilnehmerInnen stellen anschließen in der gruppe ihre drei kurzen selbstporträts vor. es gibt keine feedbackrunde.

der nächste schritt bezieht die malerei ein. dieses mal soll eine bildbesprechung von dem bild, das man von sich selber malen würde, geschrieben werden (maximal 3 seiten). wie will man sich abbilden? welche farben, welche darstellung und welche umgebung würde man bei einem gemalten porträt verwenden? die teilnehmerInnen besprechen ihr eigene fantasiegemälde (wenn sich nicht schon einmal in ihrem ein selbstporträt von sich gemalt haben oder eine malen ließen). auch der text wird kurz vorgetragen.

zum abschluss wird nun ein längerer text über sich selber verfasst. die bildbeschreibung wird in ein literarisches selbstbild übertragen. man kann sich in die weltliteratur einschleichen, kann sein selbst in dialoge packen, kann sein selbst in eine metaphernwolke packen, man kann eine steckbrief erstellen, kann als protagonist in einer story erkennbar werden, kann sich über sein umfeld „be-schreiben“ und vieles mehr. es gibt keine weiteren anforderungen, als eine literarische form der selbstdarstellung zu finden.

anschließend werden die texte in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackgruppe statt. dabei geht es nicht darum, wie zutreffend die selbstdarstellung ist, sondern darum, welchen eindruck die umsetzung der aufgabenstellung hinterlässt. wenn die schreibgruppe lust hat, sich der öffentlichkeit bei einer lesung oder ähnlichem zu präsentieren, dann könnten die schriftlichen selbstdarstellungen zum beispiel mit einem foto oder einem gemalten selbstporträt zusätzlich veröffentlicht werden.

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schreibidee (315)

irgendwann lernten wir menschen, aufrecht zu laufen. das war ein vorteil, da wir somit die steppe besser überblicken konnten und wussten, wann (fress)feinde auf uns zukamen. das führte aber dazu, dass wir andere wichtige details ab und zu außer acht lassen, nämlich, was zu unseren füssen geschieht. wir stolpern gern mal oder geraten in eine bodenfalle, also zumindest in den actionfilmen 😉 . nur wer rückenprobleme hat, schaut beständig auf den boden. darum dieses mal eine schreibanregung zu „bodenhaftungsgeschichten„.

den schreibgruppenteilnehmerInnen wird im vorfeld des gruppentreffens eine aufgabe übermittelt. sie mögen eine woche lang immer mal wieder auf ihren wegen ausschließlich auf den boden blicken und notieren, was sie gesehen haben. das kann zu reichhaltigen notizen führen, denn es liegt mehr auf dem boden rum als man so vermutet. diese notizen sollen zum treffen der schreibgruppe mitgebracht werden. zu beginn werden alle eindrücke des bodensatzes auf dem flipchart notiert.

aus der sammlung aus liegengebliebenem wählen sich alle teilnehmerInnen jeweils drei gegenstände aus und schreiben dazu eine kurze geschichte von maximal zwei seiten länge. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen, es findet keine feedbackgruppe statt.

anschließend erstellen alle teilnehmerInnen ein cluster zu dem thema „füsse“, eigentlich unser zweites paar hände, die sich zu gehwerkzeugen entwickelt haben. auch hierzu wird eine kurze geschichte von maximal zwei seiten geschrieben, die ohne feedback in der gruppe vorgetragen wird.

nun kommt ein längerer schreibabschnitt. es sind zwei geschichten zu schreiben, die sich in einem detail und damit natürlich in der handlung unterscheiden sollen. in der geschichte gibt es eine(n) protagonistIn. er / sie verliert einmal die bodenhaftung und einmal bleibt die bodenhaftung bestehen. wie entwickeln sich die zwei ähnlichen handlungen mit und ohne bodenhaftung? es kann länger geschrieben werden. beide geschichten werden hintereinander in der schreibgruppe vorgetragen. in der feedbackgruppe wird beleuchtet wie eindrucksvoll bodenhaftung und verlorene bodenhaftung umgesetzt wurden.

anschließend verabschieden sich die schreibgruppenteilnehmerInnen in die schwerelosigkeit 😀 .