Tagesarchiv: 19. Oktober 2011

schreibpädagogik und weinen

es kann auch in schreibgruppen vorkommen, dass teilnehmerInnen in tränen ausbrechen. entweder, da sie texte über ereignisse verfasst haben, die ihnen sehr nahe gehen, oder, da sie sich durch rückmeldungen und kritiken sehr angegriffen und hilflos fühlen. dieser starke ausdruck von gefühlen kann andere teilnehmerInnen erschüttern und verunsichern. in diesen momenten ist die schreibgruppenleitung als ausgleichendes moment gefragt.

es geht vor allen dingen darum, in einer gruppe auch raum für emotionale ausdrücke zu geben. kein mensch ist davor geschützt, dass ein eigener text oder einer von jemand anderem so berührt, dass die tränen fließen. wichtig scheint mir, dass diese reaktion zwar beachtet aber nicht überbewertet wird. es ist für teilnehmerInnen unangenehm, wenn sich beim weinen alle anderen teilnehmerInnen auf sie stürzen, versuchen sie zu trösten und gute ratschläge haben.

die schreibguppenleitung sollte kurz unterbrechen, nachfragen ob sie weiterlesen wollen, wenn sie bei eigenen texten weinen, oder nachfragen, ob sie den raum verlassen wollen, wenn sie bei texten von anderen schreibgruppenteilnehmerInnen weinen. dann sollte aber im normalen vorgehen weiter verfahren werden. zu viel aufmerksamkeit in solchen momenten gibt dem weinen schon wieder den beigeschmack Weiterlesen

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web 2.74 – UbuWeb – empfehlung, empfehlung!!!

eine perle, eine wirkliche perle im internet. manchmal braucht man eine ganze zeit, bis man seiten im web findet, die vieles von dem, was man empfohlen hat, in den schatten stellt. „ubuweb“ ist so eine homepage, ach was, ein ganzes netzwerk, das formen des möglichen (medialen) ausdrucks bündelt, die man selten im netz sieht.

hier haben menschen vor jahren angefangen, dadaistisches und surrealistisches, erst aus der literatur und sich inzwischen immer weiter ausbreitend, zu sammeln und allen zugänglich zu machen. ihr ziel: avantgarde eine plattform im netz zu bieten. angefangen hat es wohl mit visueller poesie, mit konkreter poesie und mit lautpoesie. inzwischen geht es um viel mehr: filme, musik, „sound“, „conceptual writing“ und vor allen dingen, kostenfreies zur verfügung stellen, ohne werbung und ohne ambitionen, geld zu verdienen. genauer erklärt wird das konzept in den mehrsprachigen „faqs“.

der titel der seite bezieht sich auf das theaterstück „könig ubu“ von alfred jarry, das von surrealisten und dadaisten gefeiert wurde. aber es handelt sich um keine homepage über alfred jarry. man findet dort eher soundcollagen, performances, digitale avantgarde-zeitschriften, eine dokumentation über marshall mcluhan, frühere filme von rosa von praunheim, lesungen als mp3-dateien und vieles mehr.

eine seite zum entdecken und stöbern, die ich allen, die freude am unklaren, schrägen und spielerischen haben, nur empfehlen kann: http://www.ubu.com .