schreibidee (319)

trotz der digitalisierung beinahe der ganzen welt, gibt es neben dem prinzip des flaschenzugs noch eine zweite entdeckung und konstruktion, die im hintergrund in vielen bereichen ihre arbeit macht. das prinzip des zahnrades. ein rad greift ins andere oder verhakt sich in einer kette, um etwas zu bewegen, zu beschleunigen und rund laufen zu lassen. schaut man sich unser soziales miteinander an, dann läuft erstaunlich viel ineinander und verzahnt sich mit anderem (auch wenn dies manchmal chaotisch erscheinen mag). also eine schreibanregung zu „zahnradgeschichten„.

bastelstunde für die schreibgruppenleitung. dieses mal sollten im vorfeld zahnräder aus stabilem papier oder pappe gefertigt werden. für alle teilnehmerInnen jeweils mehrere zahnräder. je nach aufbau der schreibübungen in der gruppe, kann man kleine und große, viele und wenige zahnräder variieren. nur der abstand der zähne sollte so sein, dass die räder ineinander greifen können. nun kann man sich ein thema für das schreibgruppentreffen überlegen und alles bereitlegen.

zu beginn werden die teilnehmerInnen aufgefordert, die zähne ihrer räder mit wörtern zu beschriften – pro zahn ein wort, eine assoziation zum thema. und jetzt kann variiert werden. entweder verzahnen zwei teilnehmerInnen oder mehr ihre zahnräder ineinander. dort wo die zähne sich ineinander verhaken, dort wird begonnen, die wörter (wechselnd zwischen rad eins und zwei) aufzugreifen und zum beispiel eine geschichte zu schreiben, einen dialog, der pro aussage ein neues wort aufgreift oder vieles mehr.

spannender wird es natürlich, wenn mehrere zahnräder ineinander greifen, wenn große und kleine räder miteinander laufen. immer an den stellen, an denen die zahnräder sich verzahnen, wird eine schreibaufgabe gestellt. und in einem bestimmten zeitintervall werden die ineinander verhakten räder auf dem tisch weitergedreht, stehen neue assoziationen zur verfügung.
man kann noch einen schritt weitergehen. es werden nicht nur einzelne wörter pro zahn notiert, sondern ganze sätze. man kann zum beispiel von der zahnmitte ausgehend linien zu den jeweiligen zähnen wie speichen ziehen. auf den linien werden die sätze notiert. und nun entstehen geschichten, wenn die zahnräder ineinander greifen, indem einfach die aufeinanderfolgenden sätze notiert werden.

vielleicht entstehen aus all diesen verzahnungen surrealistische oder nonsenstexte, vielleicht aber auch zufällig schlüssige geschichten. die variationsbreite dieser schreibanregung ist enorm. so enorm wie eine die kompexität einer schweizer armbanduhr mit ihren vielen kleinen zahnrädern, die ineinander greifen. eine anregung, um kollaboratives schreiben zu fördern.

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