wortklauberei (86)

„un-möglich“

viel ist möglich, un-mengen sind möglich, wenn man meint, es sei etwas un-möglich. oder doch nicht? wie ist der ausruf „nicht möglich?!“ denn sonst zu verstehen? möglich birgt in sich schon eine alternative, einen blick in die zukunft. es ist etwas dann möglich, wenn es vorstellbar, vielleicht umsetzbar aber noch nicht real erprobt ist. „nicht-möglich“ ist es, wenn es sich nicht umsetzen lässt. doch man weiß nicht genau, woran die möglichkeit scheiterte. an der vorstellungskraft oder an den voraussetzungen.

die vorstellungskraft ist ein weites feld, wenn sie nicht engstirnig begrenzt wird. und dann schein wieder viel mehr möglich als bis dahin vorstellbar war. die un-möglichkeit kann also ein ausdruck vieler (schwer) vorstellbarer möglichkeiten sein. wenn un-summen zur stützung des finanzsystems un-bedarft weitergegeben werden, dann scheint un-weit eine rettung (nicht) un-möglich. leider kann sich das „un-“ nicht gut (un-gut) entscheiden in welche richtung es tendiert. das macht es bei seiner verwendung beinahe un-möglich, sich den ausgang der handlung vorzustellen, noch zu ahnen. es kann gut gehen oder auch nicht.

diese form der beliebigkeit lässt einen un-gläubig gegenüber der realität werden und in einer fatalistischen haltung verharren. denn der zufall oder das schicksal übernehmen die regie, der mensch scheint un-bedarft und un-sicher. vielleicht sollte „un-“ zum unwort des jahres gemacht werden? was macht dann aber „un“-na?

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