wortklauberei (87)

„un-gehalten“

eine seltsame wortkombination. fängt man bei „halt“, dann ist die etwas, das wir menschen gern suchen. ob nun im nahverkehr, auf eine wackeligen untergrund oder überhaupt im leben, wir freuen uns, wenn uns etwas halt gibt.

und wir halten dann daran fest, also an dem, das uns halt gibt. wir haben uns festgehalten. sollten wir dann doch einmal den boden unter den füßen verlieren, dann fallen wir entweder hin oder werden von jemand anderem gehalten. das fühlt sich gut an, von jemand anderem gehalten zu werden. es ist anders, als festgehalten zu werden. damit sind wir nicht immer einverstanden.

doch wenn wir nur gehalten werden, dann will uns jemand schützen, uns helfen und dann ist uns jemand nahe. doch was geschieht mit uns, wenn wir un-gehalten werden? ist dann niemand da, der uns zurückhält oder haben wir den halt vollständig verloren und werden darüber wütend? das führt zu einem verbalen ausbruch gegenüber allen um uns herum?

doch wären wir über bestimmte dinge nicht auch wütend, wenn uns jemand hält und uns rückendeckung gibt? nicht jeder mensch, der den halt verloren hat, wird un-gehalten und nicht jeder mensch der un-gehalten wird, hat den halt verloren. man kann noch in die richtung blicken, dass un-gehaltene aussagen keinen gehalt hätten, doch dies scheint weit hergeholt. wie sollte man sonst seinem ärger ausdruck verleihen, wenn nicht auf der basis von guten gründen? vielleicht haben momente, in denen man un-gehalten wird, gerade einen großen gehalt, so wie die un-tiefe eine anhöhe sein kann.

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