„zehn gebote des schreibens“ – ein buchtipp

eine hübsche idee, schriftstellerInnen zu fragen, welche zehn gebote für das schreiben gelten. besonders hübsch, da viele antworten, man müsse seine eigenen gebote formulieren und solle sich möglichst wenig an den geboten andere orientieren. irgendwann kommen beinahe alle an den punkt, die ratschläge von außen zu ignorieren.

zum einen ist die palette der schreibenden, die gebote aufstellen eine bunte und internationale, zum anderen widersprechen sie sich so wunderbar. die einen finden es wichtig, zu beginn des schreibens eines buches schon zu wissen, wie die geschichte ausgehen wird, die anderen finden diese vorstellung ganz schrecklich. die einen sind der meinung, dass schreiben vor allen dingen auch eine frage der planung sei und man nicht an die verselbstständigung der protagonisten glauben solle, die anderen bauen auf die verselbstständigung.

doch in etlichem sind sich die autorInnen auch einig: viel lesen, sich nicht beeinflussen lassen beim denken von neuem und konventionen, konventionen sein lassen, und vor allen dingen: „leben“. also feiern, tanzen, unter menschen gehen und das schreiben immer mal wieder dafür unterbrechen. zu selten wird bemerkt, dass schreiben auch spaß machen kann. oft wird die motivation für das schreiben als ein „getriebensein“ beschrieben. das bedeutet, dass ein buch nie wirklich fertig ist, dass man nicht anders kann und dass ohne dieses gefühl kein buch geschrieben werden sollte.

man sollte das büchlein „zehn gebote des schreibens“ also so lesen, wie es die schriftstellerInnen auch meinen: als anregung, der man nur folgen sollte, wenn man auch möchte. und sonst lieber eigene gebote entwickeln, sich über den schreibtisch hängen und wenn sie einem auf die nerven gehen, wieder verwerfen 😉 das buch ist 2011 in münchen in der deutschen verlags-anstalt erschienen. ISBN 978-3-421-04506-5

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