wissenschaftliches schreiben und fremde

es gehört heute zu einer wissenschaftlichen karriere, dass man möglichst schon während des studiums einen auslandsaufenthalt absolviert. das kann interessant und spannend sein, doch wer glaubt, der aufenthalt würde angemessen finanziell gefördert, der sieht sich getäuscht. es gibt zuschüsse, doch die bewegen sich in einer größenordnung, dass sich eigentlich nur menschen mit einem guten finanziellen hintergrund diesen schritt leisten können.

so ein aufenthalt zeigt zudem, dass es von land zu land sehr verschieden ist, welche sprachen in wissenschaft und forschung überhaupt gesprochen werden. in vielen ländern wird es schwierig, sich auf die kenntnisse des englischen zu verlassen (gut, in deutschland ist das nicht anders). das hat aber zur folge, dass auch wissenschaftliche arbeiten (hausarbeiten) nicht unbedingt in englisch abgegeben werden können.

soll aber in der landessprache geschrieben werden, dann kann in allen ländern, die nicht auf dem lateinischen basieren, die auswahl der fachbegriffe eine schwieriges unterfangen werden. denn in diesen momenten können die termini, die bei uns verwendet werden, ein sprachliches eigenleben erhalten haben und nicht übertragbar sein. in den naturwissenschaften mag dies noch recht übersichtlich sein, aber in den sozial- und geisteswissenschaften können sich hier schwierigkeiten ergeben.

darum empfiehlt es sich, vor einem studienaufenthalt in einem anderen land, sich an der eigenen hochschule kundig zu machen, welche wörterbücher oder sprachkurse im vorfeld ganz hilfreich sein können. meist bestehen schon kontakt oder fachliche kenntnisse über die studiensituation in dem favorisierten land. doch insgesamt ist nicht immer mit unterstützung zu rechnen, wenn man sich in der „fremde“ befindet.

auf der anderen seite erleichtert das internet die suche nach vorabinformationen und die vernetzung ungemein. man ist längst nicht mehr so sehr den gegebenheiten vor ort „ausgeliefert“. es kann zwar spannend sein, auf sich gestellt zu sein, doch manchmal kann es einem auch das gesamte wissenschaftliche arbeiten und schreiben vergällen. denn der glaube, dass allein die schaffung von bachelor und master die inkompatibilität von studiengängen beseitigen, ist ein aberglaube.

darum sollte man sich auch im vorfeld sehr genau erkundigen, welche wissenschaftlichen leistungen in deutschland und von der eigenen hochschule überhaupt anerkannt werden. leider wird hier weiterhin an den kompetenzen anderer länder gezweifelt. erst dadurch wird die „fremde“, auch im wissenschaftlichen schreiben, so richtig zur fremde gemacht.

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