Tagesarchiv: 8. Dezember 2011

nabelschau (57)

40 millionen versus 2,1 milliarden. ein tag, zwei zahlen. der bundesumweltminister will zur bekämpfung des klimawandels für die weltgemeinschaft 40 millionen euro zur verfügung stellen. hübsch, aber zu wenig. deutsche firmen haben im letzten jahr waffen für 2,1 milliarden vertickt. gruselig und teilweise fragwürdig. beides zeigt, dass die eigentlichen schwierigkeiten auf der welt immer noch nicht verstanden werden oder verstanden werden wollen.

keiner macht die rechnung auf, wie viele menschen im letzten jahr durch naturkatastrophen umgekommen sind und wie viele durch kriege. es mag sein, dass der krieg zahlenmäßig immer noch vorn liegt, ich weiß es nicht. aber es ist damit zu rechnen, dass der klimawandel schnell aufholt. beinahe alle meteorologen und wissenschaftler sind sich einig, dass extreme wetterlagen zunehmen. doch irgendwie geht das in die gesamtrechnung immer noch nicht ein. man kann sich ja gegen manches unglück versichern.

doch ist das haus mal weggespült, sind die kinder verhungert oder hat ein wirbelsturm alles mitgenommen, dann kann man das nicht rückgängig machen und dann zahlt das keiner. man kann nur hoffen, dass regierungen und die weltgemeinschaft einspringen, um überhaupt wieder eine existenz gründen zu können. und die gestorbenen macht es nicht wieder lebendig. 40 millionen scheinen in diesem moment als schlechter witz. setzt man diese summe in beziehung zu den kosten in afghanistan, verstärkt sich die schieflage.

schaut man sich dann noch an, wie europa auf der un-konferenz zum thema migration argumentiert und wie es sich verhält an seinen grenzen, dann scheint alles noch absurder. und es scheint kein umdenken in aussicht. wenn ich in einem land leben würde, in dem regelmäßig der monsun mein haus wegspült, dann würde ich auch versuchen mich vom acker zu mache und dorthin zu gehen, wo dies nicht passiert. und was glauben sie, wie wird die zukunft der menschheit auf der welt aussehen. kriege scheinen in diesen momenten beinahe wie ein zuckerschlecken. aber naturgewalten scheinen so weit weg und schicksalshaft. ich empfehle: schnell umdenken!

beinahe-wildnis auf arte – ein fernsehtipp

skandinavien hat noch viele flecken auf denn kein mensch lebt. auch wenn in manchen regionen die holzbewirtschaftung, der bau von staudämmen und der tourismus der wildnis in den ländern sehr zusetzt, es gibt regionen, die dem menschen kaum zugänglich sind. es gibt zum beispiel einen wanderweg, den man nur betreten darf und sollte, wenn man sich vorher anmeldet. jährlich sterben dort weiterhin menschen, da die wildnis wild bleibt.

arte stellt nun in einem porträt die skandinavischen länder und ihre menschen vor. dazu gehören natürlich auch städte und zivilisation. aber schon in folge 1 der 15 folgen von „europas hoher norden“ werden die lofoten an der westküste norwegens vorgestellt. eine region, die aussieht, wie wenn jemand die alpen ins meer geschmissen hätte. leider sind hauptsächlich bilder aus dem winter zu sehen, dabei sehen die lofoten vor allen dingen im sommer sehr wild aus und sind es auch.

also, tolle bilder, interessante länder, viel natur, eine menge wildnis und interessante porträts. ach ja, und wer bis jetzt folgen verpasst hat, sie werden wiederholt und man kann sie im internet anschauen. mehr infos hier: http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Europas-hoher-Norden/4293566.html . es lohnt sich.