Tagesarchiv: 9. Dezember 2011

mein computer und ich – eine umgangslehre (06)

open source

nur wenige professionen machen aus ihrem wissen ein solch großes geheimnis. codes von software sind neben dem wissen der geheimdienste das bestgeschützte wissen. zumindest wird der versuch unternommen, sein wissen aus ökonomischen gründen für sich zu behalten. nur die oberfläche ist für alle sichtbar, aber der hintergrund der programmierung bleibt versteckt.

inzwischen ziehen zwar andere professionen, wie zum beispiel die naturwissenschaften, nach, und stellen nicht mehr ihre ergebnisse allen zur verfügung. immer wieder ist der grund die möglichkeit der vermarktung. nun könnte man natürlich sagen, dass es sich beim software-code um geistiges eigentum handle, das auch schützenswert ist. hier wird es schwierig. denn ein großteil der codes basiert auf gemeinsam entwickelten, der beteiligung vieler.

in den codes gibt es aber keinen hinweis darauf, werden die zitate nicht benannt und alle firmen tun so, wie wenn sie die welt neu entdeckt hätten. einzig das ausgeweitete spezialistenwissen macht es möglich, dass die schranken, einen code zu kopieren, geschlossen sind. darum hat sich eine gegenbewegung entwickelt, die in kollaborativer arbeit, software-codes für alle entwickelt. am anfang war dies eine gegenbewegung zur beinahe-monopolisierung des computer- und software-marktes.

inzwischen ist es ein eigener markt, eine eigene welt. war am anfang die installierung von linux noch ein kompliziertes unterfangen, gibt es dafür inzwischen ebenso pakete. die kundenbindung bei google funktioniert über kostenlose software (aber eben nur noch kostenlos und nicht mehr open-source). open source bedeutet, der quellcode einer anwendung ist für jeden offen und kann verändert, umprogrammiert und verbessert werden. dadurch gibt es weiterhin eine menge „freeware“ für jede anwendung, für jedes betriebssystem, um nicht in die abhängigkeit der konzerne zu geraten.

leider lösen sich diese versuche und strukturen langsam auf. auch daran sind wiederum die konzerne beteiligt. sie umarmen die open-source-gemeinde und bieten ihnen Weiterlesen

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biografisches schreiben und wildnis

auf viele menschen übt das unbekannt, wilde eine ungeheure faszination aus, vor der sie gleichzeitig zurückschrecken. dabei ergeben sich zwei überlegungen: vielleicht ist das wilde gar nicht so wild, wie es scheinen mag? und vielleicht ist das eigene leben wilder, als es scheinen mag? diese überlegungen sollen beruhigen, besänftigen, damit man nicht weiter dem romantischen verlangen nach wildem folgt. die folgen sind nicht abzuschätzen.

aber es gibt noch viel mehr besänftigungsüberlegungen: vielleicht möchte man nur das haben, das man nicht haben kann? wahrscheinlich ist die wildnis unglaublich anstrengend und unbequem? man sollte viel mehr das schätzen, was man hat. es wäre an der zeit, sich dies noch einmal vor augen zu führen. und so verharren die menschen in einem gezähmten zustand, und die wildnis wird in ihren augen beständig bedrohlicher und verlockender zugleich.

im biografischen schreiben kann man mal einen blick darauf werfen, wie weit man sich in festgefügten bahnen bewegt und in welchen momenten man ausbrach oder ausbrechen wollte. es gibt keine negative bewertung für festgefügte bahnen, so sie sich gut und angenehm anfühlen. sind aber obige überlegungen vorrangig angestellt worden, dann wäre die frage, warum nicht einfach mal geschaut wurde, wie wildnis wirklich ist. denn das erleben von wildnis ist ebenso wenig verallgemeinerbar, wie alles andere erleben auch.

wildnis muss nicht nur natur sein, wildnis kann sich auch im dickicht der städte befinden. die midlife-krise ist nichts anderes, als an etwas gewagtes, unbekanntes und wildes anknüpfen zu wollen. das wird bei uns oft lächerlich gemacht, und die scheu vor Weiterlesen