mein computer und ich – eine umgangslehre (06)

open source

nur wenige professionen machen aus ihrem wissen ein solch großes geheimnis. codes von software sind neben dem wissen der geheimdienste das bestgeschützte wissen. zumindest wird der versuch unternommen, sein wissen aus ökonomischen gründen für sich zu behalten. nur die oberfläche ist für alle sichtbar, aber der hintergrund der programmierung bleibt versteckt.

inzwischen ziehen zwar andere professionen, wie zum beispiel die naturwissenschaften, nach, und stellen nicht mehr ihre ergebnisse allen zur verfügung. immer wieder ist der grund die möglichkeit der vermarktung. nun könnte man natürlich sagen, dass es sich beim software-code um geistiges eigentum handle, das auch schützenswert ist. hier wird es schwierig. denn ein großteil der codes basiert auf gemeinsam entwickelten, der beteiligung vieler.

in den codes gibt es aber keinen hinweis darauf, werden die zitate nicht benannt und alle firmen tun so, wie wenn sie die welt neu entdeckt hätten. einzig das ausgeweitete spezialistenwissen macht es möglich, dass die schranken, einen code zu kopieren, geschlossen sind. darum hat sich eine gegenbewegung entwickelt, die in kollaborativer arbeit, software-codes für alle entwickelt. am anfang war dies eine gegenbewegung zur beinahe-monopolisierung des computer- und software-marktes.

inzwischen ist es ein eigener markt, eine eigene welt. war am anfang die installierung von linux noch ein kompliziertes unterfangen, gibt es dafür inzwischen ebenso pakete. die kundenbindung bei google funktioniert über kostenlose software (aber eben nur noch kostenlos und nicht mehr open-source). open source bedeutet, der quellcode einer anwendung ist für jeden offen und kann verändert, umprogrammiert und verbessert werden. dadurch gibt es weiterhin eine menge „freeware“ für jede anwendung, für jedes betriebssystem, um nicht in die abhängigkeit der konzerne zu geraten.

leider lösen sich diese versuche und strukturen langsam auf. auch daran sind wiederum die konzerne beteiligt. sie umarmen die open-source-gemeinde und bieten ihnen attraktive finanzielle beteiligungen an der verbreitung ihrer software (sie app-store von apple). dies hat zur folge, dass die suche nach open source im internet sich teilweise sehr schwierig gestaltet. man muss sich schon gut in den welten der informatik auskennen, um nicht auf seiten zu gelangen, die sich freeware zunutze machen, um an werbung zu verdienen.

zudem versuchen die anbieter, die möglichkeit der anwendung von open-source auf ihren betriebssystemen zu beschränken. die programme sind plötzlich nicht kompatibel, vor allen dingen nicht im zusammenspiel mit der hardware. es gab vor jahren das urteil, dass der verbraucher beim kauf von hardware darauf bestehen können, dass keine betriebssystem vorinstalliert sei, er also wählen kann. doch das funktioniert immer noch nicht, da der verbraucher sich damit nicht groß auseinandersetzen möchte und die möglichkeit nicht einfordert.

also bleibt die verwendung der geräte in vollen zügen, nur einer kleinen gemeinde von spezialisten vorbehalten, die sich die zeit nehmen können, beständig am programmiercode rumzufrickeln. man sollte ihnen weiterhin dankbar sein, da sie weiterhin der sand im getriebe der monopolisierung sind.

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