wissenschaftliches schreiben und wildnis

die wissenschaftlerInnen vor allen dingen der biologie oder auch der archäologie, der limnologie, der zoologie und all der richtungen, die mit natur und geschichte zu tun haben, begeben sich ab und zu auf exkursionen. dabei kann es schnell zur konfrontation mit der wildnis kommen. denn vieles noch zu entdeckende ist sehr verborgen, an orten, die bis dahin kaum ein mensch besucht hat. und natürlich sollten die funde und entdeckungen möglichst gleich protokolliert werden, zudem schnell berichte geschrieben und eventuell ein reisetagebuch geführt werden.

das wissenschaftliche schreiben ist in diesem moment mit ähnlichen problemen konfrontiert wie das kreative schreiben. oft sind aber equipment und gerätschaften besser ausgestattet als beim durch die pampa hüpfenden kreativen schreiberling. daher lassen sich texte manchmal einfacher festhalten. aus eigener erfahrung kann ich aber sagen, das kommt immer darauf an, wohin die exkursion führt. selbst am rand der europäischen zivilisation wird das schreiben schwierig, wenn man tagsüber durch die landschaft streift und nachts schreiben möchte. es fehlt das licht, sollte man camping-plätze mit einem zelt aufsuchen.

ich erinnere mich eine käfer-forschers, der immer nachts auf der toilette der camping-plätze saß, um seine käfer präparieren zu können. ebenso können die steckdosen fehlen, die das beleuchtete laptop in betrieb halten. dazu kommen die widrigkeiten, die die wildnis gerade bei forschungsreisen noch bereit hält: entweder ist die gegend sehr unwirtlich oder so wild, dass einem ständig nicht ganz harmlose tiere begegnen. eine regel: das zelt immer schließen, sonst gesellen sich gern schlangen in den schlafsack, da es dort wärmer ist. meine zeltnachbarin vergaß diese regel und mir kroch dann etwas das bein im schlafsack hoch, es war zum glück nur eine eidechse. aber auch das sieht man im dunkeln nicht. achtet man darauf nicht, hat es sich schnell mit dem wissenschaftlichen schreiben erledigt.

leider herrscht zudem bei exkursionen eine besessenheit, neues zu entdecken. passiert dies dann, darf der neuen art ein name gegeben werden. doch da verlässt die wissenschaftlich schreibenden schnell die fantasie. die meisten verwenden auch in der lateinischen version ihren nachnamen. dabei könnte hier wissenschaftliches schreiben zu kreativem schreiben werden. so wie jemand mal ein tier „okapi“ nannte, dürfte man dem entdeckten lebewesen pure fantasienamen geben, wenn man wollte.

ach ja, das wissenschaftliche schreiben geht oft noch einher mit fotografieren und filmen. aber ganz gleich, welche perfekte technik auch angewandt wird, irgendwann muss meist gezeichnet werden. also gilt auch hier: bloß nicht den bleistift vergessen und in diesem zusammenhang vor allen dingen den spitzer. wird das alles bedacht, dann kann die wildnis unglaublich spannend sein und eben einmalig.

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