web 2.0 und wildnis

der wildwuchs im internet und explizit im web 2.0 nimmt unaufhörlich zu. kein mensch wird mehr den überblick haben, was eigentlich wann wo anfängt zu wuchern, was sich ausbreitet, was gelöscht wird und was vor sich hin kümmert. das können nur noch computer mit hohen rechenleistungen erfassen, doch selbst die werden nur das festhalten, das von menschen gesucht wird.

das netz ist wie ein dschungel. oben blühen die aufgesetzten pflanzen, die gar nicht im boden wurzeln, sondern das wasser aus der luft entnehmen und nährstoffe mit dem regen und kleinem getier aufnehmen. aber prächtig sehen sie aus. dazwischen ranken lianen und anderer pflanzen, die es gerade noch vom boden nach oben schaffen. halt geben die riesigen stämme der so genannten urwaldriesen, die ihr blätterdach nur ganz oben ausbreiten.

und ganz unten modert das, was oben nicht mehr genug licht oder nahrung bekommt. es bildet die grundlage für alles oben wuchernde. vom bildschirm aus betrachtet ist das netz bunt, von den rechnern aus betrachtet eher sumpfig, chaotisch und flott in der verwertung. grundsätzlich bietet der boden nichts außer strom, „1“ und „0“.

und doch, auch dies gleicht dem urwald: es herrscht eine enorme artenvielfalt. es finden sich prächtige pflanzen und vögel in dem grünen chaos. man kann sie oft nur zufällig entdecken, nur teilweise zu fassen kriegen und ein teil der pracht ist sehr flüchtig. doch allein dafür lohnt sich der besuch im web. und werden die blüten des netzes oft genug aufgerufen, regnen klicks auf sie herab, dann gedeihen sie ganz wunderbar, werden immer prächtiger und strahlen auf den bildschirm über das ganze blätterdach hinweg.

das web 2.0 bietet diese wildnis, die jedem pflänzchen eine chance gibt. aber auch hier, ähnlich dem dschungel, lässt sich der erfolg nicht vorhersagen. auch wenn manche spezialisten der meinung sind, den erfolg steuern zu können, letztendlich regieren zufall und lichtverhältnisse. wo wird gerade hingeschaut und kann man die angebote sehen.

die macht der wildnis wird oft unterschätzt. manch einer verläuft oder verliert sich im wuchernden, findet kaum mehr heraus und wird von niemandem gehört auf der suche nach einem stopp. so schön die blätterkrone mit ihrer pracht ist, so bedrohlich kann der boden sein. wir einfachen user müssen alle wie tarzan oder mancher affe sein und uns im oberen bereich von liane zu liane schwingen. dann lässt es sich gut in der digitalen wildnis aushalten.

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