nabelschau (58)

meine tv-zeitschrift versteht mich nicht mehr. es gibt momente, in denen zweifelt man an der welt. sie kommen unverhofft, sie tauchen schnell auf und manchmal verschwinden sie dann auch ganz schnell wieder. doch der moment, in dem meine tv-zeitschrift abdriftete begann mit der letzten ausgabe und hört bis jetzt nicht auf.

es kann vorkommen, dass man zwischen den jahren, an den feiertagen viel arbeiten und tun muss. es ist anstrengend, es ist müde machend, es macht spass. und wenn man dann das tagwerk vollbracht hat, dann möchte man nur noch auf das sofa fallen und vielleicht einen hübschen krimi sehen. also schlägt man die zeitschrift auf, die einem bis jetzt ganz gute tipps gegeben hat.

einen gewissen anspruch hatten die kritiker der tv-zeitschrift immer. so bleibt ihnen zwischen den jahren und den ganzen schmonzetten, die in dieser zeit laufen, nicht viel übrig, als das meiste gesendete nicht zu empfehlen. doch da gab es eine krimireihe, die in gotland spielte und die durch die bank schlecht bewertet wurde. also ließ man die finger die davon. und dann gab es einen tipp des tages, eine mankell-verfilmung von drei stunden. das versuchte man sich anzuschauen.

unglaublich, was das für ein käse war. deutsche und österreicher drehen einen krimi, der hauptsächlich in schweden spielt. laut meiner tv-zeitschrift bleibe man an dem film dran, auch wenn er ein wenig holprig ist. ich blieb nur dran, weil ich dachte, das wird jetzt noch besser. wurde es nicht. wenn schweden mit österreichischem slang sprechen, wenn eine verfolgung in die länge gedehnt wird, wenn der hintergrund des gemetzels schon nach der ersten rückblende klar ist, aber noch 20 rückblenden der gleichen aussage kommen, wenn man eineinhalb stunden vorher schon weiß, wer der täter ist und warum er der täter ist, dann muss spannung woanders herkommen. kam sie nicht.

dagegen, beim blick in den gotland-krimi, spannung, die zwar auch ein wenig holprig daherkam, aber allemal besser als beim tipp des tages. kritisiert wurde an der serie, dass sie zwischendurch zu sehr menschelt und zu träge ist. vergleiche ich es aber mit der anderen gotland krimireihe in einem anderen kanal, die als solide krimikost beschrieben wird, dann war die neue reihe ein ausbund an spannung. nur meine tv-zeitschrift wollte da nicht mitspielen. und das nicht nur bei dieser sendung. ob neue kritikerInnen angestellt wurden, oder ob jemand jemanden nicht leiden kann, oder ob man etwas protegierte, da man jemanden kennt. ich weiß es nicht. aber es fällt schwer, den tag gelassen ausklingen zu lassen 😉

ganz abgesehen davon, dass man sich fragt, was die öffentlich-rechtlichen eigentlich inzwischen für zwischen den jahren produzieren. da würde man sich viel mehr über wiederholungen von „heimat“ oder „wiedersehen in brideshead“ oder anderen guten produktionen freuen, die in der versenkung verschwunden sind.

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