Tagesarchiv: 11. Januar 2012

schreibberatung und diskurs

ratsuchende erhoffen sich manchmal von einer beratung, dass die beratenden schnell eine lösung für ihre problematiken und schwierigkeiten parat haben. bei einzelnen fragestellungen ist dies gut möglich. doch meist ist es notwendig, die gründe für schwierigkeiten einzukreisen, aus der subjektiven sicht geschildert zu bekommen und gemeinsam nach lösungs- und handlungsmöglichkeiten zu suchen.

dazu bedarf es des nachfragens und der diskussion. während einer beratung wäre also ein ratsuchender mit einer klaren haltung zu den möglichkeiten ideal. davon sollte man aber nicht ausgehen. wäre die haltung zur problematik eindeutig, wäre mit großer wahrscheinlichkeit auch keine beratung notwendig. darum geht es ja: durch nachfragen, durch ein für und wider, durch analysen und bewertungen einen weg zur verbesserung der situation zu finden.

gerade bei der analyse der aktuellen situation und schwierigkeit kann eine beratung nur über die fragestellung, ob man das geschilderte richtig erfasst habe, und in der folge, ob die angesprochenen möglichkeiten vorstellbar sind, sinnvoll sein. denn die umsetzung der dargebotenen und gemeinsam erarbeiteten handlungen und lösungen liegen allein bei den klientInnen. dies sind dann die momente, in denen der diskurs not-wendig ist.

es ist also sinnvoll ratsuchende immer wieder zu ermuntern, möglichst offen und frei ihre position zu vertreten. es ist ebenso sinnvoll als beratende sich auf diesen diskurs einzulassen, auch wenn der einfach ratschlag leichter erscheint. denn, wie hier schon öfter erwähnt, schreitet ein einfacher ratschlag schnell über die interessen Weiterlesen