schreibberatung und medien

der medieneinsatz (tolle wort – so kriegerisch) bei schreibberatungen sollte eher schlicht gehalten werden. es macht nicht viel sinn, wenn jemand schwierigkeiten mit dem schreiben hat, sich gemeinsam filme anzusehen, im internet rumzusurfen oder musik zu hören. aber auch ein dezenter einsatz von medien kann sehr effektiv sein.

zum einen sind viele ratsuchende in schreibkrisen dankbar dafür, wenn man literaturtipps geben kann, die neben der beratung weitere anregungen zur überwindung der schreibschwierigkeiten bieten (oder überhaupt hintergrundinformationen zum schreiben geben). also kann man im vorfeld eine literaturliste als beraterIn zusammenstellen und die aufgeführten bücher mit ein paar stichworten versehen.

da der markt der schreib(beratungs)bücher inzwischen groß und unübersichtlich ist, sollte man die werke auf der liste kennen und eine kleine vorauswahl für die klientInnen treffen. beinahe genauso wichtig finde ich aber auch den hinweis, dass es hilfreich sein kann, sich die bücher entweder im buchladen oder in einer bibliothek in ruhe anzuschauen, ob sie einen überhaupt ansprechen. denn neben den grundlegenden vermittelten informationen spielt auch immer das subjektive leseverhalten bei der effektivität von büchern eine rolle.

es kann sein, dass der berater ein buch unglaublich toll findet und klientInnen damit überhaupt nichts anfangen können oder es schnell wieder beiseite legen. außerdem finde ich es wichtig, noch einmal gegenüber den ratsuchenden zu betonen, dass nicht für jeden menschen, bücher eine lösungshilfe sind. wenn die erfahrungen gemacht wurden, dass man aus büchern nicht gut lernt, dann sollte dies auch jetzt nicht erzwungen werden.

ein weiteres hilfreiches medium kann das internet außerhalb der beratung sein, denn es bietet sowohl die möglichkeit mit beraterInnen texte auszutauschen, zum beispiel um ein verabredetes feedback zu erhalten oder das nächste beratungsgespräch vorbereiten zu können, als auch eine fülle an nachschlagewerken und schreibunterstützenden informationen. wer als beraterIn möchte, kann sich zudem der online-beratung zuwenden (auch wenn ich diese form der beratung weiterhin als komplizierter und sehr viel zeitaufwendiger erlebe – sowohl für klientInnen als auch für beraterInnen).

doch insgesamt konzentriert sich die schreibberatung eigentlich auf das gespräch und schreibübungen, benötigt also neben stift und papier oder einem computer zum tippen nicht viel mehr techniken und schon gar keine medien. klientInnen würden sich mit großer wahrscheinlichkeit unwohl fühlen, wenn ihnen während eines beratungsgesprächs eine präsentation vorgeführt würde, auch wenn diese viele information vermittelt, die sonst die beraterInnen mit eigenen worten vorstellen. und selbst bei schreibberatungen in seminarform sollte man sich mit medieneinsätzen zurückhalten, da der schwerpunkt auch dort beim schreibprozess und persönlichen austausch liegt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s