wissenschaftliches schreiben und medien

die wissenschaften verlangen heute die nutzung aller zur verfügung stehenden medien. sie sind in vielen bereichen die vorreiter bei der etablierung des internets. zudem reduzierten die hochschulen und wissenschaftlichen einrichtung den druck von büchern und zeitschriften. in deutschland hat dies viel mit den kosten zu tun. bibliotheken bestellten aus einspargründen abonnements ab und schafften weniger bücher an.

teilweise geht es aber auch um die geschwindigkeit der kommunikation im internet und um die möglichkeiten der (sozialen) vernetzung. schriftliche wissenschaftliche arbeiten sind oft auf plattformen zu stellen oder direkt per mail an die bewertenden wissenschaftlerInnen zu senden. pdf-dateien benötigen viel weniger platz und papier als kopien und drucke. die belegung von seminaren und anderen veranstaltungen lassen sich online einfacher organisieren.

und dann ist da noch die präsentation. früher wurden so genannte „thesenpapiere“ zu vorträgen und referaten erstellt. irgendwann wurden sie umbenannt in „handouts“ und gleichzeitig kam die möglichkeit der powerpoint-präsentation auf. dies ließ den overhead-projektor und die ausgedruckten folien verschwinden. zudem konnte die präsentation leicht in ein handout umgewandelt werden, es musste also keine zusätzliche zusammenfassung erstellt werden.

mit der erweiterung des datentransfers durch online-konferenzen und chat-ähnlichen strukturen, verlagert sich der wissenschaftliche diskurs mehr und mehr ins internet. vieles kann inzwischen von zuhause aus verfolgt werden. hochschulen stellen vorlesungen und seminare als digitale aufzeichnungen in ihr internes netz oder ins internet. somit sind hochschulen wegbereiter eines kollaborativen internets und auch des arbeitens von zuhause aus. wahrscheinlich werden sie nur noch von der it-branche übertroffen.

auf der anderen seite ist die umfassende nutzung von medien und vor allen dingen vom internet, eine zusätzliche hürde für studierende. letztendlich muss, wer heute studiert, einen großen teil seiner zeit auf die richtige nutzung von hard- und software verwenden. es gibt zwar rechenzentren an den hochschulen, doch die sind meist zahlenmäßig zu gering ausgestattet, soll heißen, es fehlt personal und es fehlen computer.

und als lehrender in einem fernstudium mit der thematik „schreiben am computer“ finde ich vor allen dingen einen aspekt für lehrende, forschende und lernende problematisch: die individualität im umgang mit den technischen voraussetzungen. das wäre beim wissenschaftlichen schreiben dann kein problem, wenn alles mit allem kompatibel wäre. doch dies ist nicht der fall. es ist so, dass man sehr viel zeit darauf verwenden muss „alles unter einen hut zu bekommen“, selbst wenn man schon von anfang an, ein paar einheitlichkeiten herstellt.

dies wird bei der propagierung des ausschöpfens der medialen möglichkeiten beim wissenschaftlichen schreiben häufig unterschätzt. selbst wenn plattformen eingerichtet wurden, auf denen die wissenschaftlich schreibenden sehr ähnliche voraussetzungen vorfinden, so gestaltet sich schon der austausch von texten und nachrichten nie unproblematisch. und in die ganzen rechnungen der vorteile der digitalen medien beim wissenschaftlichen schreiben geht seltsamerweise meist nicht der zeitaufwand für die herstellung der vereinbarkeit aller daten ein. der technische standard bleibt den forschenden überlassen. es gibt zwar verbilligte möglichkeiten, aber generell übernehmen die forschungseinrichtungen keine kosten bei der ausstattung des privaten zugangs. gleichzeitig wird aber das arbeiten zuhause vorausgesetzt und verlangt.

wissenschafltiches schreiben und medien bleibt auch in der nächsten zeit ein schwieriges unterfangen (noch so ein punkt: die standards sind auch von forschungseinrichtung zu forschungseinrichtung verschieden, ganz abhängig von den möglichkeiten der digitalen administration).

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