biografisches schreiben und kombinieren

wenn man sich seine lebensgeschichte anschaut, dann gab es mit großer wahrscheinlichkeit immer wieder ereignisse, die sich ähnelten aber jedesmal unterschiedlich verliefen, je nachdem, welche menschen aufeinander trafen, was in der folge passierte. selbst wenn man sich bemüht, alle äußeren bedingungen identisch zu gestalten, hat jedes ereignis seine ganz eigenen regeln und verläufe. es lässt sich nichts vorhersagen.

beim biografischen schreiben kann man den blick auf die ereignisse werfen, die einen am meisten erstaunten. man dachte, man weiß, was passieren wird, ahnte die folgen der kombination und wurde überrascht. listen sie doch einmal die überraschungen ihres lebens auf. und schauen sie, wie sie mit den überraschungen umgingen. die spontanen reaktionen sind oft die spannendsten, wenn man sich selber noch ein wenig kennenlernen möchte.

natürlich kann man sich noch ganz andere kombinationen des eigenen lebens anschauen. welche menschen brachte man gern zusammen, mit welchen menschen brachte man sich selber gern zusammen und welche menschen passten gar nicht in einen raum? woran lag es, was geschah?

oder blicken sie auf ihre ästhetische welt: welche farben, welche muster und welche kleidung haben sie gern zusammengebracht, wurden zu ihren erkennungszeichen? warum gefielen ihnen die kombinationen? wie reagierten andere menschen darauf? und waren sie „mutig“ neues zu kombinieren, was bis dahin noch nicht kombiniert wurde?

überhaupt der mut bei neuem, kreativem ist ein interessanter blickwinkel, den man beim schreiben seiner lebensgeschichte einmal einschlagen kann. wie mutig fühlte man sich selber und was hielt einen zurück „verrückte“, „absurde“ oder ungewöhnliche kombinationen herzustellen? orientierte man sich in diesen momenten an den vorstellungen der anderen? traute man sich nicht zu, etwas ansprechendes oder interessantes neues zu gestalten?

nach all den fragen und betrachtungen kann man sich überlegen, welcher verrückten idee man in der zukunft noch folgen möchte. was wollte man schon immer mal machen (meist gibt es da etwas), doch der innere zensor hielt einen davon ab? was wäre so schlimm daran als verrückt zu gelten? und vor allen dingen, in den augen welcher menschen wäre dies so – sind sie einem selber wichtig? diese überlegungen aufzuschreiben kann etwas sehr entspannendes haben. viele ideen trägt man lang mit sich rum und sie sollten zumindest festgehalten werden. und sollte man das gefühl haben, keine offenen baustellen im eigenen leben zu finden, um so schöner.

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