Tagesarchiv: 31. März 2012

mein computer und ich – eine umgangslehre (15)

ökologie

wenn die glühbirne zu viel strom verbraucht, dann wird eine verordnung erlassen, die die produktion der klassischen glühbirne stoppt und energiesparlampen den weg bereitet. eine kluge entscheidung, die sicherlich gehörige stromersparnisse bringen und uns doch nicht im dunkeln sitzen lässt. doch wer erlässt verordnungen, dass computer und smartphones möglichst energiesparend funktionieren sollen? das, was wir bei den glühbirnen sparen verpulvern wir längst schon wieder durch unsere hochleistungsrechner.

je besser die rechenleistung der prozessoren wird, um so mehr strom verbrauchen sie, um so wärmer laufen sie. so ist eines der größten probleme großer rechenzentren die kühlung der heisslaufenden komponenten. für die kühlung muss abermals strom verwendet werden. kaum jemand macht die rechnung auf, wie viel strom im laufe der jahre für die digitalisierung unserer welt notwendig ist. bis jetzt sind die menschen vor allen dingen an immer schnelleren und komplexeren rechnern interessiert.

auch der weg ins netz sollte schneller und unkomplizierter gehen. die smartphones sollten an jedem ort der welt empfang haben, aufladbar sein und möglichst alle fähigkeiten eines computers besitzen. die energiebilanz all dieser entwicklungen (ganz abgesehen von der computer-produktion) ist keine gute. dabei handelt es sich um eine ähnliche milchmädchenrechnung wie beim elektro-auto. es wird nach dem motto „kernenergie nein danke – bei mir kommt der strom aus der steckdose“ gehandelt.

abgesehen davon, dass unsere computer ganze großraumbüros aufheizen (und man diese energie nutzen könnte) stellen sich die wenigsten die frage, was uns unsere rechenleistungen an strom wert sind. und wie immer fängt das ökologische gewissen im kleinen an:

  • wenn man den rechner nicht nutzt, dann kann man ihn auch ausschalten (der lustige bildschirmschoner mag zwar ansprechend aussehen, lässt das ding aber weiterlaufen). Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und kombinieren

in wissenschaft und forschung spielt das kombinieren eigentlich vor dem niederschreiben der forschungsergebnisse oder der abschlussarbeit eine rolle. denn der eigentliche akt des forschens ist eine folge aus gedanklichen kombinationen, die wiederum zur entwicklung von thesen und zum entwurf des forschungssettings führen.

doch auch beim verfassen eines wissenschaftlichen textes geht es um die richtige kombination: von eigenen worten und von zitaten. von beschreibungen und messergebnissen. von logischen schlussfolgerungen und von belegen. die mischung machts. eine eindeutige orientierung wie viel von was in einem wissenschaftlichen text verloren hat, gibt es nicht. entweder man fragt die betreuenden wissenschaftlerInnen nach der gewünschten zusammensetzung der mischung oder man lässt sich ein feedback von fachfremden personen geben.

zusätzlich kann man sich seinen text, ja seine ganze abschlussarbeit, selber laut vorlesen. rhythmus und gedankenfolgen lassen sich dann noch einmal mit einem anderen sinn erfahren und holperige stellen fallen einem leichter auf. aber das wichtigste an einem wissenschaftlichen text sind die abfolgen logischer gedanken. nur aus dem einen ergebnis kann ich den schluss ziehen, der wiederum die voraussetzung für den gedanken und das nächste ergebnis ist. gedanken bauen hier in einer logischen kombination aufeinander auf.

ganz einfaches beispiel: gäbe es keine schwerkraft könnten reifen nicht abgefahren werden. würden reifen nicht abgefahren, kämen sie nicht so leicht ins rutschen und kämen reifen nicht so leicht ins rutschen würden nicht so viele menschen im graben landen. das ist nun natürlich eine verkürzte darstellung und ganz viele andere faktoren spielen auch eine rolle. aber man kann nicht sagen, auch ohne schwerkraft würden reifen stark abgefahren.

so lässt sich in der wissenschaft und beim wissenschaftlichen schreiben nicht so beliebig remixen, wie im kreativen schreiben. man muss bei allen texten einer vorstellungsrichtlinie und beweiskette folgen. dabei kann man zwar den rückblick zur ursuppe also die ersten ursachen einer reaktion, eines ergebnisses außer acht lassen, aber dies auch nur, da Weiterlesen