schreibberatung und schmerzen

bauchschmerzen. ja, die bauchschmerzen sind mit großer wahrscheinlichkeit das häufigste körperliche phänomen (neben den kopfschmerzen), das einhergeht mit schreibproblemen und schreibkrisen. ob bei der arbeit oder im studium, schwierige situationen erzeugen einen emotionalen druck, der gleichzeitig einen körperlichen ausdruck finden kann. manche menschen ignorieren dies, andere können dies wegen der schmerzen nicht mehr tun.

die schreibberatung kann keine medizinische diagnose erstellen. ebenso wie bei therapien wäre von klientInnen, die von körperlichen schwierigkeiten im zusammenhang mit dem beratungsthema berichten, zu fordern, dass sie sich erst einmal medizinisch untersuchen lassen, bevor die beratung weitergeführt wird. denn es muss ausgeschlossen werden, dass es sich um eine erkrankung handelt, die in der schreibberatung nicht behandelt werden kann.

zeigt sich aber, dass es sich bei den schmerzsymptomen um zeichen der anspannung im zusammenhang mit schreibaufgaben handelt, dann kann weiter darauf eingegangen werden. denn die schmerzen können ein hinweis darauf sein, wann der druck am größten ist. es werden zwar nicht unbedingt entspannungstechniken in der schreibberatung vermittelt, aber es kann durch positive erfahrungen beim einstieg in den schreibprozess und beim erstellen einer textstruktur der druck eventuell reduziert werden.

generell ist es bei schreibaufgaben ähnlich, wie bei anderen nicht exakt termingebundenen tätigkeiten: sie schwirren ständig im kopf herum und erhöhen dadurch den druck. man weiß, man sollte noch das und das schreiben, doch man kann sich meist den zeitpunkt selbst wählen. wenn nun die ersten schritte schwerfallen, dann werden andere tätigkeiten gern vorgezogen. doch der gedanke, noch etwas erledigen zu müssen, verschwindet nicht.

das fiese besteht darin, dass selbst in der freizeit im hinterkopf die anstehende schreibaufgabe ihren platz findet. und irgendwann reagiert bei manchen menschen der körper auf die mischung zwischen schlechtem gewissen, angst oder zeitdruck. hier helfen eventuell nicht nur kleine einstiege in den schreibprozess, start – und assoziationsübungen. hier kann auch das verfassen selbstreflexiver texte zu einer entlastung führen. dabei wird zum beispiel aufgeschrieben, wovor man angst hat im zusammenhang mit der schreibaufgabe, welches schlechte gewissen einen plagt oder welche ausweichhandlungen man bevorzugt.

das aufschreiben der probleme und krisen führt meist zu einer ersten entlastung, man ist es losgeworden. wenn dies zudem mündlich in der beratung vollzogen werden kann, dann kann eine entlastung auch zum rückgang der körperlichen beschwerden führen. natürlich ist dies immer abhängig von der dimension der emotion. meist verschwinden ängste und bedenken nicht von heute auf morgen. aber schrittweise entlastungen sind trotzdem spürbar. und sollten sich die schmerzen als hartnäckig erweisen, dann wäre parallel zu einer schreibberatung vielleicht wirklich noch eine entspannungsgruppe aufzusuchen oder ähnliches auszuprobieren.

schreibberatung ist also nicht unbedingt eine schmerzfreie situation. noch ein kleiner aspekt sei hier erwähnt: auch bei einer schreibberatung kann sich das seelische und körperliche befinden erst einmal verschlechtern. dies hat meist damit zu tun, dass die eigentlichen schwierigkeiten und probleme das erste mal bewusst werden. diese reaktion muss es nicht geben, aber sie kann auftreten. auch dies wäre dann von den beraterInnen zu begleiten und zu thematisieren.

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