Tagesarchiv: 11. Mai 2012

kreatives schreiben und wünsche

zum thema wünsche schon öfter erwähnt: die gute fee. sie kann beim kreativen schreiben eine zentrale figur sein. angefangen beim klassischen märchen, in dem irgendwann eine fee auftaucht und einem wünsche erfüllt, bis zu geschichten, in menschen sich die fee vorstellen oder es einen menschen gibt, der sich wie eine gute fee verhält. das spannende in diesem zusammenhang ist gar nicht die fee mit ihren fähigkeiten (die man als gebildeter mensch natürlich sofort in frage stellt 😉 ), also, das spannende ist nicht die fee, sondern es sind die wünschen, die die menschen haben.

was wünscht sich jemand, wenn er drei wünsche frei hat? das gewiefte kind wünscht sich natürlich als erstes so viele wünsche erfüllt zu bekommen, wie es notwendig ist. doch die fee lässt sich nicht überrumpeln und besteht darauf, nur drei wünsche zu benennen. nun, was erscheint einem so notwendig, dass es auf alle fälle in erfüllung gehen sollte? in diesem moment kann man mit dem kreativen schreiben ganz schnell märchen für erwachsene schreiben – über die doppelbödigkeit von wünsche, über wunschloses glücklichsein, über wirklich not-wendendes im leben, über die ungerechtigkeit der welt und vieles mehr.

die person, die die fee erfunden hat, die hat schon früh den pädagogischen wert der rückbesinnung auf das wesentliche und der wirkung von heilsversprechen erkannt. wünsche (zumindest im deutschsprachigen zusammenhang) haben auch immer etwas unverschämtes, etwas leistungsverweigerndes. wünsche sollen erfüllt und nicht erbracht werden. da dies schnell gesellschaftszersetzende tendenzen hervorrufen kann 😯 , kommt die gute fee nicht zu jedem. vorher muss also schon etwas Weiterlesen

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mein computer und ich – eine umgangslehre (19)

lust

in dieser rubrik wurde bisher über die digitalen wunderkisten viel gemeckert und gegrummelt. aber es muss auch einmal ein anderer blick darauf geworfen werden.

hätte man sich vor ein paar jahren vorstellen können, dass man eben mal ein interview am eigenen pc mit jemandem von einer ngo in kabul durchführt (via skype)? oder hätte sich jemand träumen lassen, dass man ratzfatz für wenig geld ein buch veröffentlicht, das weltweit gekauft werden kann? hätte man sich überhaupt vorstellen können, ein buch zu tippen, zu layouten, die seiten zu gestalten, den buchumschlag selbst zu entwerfen und alles druckreif fertigzustellen?

die computer erweitern unsere kompetenzen nicht selten um enorme fähigkeiten. schaut man sich einfach mal an, wie viele menschen, wie tolle fotos machen, sie bearbeiten, einen blick für interessantes entwickeln und dafür kaum etwas bezahlen müssen. oder wie viele menschen sich im november zusammentun, gleichzeitig an büchern und längeren geschichten schreiben, sich darüber austauschen und am ende des monats 50 000 wörter geschrieben haben. oder wie viele menschen zusammen spielen, und seien es auch irgendwelche ballerspiele, aber sie treffen sich regelmäßig grenzübergreifend und virtuell.

der computer und das internet können lust auf mehr machen. das mag manchmal fatal sein, da beinahe nur noch zeit vor dem gerät verbracht wird, aber es unterscheidet sich gravierend vom fernseher. der computer ist nicht nur ein medium, er ist viele medien – abwechslung ist also möglich. und der computer verlangt von den nutzerInnen eher eine aktive rolle, denn eine ausschließlich passive rolle wie der fernseher. ganz spannend scheint mir, dass meist die generationen Weiterlesen