kreatives schreiben und stärke

es sind zwar keine zusammenhängenden texte und ohne bilder funktionieren sie auch nicht, aber in der welt der comics gibt es viele beispiele für die umsetzung des themas „stärke“ in einem fantastischen umfeld. da gibt es männer die fliegen können, feuerbälle schleudern, in einen topf zaubertrank gefallen sind oder auch frauen, die mauern hochklettern und menschen mit ihrem blick gefrieren lassen. meist haben die heldInnen eine bestimmte besondere stärke, mit der sie das böse bekämpfen und für das gute eintreten.

es gibt die abenteuer, in denen jemand stärke beweisen muss schon lang. in der odysee sind viele gefahren und hürden zu überwinden, muss klug und stark gehandelt werden, um die reise zu überleben. da reicht bis zu harry potter, der erst im laufe der zeit den grund für sein stärken entdeckt. und allen geschichten gemeinsam ist, dass es nicht nur darum geht, stark zu sein, sondern dass mit der stärke eine form der initiation oder läuterung einhergeht. auschließlich starke helden sind anscheinend sowohl für die schreibenden als auch für die lesenden nicht interessant genug.

das sollte man, wenn man geschichten zum thema stärke schreibt, berücksichtigen. man kann es aber auch einmal ausreizen und dem üblichen vorgehen widersprechen: man erfindet einen protagonisten, eine protagonistin, die einfach nur stark sind, die sich durch alles einen weg bahnen, mit allem klarkommen und keine zweifel an ihren fähigkeiten haben. was würde passieren? wie würde die geschichte verlaufen? wie würden leserInnen oder hörerInnen reagieren?

müssen denn immer die edlen und guten starken gewinnen? ist dies im alltag auch der fall oder sollen die heldenmärchen nur beruhigen, damit man weiter daran glaubt, dass das „gute“ sich durchsetzt? und vor allen dingen, was versteht man überhaupt unter stärke? hier gehen die meinungen auseinander. ein sehr gläubiger mensch würde darunter verstehen, den verführungen von außen zu widerstehen und unbeirrt seinem glauben zu folgen. ein gamer sähe wahrscheinlich die menschliche kampfmaschine als stark an. ein liebender, den partner oder die partnerin.

vielleicht möchte man auch eine geschichte darüber schreiben, warum wir menschen weiterhin glauben, stark sein zu müssen. man könnte doch auch einmal die schwäche feiern, etwas das uns oft erst menschlich erscheinen lässt. aus der positiven bewertung von stärke sind schon viele konflikte entstanden. das kreative schreiben bietet viele möglichkeiten, stärke umzuformulieren oder verschwinden zu lassen. nichts scheint bedrohlicher zu sein, als die eigene stärke in frage zu stellen. was für ein schöner kreativer schreibanlass 😉 einmal das graue entlein nicht zum stolzen schwan werden zu lassen!

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