Tagesarchiv: 12. Juni 2012

SUPER ART MODERN MUSEUM – SPAMM – ein surftipp

das web 2.0 und das internet bedürfen weiterhin einer künstlerischen bearbeitung, ganz gleich ob nun schriftlich, technologisch, visuell oder analytisch. das „super art modern museum“ ist eine wunderbare sammlung unterschiedlicher künstlerischer reaktionen auf das netz und seiner vielfältigen angebote. eine schöne ergänzung zu den überlegungen des uncreative writing, zu den copy-&-paste-collage-remix-gedanken. von flarf nicht weit entfernt, regen die werke verschiedener digitaler künstlerInnen zur nachahmung und zu mehr an. sich einfach mal surfend treiben lassen 😉

SUPER ART MODERN MUSEUM – SPAMM – MUSEE DES ARTS SUPER MODERNES.

schreibidee (372)

für manche menschen sind geschichten und bücher wie lebensmittel: sie können sich ihr leben ohne nicht vorstellen. heute werden für verbraucherInnen die lebensmittel ausführlicher gekennzeichnet als vor ein paar jahren. da werden nährwerte und zutaten aufgelistet. auch wenn die produkte nicht immer so zusammengesetzt sind wie es in der werbung über sie lautet, so geben die daten doch einen anhaltspunkt für die käuferInnen. warum ähnliches nicht für geschichten erstellen. hier eine schreibanregung zu „nährwert und zutaten von geschichten“.

alle schreibgruppenteilnehmerInnen werden dazu eingeladen, für diese schreibidee einen eigenen text mitzubringen. dieses mal startet das treffen mit der bearbeitung eines schon geschriebenen textes. im vorfeld einigen sich die teilnehmerInnen auf die kategorien zu den nährwerten und zutaten, die für die jeweiligen texte erhoben werden sollen. dies kann zum beispiel ein „kuschelfaktor“, eine „literarische herausforderung“ oder ein „genusspotential“ für die nährwerte sein. und es kann freigestellt werden, wie die zutaten beschrieben werden, z.b.: ein hauptprotagonist, zwei weitere personen, liebe (10%), spannung, ein mord, … .

nun werden die texte an andere gruppenteilnehmerInnen verteilt und von ihnen bearbeitet. sie listen die jeweiligen stoffe und zusatzstoffe auf, geben den nährwert an und stellen das ergebnis dann in der runde vor. hat man einmal kategorien und tabellen für die auswertung der texte erstellt, kann man dies in der zukunft auch für feedbackrunden verwenden.

doch im nächsten schritt soll der prozess umgekehrt werden. zwei varianten bieten sich an: zum einen können die schreibenden aufgefordert werden, die zutaten und den nährwert für eine ideale geschichte zu notieren. diese schreib-lebensmittel-packungsaufschrift wird innerhalb der schreibgruppe weitergereicht und soll nun passend zur aufschrift geschrieben werden.
zum anderen können spontan nährwert und zutaten notiert werden. doch die schreib-lebensmittel-packungsaufschrift wird nicht an andere teilnehmerInnen weitergereicht, sondern die verfasserInnen der listen schreiben eine geschichte zu den eigenen vorgaben. hierbei sollte nicht die ideale geschichte verfolgt werden, sondern eine spontan notierte kombination.

die geschichten werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und in einer feedbackrunde mit der packungsaufschrift verglichen. das gleiche kann man nun noch mit gedichten, mit wissenschaftlichen texten oder mit biografischen geschichten durchführen. im laufe der zeit kann eine schreibgruppe dadurch ganz eigene kategorien des schreibens für sich selbst entwickeln (und vielleicht veröffentlichen).