schreibberatung und wohnen

neben vielen emotionalen und mentalen aspekten spielt bei der schreibberatung oft noch etwas anderes eine große rolle: das wohnen, die wohnung, der schreibtisch, um es einmal verkürzt darzustellen. und um es auf einen nenner zu bringen: es lenkt zu viel ab.

das fängt bei lebensgefährtInnen an, die immer wieder den schreibfluss unterbrechen oder beschränken, geht über kinder, die nicht verstehen, warum sie in nächster zeit leiser spielen sollten, bis zu dem standort des schreibtischs, der zu zentral platziert ist. gründe für ablenkungen kann es viele geben. hier eine kleine einteilung verschiedener faktoren mit vorschlägen zur veränderung:

  • mitmenschen: ob partnerInnen, kinder, verwandte oder bekannte – kommunizieren sie offen, wann ihre schreibzeiten sind, ab wann sie sich gestört fühlen und weshalb sie konzentriert arbeiten müssen.
  • andere lebenwesen: (haus)tiere, pflanzen, garten oder außerirdische – reduzieren sie hemmungslos ihre zuwendungen, wenn ihnen die zeit für das schreiben knapp wird. einzig beachtenswert, die tiere sollten nicht verhungern, die pflanzen nicht vertrocknen und die außerirdischen sich nicht aus dem staub machen. alles andere sei egal: ein garten darf einmal ein jahr lang voller unkraut sein und außerirdische dürfen sich langweilen 😉
  • standort: ihr schreibtisch sollte sich an einem ort befinden, an dem sie zum einen ungestört arbeiten können, zum anderen aber alles in reichweite haben, das sie auch noch benötigen. dazu gehören zum beispiel: getränk, essen, musik, notwendige literatur, computer, telefon und ähnliches.
  • lärm: lärm stresst zusätzlich. versuchen sie, möglichst viele lärmquellen auszuschließen – ob es nun nachbarn, maschinen, verkehr oder mitbewohner (s.o.) sind, versuchen sie dem lärm auszuweichen oder kommunizieren sie, dass sie sich gestört fühlen.
  • möbel: suchen sie sich sitz- und liegegelegenheiten aus, die für sie bequem sind. versuchen sie sich zwischendurch zu entspannen und begeben sie sich danach wieder in die position, die für sie angenehm ist.
  • schnickschnack: verbannen sie andere ablenkungen vom arbeitsplatz – zum beispiel computerspiele, bildbände, zeitschriften, fernseher, bastelanleitungen oder reinigungsgeräte. damit erschweren sie sich die kleinen fluchten.

sollte das zeitfenster ihres schreibprozesses beschränkt sein und feststehen, dann organisieren sie sich ein arbeits- und wohnumfeld, das sie darin befördert die notwendige ruhe und konzentration zu finden. sie haben das recht dazu und dürfen es offen vertreten. für manche ist es sogar hilfreich, ihr übliches wohnumfeld zu verlassen und sich an einem anderen ort in klausur zu begeben. auch dies sollte nur offen kommuniziert werden, dann dürfte dem nichts im weg stehen.

schreiben sie regelmäßig und ständig, dann sollten sie versuchen, ein umfeld zu finden, das ihnen dies ermöglicht. aber rechnen sie auch damit, dass viele menschen kein verständnis für ihren rückzug und ihr ruhebedürfnis haben. schreiben ist in der skala der arbeitstätigkeiten erst einmal nicht hoch angesehen und viele menschen sind rücksichtslos. dann helfen ihnen vielleicht nur noch kopfhörer oder ohrstöpsel, oder sie verlegen ihre schreibtätigkeiten in die nachtstunden, denn sie können ja nicht ständig umziehen. wenn sie ihre wohnung schon mehrmals umgeräumt haben, führen alle anderen wege nur noch über eine beschwerde. haben sie keine angst vor den konflikten, sie dürfen ihre anliegen vertreten.

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