kreatives schreiben und männer

vor kurzem in der doku über das bestsellerschreiben wurde auch eine kreative schreibgruppe aus frankreich vorgestellt. wie in deutschland schien es, besuchen beinahe ausschließlich frauen gruppen, die gemeinsam kreativ arbeiten. bei männern scheint es einen stärkeren vorbehalt gegenüber den kreativen techniken zu geben und die einsamen wölfe schreiben lieber für sich in ihren kammern, suchen weniger den austausch.

statistischen untersuchen zu der frage, wie weit männer kreativen und intuitiven techniken raum in ihrem leben geben, gibt es meines wissens bis jetzt nicht. aber es ist schon ein phänomen, welchen dingen sich männer in unserer welt eher zuwenden und welchen weniger. dies kann nicht frei von erziehungs- und geschlechterrollenfolgen sein. autos reparieren, rasen mähen oder eine neue veranda bauen, da blühen manche männer auf. sich hinsetzen, einen stift in die hand nehmen und den eigenen gedanken und emotionen freien lauf lassen, das fällt schon schwerer.

ich weiß, ich weiß, das ist ein vorurteil, doch die zahlen der schreibgruppen deuten zumindest darauf hin, dass es unterschiedliche umgänge mit kreativität gibt. so wäre zum beispiel mal eine geschlechts-gemischte schreibgruppe interessant, die lust hätte selbstreflexionen über das eigene schreiben zu verfassen. und es wäre einmal eine ausschließliche männerrunde des kreativen schreibens interessant, um zu schauen welche formen der annäherung an das kreative gewählt werden.

aber abseits des schreibverhaltens sind männer natürlich auch in texten, geschichten und literatur immer wieder mit der zugeschriebenen rolle konfrontiert. es gibt so gut wie keine männerbewegte literatur, also texte, in denen sich männer anders verhalten, als es ihrer von der gesellschaft erwarteten rolle entspricht. ganz gleich, welches genre man betrachtet, ob roman, krimi, science fiction oder fantasy, männer erhalten auch von vielen frauen die rolle, die sie schon immer inne haben müssten.

im kreativen schreiben könnte man diese rollen verändern. wie wäre es mit einer schreibanregung, in der nicht nur die verunsicherung der männer durch emanzipiertere frauen thema wäre, sondern in denen männer eine rolle einnehmen, die abseits der gängigen vorstellungen sind. also keine lonesome cowboys mehr, die in den sonnenuntergang reiten und keine emotionalen wracks, die ohne frauen keine gefühle zeigen können. man könnte sich abseits der slapstick-komödie eine story ausmalen, in denen männer und frauen einvernehmlich die rollen tauschen. man könnte sich überlegen, wie es wäre, wenn in allen lebensbereichen gleichberechtigung herrschen würde. man könnte in texten darüber diskutieren, wie weit die wiederholung von gesellschaftlichen rollenverständnissen diese nicht auch festigt.

im film ist der alleinerziehende vater, der emotional ausgeglichene mann nur in der komödie und in der unterhaltungskategorie zu finden und seine frau muss gestorben oder eine rabenmutter sein. dazwischen ist wenig spielraum. wahrscheinlich wegen der fehlenden konfliktlinien, die die geschichte plötzlich uninteressant wären. doch sie hätten den vorteil, dass man sich auf andere gesellschaftliche schwierigkeiten konzentrieren könnte. doch dafür müssen wahrscheinlich noch ein paar jahre ins land gehen. schreibgruppen könnten damit ja schon einmal anfangen, wenn die männer mitmachen 😉

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