web 2.0 und verwandlung

das web 2.0 verwandelt sich sowohl stetig selbst als auch die nutzerInnen, die wiederum einfluss auf veränderungen des web 2.0 haben. es ist wie wellenreiten, stetig tauchen neue angebote des web 2.0 auf: zur zeit ist es pinterest und vor einer weile war es google+, um nur etwas größere und von den usern angenommene angebote zu nennen. die einen user geben dafür andere angebote des web 2.0 auf, um der neuesten welle zu folgen. andere nehmen die neue welle zusätzlich in ihre sammlung an internet-angeboten, an denen sie teilnehmen, auf.

der effekt der verwandlung: die vielfalt der angebote kann zu einem tag-und-nacht-job werden. zum einen muss man ständig mitbekommen, was gerade angesagt ist und angeboten wird. zum anderen muss man diese angebote auch mit eigenem füllen, wenn man wahrgenommen werden will. und hier verwandelt das web 2.0 uns menschen. bei der teilhabe am interaktiven web sollten wir auch inhalte produzieren. und so produzieren wir stetig neue inhalte, die in immer mehr foren und an immer mehr orten ihren platz finden.

da wir aber weder über unerschöpfliche zeitkapazitäten noch über unendliche ideenressourcen verfügen, nimmt der emotionale druck auf den einzelnen menschen stetig zu. auch die zahl der internetuser und deren zeitkontingente wächst nicht mehr im gleichen ausmaß, wie noch vor ein paar jahren. es ist also in zeiten des follower-zählens und der content-vervielfältigung nicht mehr mit weiterem stetem wachstum zu rechnen. sondern es ist nur mit wanderbewegungen und einer enormen ausdifferenzierung zu rechnen. die entropie des netzes nimmt zu.

wie es sich schon in anderen lebensbereichen abzeichnet, werden viele menschen irgendwann des emotionalen und sozialen drucks eines web 2.0 überdrüssig werden und die distanz oder abstinenz propagieren. so wie es teilweise mit dem medium fernsehen geschah, das menschen aus ihrem haushalt verbannten, so werden einige dem web 2.0 abschwören. doch dieser prozess ist viel schwerer umzusetzen, da uns gleichzeitig das öffentlliche leben und die staatlichen dienstleistungen in das internet drängen. ob urlaubsplanung, arztsuche oder steuererklärung, das internet bindet uns.

und so verwandeln wir uns in multisoziale multitasker, die vielleicht irgendwann wieder in kleinen zirkeln miteinander online kommunizieren, um dem stress der großen wellen zu entgehen. im web 2.0 wird die macht der suchmaschinen wahrscheinlich rückläufig sein, da über die follower-variante und die suchfunktionen innerhalb einer angebotspalette die übergreifende suchmaschine nicht mehr benötigt. dazu kommt, dass oft die ersten seiten der suchmaschinen bei dienstleistungssuchbegriffen, also eigentlich etwas von großem interesse für den user, von undurchschaubaren angeboten okkupiert sind. die seltsamen informationsaufbereitungsseiten des web 2.0 transportieren zu ungerichteten content, als dass sie für den großteil der besucher von interesse sein könnten.

das web 2.0 wird sich also irgendwann in ein web 3.0 verwandeln, das den individualisierten zugang ins netz (mit der gefahr der verlagerung beinahe alles privaten in die cloud) ermöglicht und alle anderen angebote ausschließt. die vereinzelung in der virtuellen welt wird voranschreiten und uns wiederum verwandeln.

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