Schlagwort-Archive: alkoholismus

kreatives schreiben und trinken

das trinken bietet in geschichten mehrere funktionen an:

es kann im mittelpunkt stehen, wenn viele, zwei oder ein mensch sich dem alkohol zuwenden und beim trinken so einiges geschieht. es können unterhaltungen, abstürze oder annäherungen sein, die vom trinken befördert werden. beim schreiben eines textes oder einer geschichte, kann auf den trinkprozess immer wieder zurückgegriffen werden, um die stimmung der situation wiederzugeben. neben körperlichen reaktionen kann zum beispiel „zögerlich“ das glas ergriffen werden, nur am wein „genippt“ werden oder das glas „in einem zug geleert“ werden.

das trinken kann am nebenschauplatz stattfinden und langsam in den vordergrund rücken. wenn sich zum beispiel zwei menschen in einer bar treffen, und neben ihnen eine gruppe immer lauter und ausfallender wird, da sie beständig mehr alkohol konsumiert. so drängt sich das trinken langsam in den vordergrund, da das treffen der beiden durch das trinken anderer beeinflusst wird. dies kann bis zu einer eskalation anwachsen. aber auch in alkoholfreien situationen kann das trinken eine nebenrolle spielen. wenn zum beispiel ein marathonlauf beschrieben wird, dabei die gedanken der laufenden wiedergegeben werden und an den stationen die isotonischen getränke entgegengenommen werden.

und das trinken kann als charakterisierung dienen. nach dem motto: „zeige mir, was du trinkst und ich sage dir, wer du bist“. so ist das trinken ein teil des ambientes, das die protagonistInnen umschreibt. ob dies nun der schnelle morgenkaffee, der champagner beim pferderennen oder der whiskey im club ist, mit getränken Weiterlesen

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schreibberatung und trinken

der mensch verdurstet schneller, als dass er verhungert. also, sollten sie schreibberatung durchführen, stellen sie ihren klientInnen immer ein getränk zur verfügung 😉

nein, spaß beiseite, es geht mir um eine der größten schwierigkeiten in unseren gesellschaften, den alkoholkonsum. im zusammenspiel mit dem schreiben spielt alkohol eine zwiespältige rolle: es gibt wie in jeder berufsgruppe unter den schreibenden ebenso suchtkranke, wie unter anderen gruppen. und doch schreibt es sich für manchen erst einmal flüssiger und unverkrampfter, wenn man etwas alkohol konsumiert hat.

das wird erst dann ein problem, wenn man nur noch mit hilfe des alkohols schreiben kann. in diesem moment wird ein teufelskreis beschritten, der schwer zu durchbrechen ist. die schreibberatung kann das alkoholproblem nicht lösen, das ist eine therapeutische aufgabe. aber die schreibberatung kann kein blatt vor den mund nehmen. eine der größten schwierigkeiten von alkoholikerInnen besteht darin, dass ihr persönliches umfeld zu lang die augen vor den tatsachen verschließt und nicht offen kommuniziert.

aber stellen sie sich mal vor, sie haben jemand ratsuchenden vor sich sitzen, der unter großem beruflichen druck steht und sie aufsucht, da er oder sie in ihrem beruf mit dem schreiben nicht gut klarkommt. nun kristallisiert sich im laufe der selbstreflexionen über den eigenen schreibprozess heraus, dass das schreiben mit alkohol besser klappt als ohne. dann fragen sie nach, ob das immer so sei.

bieten sie alternativ ein paar schreibtechniken an, um in den schreibfluss zu kommen. lassen sie die ratsuchenden die techniken ausprobieren und fragen sie nach, ob nun das schreiben ohne alkohol nicht auch möglich sei. erklärt jemand, nein, das würde so nicht klappen, dann wäre die direkte frage, ob der alkohol in anderen stressigen oder angst verursachenden situationen auch eine lösung biete, Weiterlesen