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kreatives schreiben und alter (2)

kreativität ist kein zeichen von jugend, auch wenn viele menschen bei sich selber davon ausgehen. es gibt eine beunruhigend beruhigende grundhaltung bei manchen älteren menschen: das leben sei gelaufen, die dinge sind erlebt und gedacht, es gibt keine anlässe mehr für unruhe und veränderung. dabei bietet uns das leben mehr möglichkeiten: neben dem gesellschaftliche hofierten „lebenslangen lernen“ kann man auch „lebenslang spass haben“ oder „lebenslang politisch sein“. also steht einer lebenslangen kreativität nichts im wege.

bei künstlerInnen wird im nachhinein gern despektierlich vom „alterswerk“ gesprochen, wie wenn ihre kreativität etwas mit dem alter zu tun hätte. einzig die gedanken werden davon vielleicht bestimmt. seltsamerweise würde man bei anderen berufsgruppen nicht von ihrem alterwerk sprechen, sie machen einfach ihren job weiter, so lange sie spass daran haben. also sollte man sich auch beim schreiben nicht von gesellschaftlichen vorstellungen bremsen lassen. so wie ältere menschen noch sexuell aktiv sein können, so können sie geistig aktiv sein. und wie beim sex geht vielleicht manches beim schreiben nicht mehr so schnell, doch dies sagt nichts über die qualität aus.

unsere aufbewahrungsstätten für ältere menschen gehen auch heute noch oft davon aus, dass die interessen ihrer bewohnerInnen sich darauf beschränken, volkslieder zu singen, bastelkurse zu besuchen und stuhlgymnastik zu machen. dabei müsste den persönlichen bedürfnissen nur genug raum gegeben werden und man könnte Weiterlesen

selbstbefragung (171) – alter

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „alter“.

  • wie alt möchten sie werden? warum?
  • wie sieht ihr ideales leben im alter aus?
  • wovor haben sie angst, wenn sie ans älter-werden denken?
  • worauf freuen sie sich, wenn sie ans älter-werden denken?
  • haben sie schon einmal einen menschen gepflegt? warum?
  • wie möchten sie sterben?
  • was möchten sie alles machen, wenn sie in rente sind?
  • welcher alte mensch ist für sie ein vorbild?
  • haben sie eine patientenverfügung erstellt? warum?
  • ab wann ist man in ihren augen alt? warum?

die letzten 150 selbstbefragungen sind als links hier gebündelt: https://schreibschrift.wordpress.com/2012/01/05/1500-fragen-zur-selbstbefragung-aus-diesem-blog/

schreibidee (141)

wie gerade im letzten post schon angerissen, ist das altern ein natürlicher prozess, der den menschen jedoch auf sich selbst zurückwirft. es ist ein prozess, der zwar mit ein paar tricks hinausgezögert werden aber nicht verhindert werden kann. dies kann zu verzweiflung führen aber auch in gelassenheit unter dem label „erfolgreich altern“ verarbeitet werden. jeder mensch beschäftigt sich mit diesem prozess, weswegen dieses mal die schreibanregung zu „geschichten des alterns“ gegeben wird.

der begriff „altern“ wird meist im zusammenhang mit dem mittleren bis hohen alter verwendet, doch das ist irreführend. auch ein säugling altert beständig. darum werden als einstieg, die teilnehmerInnen der schreibgruppe dazu aufgefordert, prozesse des alterns kurz (ca. eine viertel seite) zu umschreiben. dazu kann das erste gesprochene wort, der besuch in der kita, die pubertät, das gefühl nicht mehr alles so leicht zu schaffen wie als junger mensch oder auch das rentnerdasein zählen. von allen sind jeweils fünf kurzbeschreibungen zu erstellen. diese werden in der schreibgruppe vorgestellt.

anschließend greift man sich einen prozess der gesamten palette heraus und erstellt dazu ein cluster, um anschließend eine „geschichte des alterns“ zu schreiben. die geschichten werden in der gruppe vorgelesen und sind der einstieg zum zweiten teil der schreibanregung. dabei geht es nun wirklich um das hohe alter. alle teilnehmerInnen sollten sich notieren, wie sie sich ihr hohes alter im idealfall und im schlimmsten fall vorstellen. für jede kurze beschreibung steht eine seite zur verfügung.

im anschluss sind diese betrachtungen in eine geschichte des eigenen alterns zu packen. diese geschichte kann einen kleinen aspekt des alltags betreffen oder eine kleine begebenheit. es sollte sich auf alle fälle um eine geschichte im hohen alter handeln und protagonistInnen sind die teilnehmerInnen der schreibgruppe selbst. die geschichten werden sich gegenseitig vorgelesen.