Schlagwort-Archive: anerkennung

biografisches schreiben und kunst

ein weites feld: es geht um ästhetik, um geschmack oder um eigene künstlerische ambitionen. das erstaunliche in unserer gesellschaft ist, dass wir die kunst zwar schlecht behandeln (miese bezahlung und finanzierung, minimale verankerung in der (aus)bildung, skurriler geniekult), gleichzeitig aber nicht von ihr lassen können. zwischenzeitlich scheint es (und wird es auch so vermittelt), wie wenn kunst und kultur ein luxusproblem wären. dabei zeigt sich, dass selbst unter widrigen lebensumständen immer wieder kunst geschaffen wurde.

kunst vermittelt zwischen erworbenen fähigkeiten, gesellschaftlichen vorstellungen und persönlichem ausdruck. kunst kann kritisieren, untermalen, konservieren oder auch nur anarchisch durch das leben mäandern. beim verfassen der eigenen lebensgeschichte, sollte auf keinen fall der bezug zur kunst, zum künstlerischen fehlen. immer noch begegnen viele menschen dem begriff „kunst“ mit ehrfurcht und sehen sich selbst weit entfernt von kreativität. betrachtet man aber den alltag, dann zeigt sich, dass sowohl kunst konsumiert als auch geschaffen wird.

es heisst nicht ohne grund gartenkunst, kochkunst, kleinkunst, baukunst und vieles mehr. die wertigkeit ist oft eine gesellschaftlich übernommene. die gern getroffene aussage bei moderner kunst „das könnte ich auch!“, sollte eigentlich als einladung verstanden werden, es wirklich zu probieren. eine abkehr von der abwertung des selbstgeschaffenen (und sei es auch „nur“ ein eigenes strickmuster oder kinderbild) würde die kunst an sich glaubhafter und lebhafter erscheinen lassen. schauen sie doch mal beim biografischen schreiben, was sie alles selbst geschaffen haben. schauen sie, wie sie es bewerten, wie sehr sie es mit anderen „schöpfungen“ vergleichen. nicht alles muss gleich die konkurrenz mit auktionsrekord-kunst bestehen.

betrachten sie eher den aspekt, wie es sich anfühlte, als sie etwas schafften, schöpften, entwarfen oder erfanden. was wollte man mit dem gemachten ausdrücken? warum wollte man etwas ausdrücken? wie hat die umwelt das wahrgenommen? und wie wichtig ist es einem, anerkennung Weiterlesen

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web 2.87 – det missionerande kopimistsamfundet

das in der ersten zeile ist schwedisch. denn schwedInnen haben eine kirche der „kopiererInnen“ gegründet. dies scheint der nächste schritt in der auseinandersetzung um das urheberrecht und des „copy & paste“ zu sein. die kirche ist inzwischen in schweden offiziell anerkannt. ob es sich dabei nur um eine strategie handelt oder darüber hinausgeht, muss man wahrscheinlich abwarten.

die kirchenvertreterInnen sind der meinung, dass die kopie ein ganz natürlicher prozess ist. in der natur werde ständig kopiert. ob bei der zellteilung, der reperaturmechanismen im körper und natürlich der vermehrung der dna. so sind wir alle eine kopie unserer eltern. neben der neukombination stellt wirklich jedes leben eine kopie dar. nur mutationen verändern das genom grundlegend.

natürlich gehen die kopimistInnen noch einen schritt weiter. sie sagen, dass sie das prinzip der kopie in ihrem ganzen leben vertreten, also auch bei kulturellen gütern. sollten sie angeklagt werden, würden sie sich auf das recht der freien glaubensausübung beziehen. inzwischen gibt es gruppen und kirchenvertreterInnen in vielen verschiedenen ländern. weitere infos bietet wikipedia unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Det_Missionerande_Kopimistsamfundet . auf dieser seite befindet sich auch der link zur schwedischen originalseite der kopimisten.

wissenschaftliches schreiben und fremde

es gehört heute zu einer wissenschaftlichen karriere, dass man möglichst schon während des studiums einen auslandsaufenthalt absolviert. das kann interessant und spannend sein, doch wer glaubt, der aufenthalt würde angemessen finanziell gefördert, der sieht sich getäuscht. es gibt zuschüsse, doch die bewegen sich in einer größenordnung, dass sich eigentlich nur menschen mit einem guten finanziellen hintergrund diesen schritt leisten können.

so ein aufenthalt zeigt zudem, dass es von land zu land sehr verschieden ist, welche sprachen in wissenschaft und forschung überhaupt gesprochen werden. in vielen ländern wird es schwierig, sich auf die kenntnisse des englischen zu verlassen (gut, in deutschland ist das nicht anders). das hat aber zur folge, dass auch wissenschaftliche arbeiten (hausarbeiten) nicht unbedingt in englisch abgegeben werden können.

soll aber in der landessprache geschrieben werden, dann kann in allen ländern, die nicht auf dem lateinischen basieren, die auswahl der fachbegriffe eine schwieriges unterfangen werden. denn in diesen momenten können die termini, die bei uns verwendet werden, ein sprachliches eigenleben erhalten haben und nicht übertragbar sein. in den naturwissenschaften mag dies noch recht übersichtlich sein, aber in den sozial- und geisteswissenschaften können sich hier schwierigkeiten ergeben.

darum empfiehlt es sich, vor einem studienaufenthalt in einem anderen land, sich an der eigenen hochschule kundig zu machen, welche wörterbücher oder sprachkurse im vorfeld ganz hilfreich sein können. meist bestehen schon kontakt oder fachliche kenntnisse über die studiensituation in dem favorisierten land. doch insgesamt ist nicht immer mit unterstützung Weiterlesen

biografisches schreiben und liebe (2)

vor beinahe drei jahren habe ich schon einmal über das biografische schreiben und die liebe geschrieben. dabei lag der schwerpunkt auf der außensicht, also, an wen richtete sich meine liebe und wie wirkte dies auf mich. dieses mal möchte ich den blick noch stärker nach innen richten. es gibt die aussage „nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben“. ein hoher anspruch, doch wie immer bei verallgemeinernden aussagen zu gefühlswelten, steckt ein körnchen wahrheit drin.

vielen menschen ist es unangenehm oder unmöglich, sich selbst gegenüber positive gefühle zu haben. man ist eher bereit kritiken und negative ereignisse ernst zu nehmen, als die positiven rückmeldungen, die einem von anderen gegeben werden. es fällt leichter anderen positive gefühle entgegen zu bringen, als sich selber. zu oft wird nach fehlern bei einem selber gesucht, als nach stärken oder positiven eigenschaften.

sicherlich gibt es die selbstüberschätzung, die sich in größenwahnsinnigen haltungen äußert. da treten menschen mit der haltung nach außen, sie wären so außergewöhnlich, dass ihnen niemand das wasser reichen kann. dies stösst der umwelt unangenehm auf. und kaum lernt man diese menschen kennen, stellt sich heraus, dass sie meist ganz „normale“ lebensgeschichten hinter sich haben, dass sie in der selbsteinschätzung übertreiben.

doch es gibt haltungen abseits der extreme, die dem menschen einfach nur gut tun können. zu viele glauben, sie wären gleich größenwahnsinnig, wenn sie nur mal formulieren, dass sie sich selbst mögen, dass sie gut finden, was sie getan haben, dass sie ein gefallen an dem umgang mit sich selber haben. auch hier muss ich natürlich mit den verallgemeinerungen vorsichtig sein, Weiterlesen

selbstbefragung (50) – streben

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „streben„.

  • was möchten sie in ihrem leben noch unbedingt erreichen?
  • warum haben sie es bis jetzt nicht erreicht? was fehlt ihnen?
  • wie anstrengend empfinden sie es, nach etwas zu streben? beschreiben sie.
  • um was bemühen sie sich zur zeit sehr?
  • wie sehen sie ihr leben in 10 jahren? was wird sich verändert haben? was haben sie erreicht?
  • sind sie zufrieden, was sie bis jetzt erreicht haben? begründen sie.
  • haben sie ein vorbild für ihr streben? wenn ja, wen und warum? wenn nein, warum nicht?
  • möchten sie erfolgreich sein? begründen sie.
  • was bedeutet ruhm für sie?
  • nach was haben sie bis heute umsonst gestrebt?

kreatives schreiben und anerkennung

 

bei der reflexion des eigenen schreibens kann wahrscheinlich niemand leugnen, dass es schön ist, wenn man von anderen menschen die rückmeldung bekommt, dass ihnen der text gefällt. alle menschen möchten anerkennung für das, was sie geschaffen haben. es ist widersprüchlich, wenn menschen äußern, es sei ihnen gleichgültig, was andere über ihre werke denken. schon die aussage antizipiert die anderen. ich kann versuchen, mich allen formen der anerkennung zu verweigern. doch auch empörung und kritik können eine form von anerkennung bedeuten.

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