Schlagwort-Archive: anthologie

schnickschnack (93) – anthology-of-art.net

bei der durchsicht diverser unterlagen und beim surfen können einem dinge begegnen, die zwar alt, aber nicht abgenutzt sind. nein, sie können auch 10 jahre später noch interessant und spannend sein. da stellte jemand eine frage und ließ diverse künstlerInnen darauf antworten. hier wurde jochen gerz schon mit seinem projekt 2-3-straßen vorgestellt (https://schreibschrift.wordpress.com/2011/04/22/web-2-56-2-3-strasen/).

schon etliches älter, anfang dieses jahrtausends durchgeführt, ist sein projekt „anthology of art„, das aber weiterhin im internet besucht werden kann. künstlerInnen wurde die frage gestellt: „In the context of contemporary art, what is your vision of a yet unknown art?“ oder übersetzt: „was könnte angesichts der kunst heute noch eine unbekannte kunst sein?“ und sie haben geantwortet, die kunstschaffenden verschiedener ausrichtung. so entstand eine homepage mit 156 bildern und 156 texten. ein archiv, das auch zehn jahre später nichts verloren hat und zum glück noch nicht gelöscht wurde.

die „anthology of art“ kann ein künstlerisches gedächtnis werden. in der zeit des digitalen löschens von altem im netz ist dies ein erfreuliches angebot. denn das erstaunliche ist, dass man private daten ganz schwer wieder aus dem netz bekommt, andere interessante dinge gern schnell wieder verschwinden. und so sollte man, so lang es die anthologie noch gibt, unter http://www.anthology-of-art.net vorbeischauen. vielleicht findet man für sich ein paar antworten zur zukünftigen kunst und vielleicht haben sich manche der antworten auch schon erübrigt.

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„nachtstücke – ein lesebuch“ – ein buchtipp

dies ist kein neues buch, es ist kein aktuelles buch, aber es ist ein buch, das all die gedanken über nacht und dunkelheit versammelt, die der mensch schreibend zu papier bringen kann. die herausgeber hans ulrich hirschfelder und gert nieke haben sich daran gemacht, texte über die lichtlose zeit zwischen sonnenuntergang und -aufgang zusammenzustellen.

heraus gekommen ist das buch „nachtstücke – ein lesebuch„, das eine mixtur aus kurzgeschichte, kurz-kurz-geschichten und gedichten ist. vom dunklen, das angst macht, bis zu geschichten der nachtschwärmer und der liebenden, findet sich alles in dem buch. es ist eine wunderbare anregung über die nacht, über das leben in der nacht zu schreiben, eben auch über die dunklen seiten des lebens.

interessant wäre es auch noch gewesen, zu erfahren, ob die texte in der nacht oder am tag entstanden sind. versammelt in dem buch sind jedenfalls größere (arno schmidt, ingeborg bachmann, peter glaser…) und kleinere namen. auch das macht das buch so angenehm. es geht nicht um die nacht in der weltliteratur, in der deutschen literatur. es geht um den schriftlichen ausdruck über die nacht, und der findet sich in vielen verschiedenen texten. unterbrochen wird die textsammlung durch illustrationen von quint buchholz, die die nacht sichtbar einfangen. ein buch, das einen in nächtliche stimmungen bringen kann.

das buch ist schon 1988 bei suhrkamp in frankfurt am main als taschenbuch erschienen, vielleicht lässt es sich noch antiquarisch erstehen. ISBN 3-518-37987-9

kreatives schreiben und textsammlung

wer sich regelmäßig dem kreativen schreiben hingibt, erhält in kurzer zeit eine gehörige sammlung von selbstgeschriebenen texten, die immer unübersichtlicher wird. viele lassen sich dazu verführen, im laufe der zeit eine ganze menge kreative produkte wegzuschmeissen. das ist schade, da die archivierung der eigenen ideen manchen vorteil hat.

so kann man bei ideenlosen momenten auf älteres zurückgreifen, dass inhaltlich weitergeführt werden kann. oder es entstehen im laufe der zeit kleine anthologien aus texten, die sich thematisch zusammenfassen lassen. auch der vergleich mit älteren texten kann einem die eigene entwicklung aufzeigen und fortschritte sichtbar oder besser lesbar machen. vielleicht freut sich auch die nähere umgebung über kleine zusammenfassungen aus der eigenen produktion. alles möglichkeiten wozu ältere texte dienen können.

mit dem computer wurde den menschen etwas an die hand gegeben, das es erleichtert, die eigenen texte zu archivieren. hier bietet es sich an, entweder eine datenbank anzulegen oder aktenordner der geschriebenen werke. eine datenbank hat den vorteil, dass die texte unter verschiedenen kriterien gesammelt werden können. viele datenbanken bieten sowohl eine begriffsuche im originaltext an, als auch die möglichkeit jedem text eigene tags zuzuordnen, also kategorien zu erstellen unter denen die texte gebündelt werden. das erleichtert das zusammenstellen verschiedener produkte oder im archiv zu suchen.

denn aktenordner oder karteikarten nehmen im laufe der zeit viel platz weg, der ab einem gewissen punkt nicht mehr zur verfügung steht. es mag menschen geben, die extra räume anmieten, um ihre unterlagen zu lagern, aber auch die suche gestaltet sich in solchen archiven oft sehr zeitaufwendig. warum nicht den computer dort einsetzen, wo er wirklich eine erleichterung verschafft. einziges manko der virtuellen textsammlung besteht darin, dass sie unzugänglich wird, wenn der strom ausfallen sollte. hier kann es hilfreich sein, sollte ein riesiges archiv existieren, ein notstromaggregat in der hinterhand zu haben 😆