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liste (125) – klischee

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „klischee“.

klischees, denen ich gern unterliege:

die schlimmsten klischees, die ich kenne:

die schönsten klischees, die ich kenne:

was ich am liebsten gegen klischees mache:

menschen, die mit vorurteilen nur so um sich schleudern:

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wortklauberei (55)

„verschwulung des bezirks“

wäre diese beschreibung aus dem munde eines rechten, eines sehr rechten politikers gekommen, wäre die empörung in liberalen und linken kreisen der stadt berlin groß gewesen. es wäre von homophobie, von diskriminierung und beleidigung von minderheiten gesprochen worden. ja, man wäre sich einig gewesen, dass es gute gründe dafür gibt, dass bestimmte kieze der stadt ein rückzugsgebiet für minderheiten darstellen.

doch der ausdruck stammt aus der queeren, transgender und „linken“ welt selber. es wird der kampf gefochten gegen gentrifizierung und diskriminisierung innerhalb von szenen. selbst wenn man diese anliegen und kritiken teilt, wenn man sich selbst eher der linken theorie anhängig fühlt, selbst dann bleibt ein starkes kopfschütteln ob der wortwahl. was soll das? provozieren? es provoziert insoweit, dass es einer sexuellen orientierung unterstellt, dass sie ganze bezirke verändern könnte. oder anders formuliert: das könnte doch das paradies auf erden sein, ein ganzer bezirk schwul. kein erklären mehr, kein verteidigen, keine pöbeleien, keine übergriffe. gut, es wäre gleichzeitig ein gettho, aber es wäre ein ausdruck der ansonsten erlebten anstrengungen, für jeden homosexuellen eine kuschelige parallelwelt. doch davon ist man weit entfernt.

und sprachlich intendiert diese beschreibung noch ganz anderes. es klingt, wie wenn ein bezirk infiziert worden wäre mit einem lästigen übel. so,wie manche menschen über die islamisierung der gesellschaft, die verrohung der sitten oder die vermenschlichung der tiere diskutieren. hier wird unterstellt, es gäbe eine kraft von außen, es gäbe akteure, die einen bezirk schwul machen wollten. und hier wird der begriff schwul wieder in seiner negativen konnotation verwendet. wie wenn man nicht lang genug um die bedeutung der beschimpfung in ihr gegenteil zu verkehren gekämpft hätte. hier wird definitiv wieder eine minderheit vorgeführt, die immer gern vorgeführt wird.

das entlarvende daran ist, dass dieser ausdruck von einrichtungen geprägt wurde, die antidiskriminierend arbeiten. und die wortmacht wird in einem diskurs verwendet, der sowieso fern der realen handlungsgründe von einzelnen subjekten stattfindet, auf einer unrealistischen metaebene. das skurrile daran ist, dass dieser diskurs eigentlich genau das abbildet, was der konkurrenzhafte kapitalismus schon immer produzierte, konkurrenz zwischen den „besseren“ und „schlechteren“ minderheiten und diskriminierten. hier versteigen sich menschen in unmenschliche kritik. man denke bei der wortwahl einfach darüber nach.

schnickschnack (74)

wochenende, die erste. das kommende wochenende bietet in berlin den beginn der alljährlichen pride-week mit dem lesbischschwulen strassenfest. eigentlich einmal als antidiskriminierungsprojekt gestartet, hat sich die veranstaltung über die jahre zu einem typischen berliner strassenfest entwickelt.

aber ein paar abweichungen sind dennoch weiterhin bemerkbar. so stellen sich zwischen diversen getränke- und essensständen die meisten einrichtungen des lesbisch-schwulen lebens berlins mit infoständen vor. und es versammeln sich an zwei tagen, also am 20ten und 21ten juni neben dem nollendorfplatz hunderttausende schwule und lesben ebenso wie menschen, die keine berührungsängste mit homosexuellen menschen haben.

das war eigentlich einmal das ziel des strassenfestes, die community mit den anwohnern in kontakt zu bringen. in vielen zusammenhängen hat dies erstaunlich gut funktioniert. also ein grund diese veranstaltung weiter durchzuführen. einmal im jahr in irgendeiner weise sich selbst zu feiern und zu zeigen. mehr infos finden sich hier: http://www.regenbogenfonds.de/index_d.php .

lycos und hotbot haben kein problem mehr mit dem wort „schwul“

vor einiger zeit wurde hier darauf hingewiesen, dass die suchmaschinen „lycos“ und „hotbot„, die zu bertelsmann gehören, anscheinend einen filter bei dem wort „schwul“ vorgeschaltet haben. war die suche nach diesem begriff, ebenso wie nach „lesbisch“ erfolglos gewesen und ergab keinen treffer.

dieses problem existiert nicht mehr. woran es lag, darüber kann nur spekuliert werden. oder anders geschrieben, wer auf die idee kommt solche filter in suchfunktionen einzubetten. jetzt ist es zumindest unproblematisch weitere informationen zu verschiedenen sexuellen orientierungen zu finden. eine sinnvolle entwicklung in einer gesellschaft mit antidiskriminierungsgesetzen.