Schlagwort-Archive: archiv

web 2.70 – longform.org

ja, es gibt sie, die langen texte im netz, die man nicht unbedingt am computer, im browser lesen will. und im englischsprachigen raum gibt es auch die webseite, die sie sammelt, sortiert und verlinkt – longform.org. dabei werden artikel aus angesagten zeitungen und zeitschriften veröffentlicht, jeden tag zwei oder drei. man kann sie sich aufbereiten lassen zu, um sie am iphone (obwohl mir dann nicht einleuchtet, weshalb man sie nicht lieber im browser etwas größer liest) am ipad oder mit kindle zu lesen.

die artikel kommen teilweise zeitversetzt auf die homepage und doch lohnt sich ein blick in die archive. denn es handelt sich nicht um den üblichen nachrichtenartikel, der hier zur verfügung gestellt wird. es sind eher essays, reportagen oder eben lange berichte. das archiv geht zurück bis in die 1960er jahre und bietet auch aus dieser zeit interessantes. man kann sich ebenso einen langen artikel im vollen textformat pro woche zusenden lassen.

wer also interesse an lesestoff aus den angesagten, vor allen dingen, amerikanischen zeitungen und zeitschriften hat, der möge sich einmal auf der seite http://longform.org/ umsehen, die archive durchstöbern (es gibt viele verschiedene suchkriterien) und in ruhe das für ihn interessante lesen. es lebe der lange text 😉

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schnickschnack (93) – anthology-of-art.net

bei der durchsicht diverser unterlagen und beim surfen können einem dinge begegnen, die zwar alt, aber nicht abgenutzt sind. nein, sie können auch 10 jahre später noch interessant und spannend sein. da stellte jemand eine frage und ließ diverse künstlerInnen darauf antworten. hier wurde jochen gerz schon mit seinem projekt 2-3-straßen vorgestellt (https://schreibschrift.wordpress.com/2011/04/22/web-2-56-2-3-strasen/).

schon etliches älter, anfang dieses jahrtausends durchgeführt, ist sein projekt „anthology of art„, das aber weiterhin im internet besucht werden kann. künstlerInnen wurde die frage gestellt: „In the context of contemporary art, what is your vision of a yet unknown art?“ oder übersetzt: „was könnte angesichts der kunst heute noch eine unbekannte kunst sein?“ und sie haben geantwortet, die kunstschaffenden verschiedener ausrichtung. so entstand eine homepage mit 156 bildern und 156 texten. ein archiv, das auch zehn jahre später nichts verloren hat und zum glück noch nicht gelöscht wurde.

die „anthology of art“ kann ein künstlerisches gedächtnis werden. in der zeit des digitalen löschens von altem im netz ist dies ein erfreuliches angebot. denn das erstaunliche ist, dass man private daten ganz schwer wieder aus dem netz bekommt, andere interessante dinge gern schnell wieder verschwinden. und so sollte man, so lang es die anthologie noch gibt, unter http://www.anthology-of-art.net vorbeischauen. vielleicht findet man für sich ein paar antworten zur zukünftigen kunst und vielleicht haben sich manche der antworten auch schon erübrigt.

biografisches schreiben und suche

das ganze biografische schreiben ist eine einzige suche. man begibt sich auf die suche nach der eigenen vergangenheit. man möchte es noch einmal wissen, was war, wie es war und warum es so war? dabei versucht man die steine der vergangheit überhaupt zu finden, dann umzudrehen und sich überraschen zu lassen. das ist teilweise sehr unterhaltsam, wenn man sich an dinge erinnert, dinge wieder findet, die man lang vergessen hatte. oder es ist anstrengend, wenn in der eigenen vorstellung die suche nicht sehr effektiv verläuft oder man sich an weniger schönes erinnert.

die suche nach vergangenem, vergessenem kann man ein wenig forcieren. die einfachste möglichkeit ist es natürlich, wenn man so etwas, wie tagebücher geschrieben hat. sich alte tagebücher vorzunehmen und sie noch einmal zu lesen, versetzt einen meistens recht schnell wieder in die gefühls- und erlebniswelten von damals. hier wird man mit großer wahrscheinlichkeit schnell finden, was man suchte.

eine weitere möglichkeit ist es, sich mit menschen aus der vergangenheit zu unterhalten, sie zu befragen. auch wenn diese sich vielleicht nicht mehr an alles erinnern, so können sie einem doch oft bei der suche weiterhelfen. manchmal genügt es auch, sich mit menschen zu unterhalten, die ähnliches erlebt haben. das kann eigene erinnerungen wecken.

oder man schaut in die archive von zeitungen, in bibliotheken oder in filmarchive, um wieder ein bild von der vergangenheit zu bekommen. da erinnert man sich dann plötzlich an ereignisse, die man einmal sehr wichtig fand, die sich aber nicht in den gedanken festsetzten. es hilft als brücke zu den eigenen, ganz persönlichen ergebnissen. vorteil ist dabei, dass unser langzeitgedächtnis meist länger gut funktioniert als das kurzzeitgedächtnis.

oder man nutzt diverse assoziationstechniken, Weiterlesen

web 2.57 – litblogs.net

lesen, einfach lesen im netz. das internet ist ein medium, das die veröffentlichung von literatur allen schreibenden leicht macht. erstaunlicherweise wird es aber von wenigen schreibenden genutzt. wie hier schon einmal erwähnt, liegt dies sicherlich auch an der finanziellen verwertbarkeit des geschaffenen. und doch bietet das internet eine unbegrenzte plattform, entweder reflexionen über den eigenen schreibprozess öffentlich zu machen oder neu geschaffene werke bekannt zu machen.

eine website, die einen teil der aktuellen literarischen veröffentlichungen im netz bündelt ist „litblogs.net„. die seite ermöglicht es, literatInnen beim schaffenprozess über die schulter zu schauen, wenn man möchte. die auswahl ist reichlich, der lesestoff beinahe erschlagend. denn es wird geschrieben, es wird täglich geschrieben. ein wenig mehr übersichtlichkeit würde man sich auf der seite wünschen, doch wahrscheinlich lässt sich dies bei der menge an geschriebenem einfach nicht umsetzen.

jedenfalls ist die seite http://www.litblogs.net eine fundgrube für alle literaturinteressierten. man kann auf der seite stöbern wie in einem reichhaltigen buchladen und sich in die werke vertiefen, die einen am meisten interessieren. einziges manko: man muss es mögen, am bildschirm zu lesen. denn sich ständig die gefundenen literarischen leckerbissen auszudrucken, ist doch ein sehr aufwendiges unterfangen. da bietet es sich eher an, die bücher der hier veröffentlichenden autorInnen zu kaufen. mein tipp: lesen, einfach lesen!

ach ja, und die links zu den ganzen blogs mal durchklicken.

web 2.54 – erinnerungsstücke vom ersten weltkrieg

es wird kaum mehr zeitzeugen geben, die noch den ersten weltkrieg miterlebt haben. das ist ganz normal. doch erst jetzt hat man die möglichkeit, relativ leicht und ohne großen aufwand, digitale archive zu erstellen, vor allen dingen unter der beteiligung der gesamten bevölkerung.

und dann gibt es da familien und sippen, die erinnerungsstücke ihrer vor-vorfahren bewahren. vor allen dingen aus zeiten, die eine zäsur für das land, für die familien und für das zusammenleben bedeuteten. früher war die sammlung von erinnerungsstücken schwierig, da die aufbewahrerInnen der erinnerungsstücke schwer zu erreichen waren. vieles fand sich eher auf flohmärkten oder bei wohnungsauflösungen.

jetzt werden die neuen medien genutzt. hinweise dazu gibt es über das radio und als flyer, die an vielen orten ausliegen. unter dem label „100 jahre erster weltkrieg„, einem traurigen erinnerungsdatum, soll eine virtuelle sammlung auf der europäischen kulturhomepage aufgebaut werden. dazu kann jeder mensch, der erinnerungsstücke, wie bilder, briefe oder erinnerungen an den ersten weltkrieg sein eigen nennt, diese selber ins internet stellen.

zum beispiel einfach bilder einscannen, dann auf die website http://www.europeana1914-1918.eu gehen und den hinweisen folgen, schon beteiligt man sich an dem erinnerungsprojekt. eigentlich eine ganz gute idee, die dem vorwurf, das internet würde das gesellschaftliche gedächtnis abschaffen, entgegensteht. gleichzeitig bietet das internet viel raum für biografisches archivieren und zeitzeugen-materialien. es ist zu wünschen, dass der erste absurde weltkrieg nicht vergessen wird.

50 000 besuche auf diesem blog in anderthalb jahren

kaum wieder ins schreiben gekommen nach verdienter pause, zeigt mir das zählwerk zum einen an, dass die pause nicht unbedingt leserInnen davon abhielt, den blog zu besuchen, zum anderen, dass nach anderthalb jahren eine ganz ordentliche marke überschritten wurde.

es freut, wenn ein interesse am geschriebenen besteht. vieles notiert man ja auch für sich, wie zum beispiel die schreibideen und schreibaufgaben, da man sie selber in schreibgruppen und anderen arbeitszusammenhängen anwenden kann. ebenso die ganzen überlegungen zum kreativen schreiben, zum biografischen schreiben und zur schreibpädagogik an sich. dies bringt einen im laufe der zeit fachlich weiter.

wenn dann noch ein interessanter diskurs entsteht (der immer noch zu gering ist, den ich aber auch nicht immer aufrecht erhalten kann (die zeit, die zeit … 😮 )), freut das um so mehr. hier auch schon häufiger betont, das faszinierende am web 2.0 ist es, dass solche klitzekleinen nischen tatsächlich wahrgenommen werden. diese faszination wird sich bei mir nicht so schnell legen. anders geschrieben: „es funktioniert“. und noch einmal anders formuliert: es spricht sich auch herum. dazu muss man noch nicht einmal sehr häufig verlinkt sein, es braucht anscheinend nur ein wenig geduld.

so werde ich wohl ein tässchen mineralwasser auf diesen kleinen erfolg trinken, mich bemühen, nicht zu viele negative kommentare abzusondern (obwohl mir da schon wieder eine menge einfallen würde) und weiterhin den gesamtgesellschaftlichen blick nicht aus den augen zu verlieren. und ich danke natürlich für die aufmerksamkeit.

web 2.33 – digital diary

blogs haben teilweise eine sehr kurze halbwertszeit. mit großem enthusiasmus wird angefangen, doch wenn sich nicht genug leserInnen finden, geben bloggerInnen auch schnell wieder auf. da fällt ein blog, der inzwischen seit zehn jahren existiert, ein wenig aus der rolle.

es handelt sich dabei um den blog „digital diary – vom sinn des lebens zum buchstabenglück„. wenn man sich den blog anschaut, fällt einem auf, dass nicht täglich geschrieben werden muss, um aufmerksamkeit zu erhalten. wichtiger scheint es, und schreibt auch die betreiberin claudia klinger, zum einen das gefühl zu haben, etwas mitteilen zu wollen und durchzuhalten. sie will zumindest weiter durchhalten, auch wenn das twittern inzwischen angesagter ist.

twittern kann sicherlich die tagebuchform des blogs ersetzen, auch die aktuellen nachrichtenblogs, aber nicht unbedingt die spezialisierten blogs auf bestimmte themenbereiche. hier geht es immer noch um die verlinkung und den diskurs. und doch kann wahrscheinlich kein blogger, keine bloggerin sagen, wie lang weiter gebloggt wird. bei allen besteht die möglichkeit, dass die lust, etwas mitzuteilen, versiegt und der blog eingestellt wird. manche lassen anschließend ihren blog im netz und stellen die infos weiter zur verfügung, andere löschen ihn vollständig. na ja, und claudia klinger macht weiter.

besonders schön ist die tatsache, dass alle blogeinträge der letzten zehn jahre in einer übersicht betrachtet und ausgewählt werden können. dies ermöglicht es, die entwicklung einer bloggerin nachzuvollziehen. eine art biografisches angebot, natürlich nur in bezug auf den blog. aber wahrscheinlich sehen die zukünftigen gesellschaftlichen archive genau so aus. zu finden ist der blog unter: http://www.claudia-klinger.de/digidiary/ .

web 2.28 – zeitzeugenberichte von zwangsarbeiterInnen

deutschland tut sich sehr schwer mit der aufarbeitung seiner vergangenheit. dazu gehörte auch die unsägliche debatte über die entschädigung von zwangsarbeiterInnen. diese diskussion schien nur möglich, da vielen nicht bewusst war, wie mit zwangsarbeiterInnen im dritten reich umgegangen wurde. gut, es gibt auch immer noch menschen, die das verhalten der deutschen angemessen fand, doch darüber brauch man nicht diskutieren.

über 60 jahre später werden endlich berichte von zwangsarbeiterInnen ins netz gestellt. sie sind von arbeitsbereichen der freien universität digitalisiert und erstellt worden, in zusammenarbeit mit dem deutschen historischen museum. so können mehrere hundert berichte betrachtet oder gehört werden. zu finden ist die seite unter: http://www.zwangsarbeit-archiv.de/ .

ärgerlich dabei ist, dass schon in den nutzungsbedingungen der homepage steht, dass die berichte vor allen dingen menschen mit einem forschungs- oder pädagogischen interesse vorbehalten sind. man muss sich vorher einloggen, um die zeitzeugenberichte vollständig zu sehen. das ist nicht nachzuvollziehen. sollte man sich doch heute wünschen, dass die chancen den internet ergriffen werden, um solche zeugnisse der vergangenheit allen zugänglich zu machen. je länger die grausamkeiten vorüber sind, um so dringlicher scheint es, ewiggestrigen etwas entgegenzusetzen. weshalb man in solchen momenten künstliche hürden des zugangs errichtet, ist nicht zu verstehen. welche unrechtmäßigkeit sollte jemand damit begehen? das internet bietet nun einmal die einmalige chance, archive alle zugänglich zu machen. dagegen gibt es eine andere webseite mit zeitzeugenberichten von jungen menschen gemacht, die allen zugänglich ist. siehe älteres post: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/06/14/zeitzeugengeschichte-homepage-und-lebensgeschichten/ .

schnickschnack (51)

heute schnickschnackt es nur noch so. doch gerade lief mir ein ganz interessanter link über den weg. es betrifft weniger das schreiben, denn die gesellschaftlichen hintergründe und sozialen netzwerke. vor ein paar jahren wurde von der humboldt-universität und der viadrina in frankfurt an der oder eine governance-school gegründet.

der schwerpunkt dieser einrichtung liegt bei den themengebieten, ehrenamt, bürgerschaftliches engagement, zivilgesellschaft, ngo´s und gesellschaftstheorien. im rahmen der gründung, wurde auch eine präsenzbibliothek zu diesen themenschwerpunkten in berlin geschaffen. der katalog der bibliothek kann online eingesehen werden. ansonsten handelt es sich um eine bibliothek, in der der bestand frei zugänglich ist.

wer sich also zu erwähnten themen kundig machen will, findet eine recht einmalige zusammenstellung entsprechender literatur. da es in der gesellschaft anscheinend immer wichtiger wird, die versorgung und organisation selbst zu übernehmen, abseits der üblichen handlungsfelder politik und verwaltung, können die informationen der bibliothek zum beispiel ganz hilfreich sein beim aufbau eigener projekte oder bei der unterstützung von ngo´s („nichtregierungsorganisationen“).

zu finden ist der katalog der humboldt-viadrina-governance-school-bibliothek (was für ein wort) unter: http://vzlbs2.gbv.de./DB=52/ .

das archiv „europeana“ befindet sich in der beta-phase

wie hier schon erwähnt, sollte im november das archiv der europäischen union an den start gehe, das die digitalisierten archive vieler eu-staaten bündelt und einen riesigen wissenspool darstellt. und kaum startete es, ging die hardware auch schon vor dem ansturm interessierter in die knie. also wurde wieder alles geschlossen und es hieß, dass „europeana“ im dezember neu starten und dann überholt sein sollte.

inzwischen ist wohl im hintergrund manches überholt worden, doch bis jetzt liegt das große wissenprojekt erst in einer beta-version vor. „beta“ bedeutet hier anscheinend, wie auf der startseite mitgeteilt wird, ist das interesse zu groß, kann es passieren, dass die anfragen nicht ausgeführt werden. als schlangestehen als grundkonzept. und wenn der laden wegen überfüllung geschlossen wird, muss man vor der tür bleiben.

man kann nur hoffen, dass diese schwierigkeiten bald beseitigt sind. zu vermuten ist, dass von anfang an der etat für solch ein interessantes und komplexes archiv zu gering war. weshalb dann auch die kapazitäten nicht ausreichend vorhanden sind. kann doch auch für computerabläufe und internetvorgänge (im Forschungszentrum CERN wurde dies angewandt) zusätzliche speicher- und verarbeitungskapazität gemietet werden. doch in der eu ist da wenig bereitschaft, wissen für alle zu finanzieren.

wer schon einmal einen blick auf die zukünftigen möglichkeiten werfen möchte und vielleicht schon ein wenig recherchieren will, der kann dies unter http://www.europeana.eu tun. nur für wichtige projekte empfiehlt sich dies bis jetzt nicht wirklich, da es einem jederzeit passieren kann, dass man vor der geschlossenen tür steht.

web 2.0 und europa

groß angekündigt wurde sie, die neue kulturdatenbank der eu. sie sollte kunstschätze, literatur, biobliotheken, fotografien, zeitdokumente, archive und vieles mehr aus den eu-ländern bündeln und im laufe der zeit ein riesiges archiv der europäischen kultur werden. letzte woche war es dann soweit, die datenbank ging und online. und verschwand auch gleich wieder. der server war überlastet und schaffte die anfragen nicht (anscheinend 10 millionen in einer stunde).

nun, da hat jemand mal wieder die bürger unterschätzt. aber eigentlich hätte das klar sein müssen, wenn man sich anschaut, was an kulturellem inzwischen alles im netz präsentiert wird, wieviele blogs sich mit kulturellen themen beschäftigen und wie groß der kunstausstellungstourismus in europa ist. dazu kommen dann noch journalisten und neugierige ebenso wie menschen, die recherchieren wollen. nun, der andrang brachte das ding zum abstürzen.

jetzt bekommt man, wenn man http://www.europeana.eu aufruft den hinweis, dass sich die veröffentlichung der datenbank in den dezember verzögert und daran gearbeitet wird, ein stabileres system aufzubauen. wie machen das nur andere? wir schaffen zwar einen teilchenbeschleuniger, der den urknall mit hilfe eines rechnerverbundes über die ganze welt verstreut simulieren soll. aber wir schaffen es nicht eine kulturdatenbank angemessen auf die beine zu stellen. wenn man sich anschaut, wie wenig geld für diese datenbank zur verfügung gestellt wird, wird einem die geringe wertschätzung der kultur in politischen kreisen wieder bewusst.

und die europagegner ruft dieser absturz sofort auf den plan, da sie das dilemma auf diversen kommentarseiten an der eu-bürokratie festmachen. wie wäre es damit, wenn man schon nationalistisch denkt, sich an die eigene nase zu fassen. deutschland steuert bis jetzt extrem wenig zu dieser datenbank bei und schafft es bis heute auch nicht, bundesweit eine übergreifende bibliothekendatenbank auf die beine zu stellen. peinlich, peinlich, vielleicht hilft ein bisschen weniger geschrei und viel mehr geld. dann kann auch wissen von allen genutzt werden und das große interesse gefeiert werden ❗

warum es hier so „viele“ posts gibt

des öfteren wurde mir geschrieben oder gesagt, das sei einfach zu viel, was ich hier veröffentliche, das könne man gar nicht alles lesen. zu beginn des bloggens hatte ich mir ein limit gesetzt, um im rahmen meines studienabschlusses möglichst genug erfahrungen zu sammeln und ein fazit zum bloggen ziehen zu können. das ist nun seit einiger zeit erledigt und ich wollte die zahl der posts reduzieren. ein wenig ist dies geglückt.

doch gleichzeitig machte ich die erfahrung, dass, einmal angefangen sich in bestimmte thematiken zu vertiefen, einem ständig neue, interessante informationen über den weg laufen. sie reizen mich, sie öffentlich zu machen. eigentlich gibt es noch viel mehr. erst versuchte ich sie zu notieren und zu einem späteren zeitpunkt zu veröffentlichen. doch es bildete sich eine halde, die abzutragen, dann auch keinen sinn mehr macht.

inzwischen vertraue ich auf das selektive lesen. soll heißen, nicht jeder mensch findet alles gleich interessant, so kann man etliches auch auslassen. außerdem bietet das taggen und mit kategorien versehen wie auch die suchfunktion eine umfassende möglichkeit der auswahl. und es zeigt sich, dass dies zum beispiel über die suchmaschinen wahrgenommen wird. da der blog dort ganz gut platziert ist, geschieht es immer wieder, dass ältere posts wieder hervorgeholt und gelesen werden. meiner ansicht nach ist dies eine der großen chancen des web 2.0. es kann erst einmal etwas in der versenkung der unübersichtlichkeit verschwinden, aber spezifische interessen sorgen für eine beständige neuauflage. oder anders geschrieben, nichts geht verloren.

ab und zu lassen sich dann die posts unter bestimmten aspekten noch einmal in gesonderten posts zusammenfassen und im laufe der zeit vielleicht auch einmal in eine pdf-datei. ich finde es schmeichelnd, dass menschen ein großes interesse an möglichst vielem in diesem blog haben, hoffe aber, dass das übersehen bestimmter posts nicht zu unangenehm ist. und ich werde mich bemühen, ab und zu etwas weniger zu schreiben. doch das internet ist so schnelllebig, dass schwer zu sagen ist, wann welcher tipp noch weiter verfolgt werden kann. also nichts für ungut und danke für die konstruktive kritik ❗

web 2.23 – „LIFE“-fotografie

so umstritten google ist, manchmal gibt es kooperationen, die einfach toll sind. so hat die „time-verlagsgruppe„, die archive der ehemaligen zeitschrift „life“ geöffnet und die vorhandenen fotografien zur verfügung gestellt.

„life“ wurde vor allen dingen bekannt für seinen reportage-fotografie und band viele berühmte fotografInnen seit anfang des letzten jahrhunderts an sich. jetzt steht all dies mit einer gesonderten suchfunktion zur verfügung.

an viele bilder mag man sich erinnern, da sie in anderen zusammenhängen auch in deutschland abgedruckt wurden und im gedächtnis hängen blieben. dazu kommt aber auch eine großzahl bis jetzt unveröffentlichter fotos. doch gerade im zusammenhang mit biografischem schreiben kann dieses archiv manche erinnerungen wachrufen. ansonsten lässt sich in hervorragender fotografie schwelgen. ein angebot, das einfach spaß macht und zeitgeschichte abbildet.

zu finden ist dies alles unter: http://images.google.com/hosted/life . achtung! die suchbegriffe müssen in englischer sprache eingegeben werden und zwar in das suchfenster auf der rechten seite der homepage.

8 monate jebloggt, wenn dett nich rockt!

vor ein paar jahren erschien es noch unvorstellbar, täglich beiträge ins netz zu stellen. doch einmal angefangen fällt einem im laufe der zeit auf, wie viele infos und nachrichten sowohl zur schreibpädagogik als auch zum internet inzwischen die runde machen. und es ergibt sich im laufe der zeit ein rundes bild, das sowohl neue, beinahe unendlich viele möglichkeiten offenbart und gleichzeitig zu einer sammlung von ideen wird.

der nachteil des bloggens besteht darin, nicht unbedingt rückmeldungen zu bekommen, wieweit sich manche idee oder mancher vorschlag als brauchbar oder unbrauchbar entpuppt. vielleicht ist auch nichts verwendbar dient aber der anregung.

der vorteil des bloggens besteht darin, dass man darauf nicht angewiesen ist, sondern die neuen möglichkeiten des web 2.0 für sich selber nutzen kann, um die eigenen gedanken zu bündeln. die vielfältigen arten des suchens und sortierens erleichtern dies ungemein.

und der blick verändert sich. man wird aufmerksamer für entwicklungen und meldungen, die dem jeweiligen interesse entsprechen. man erhält von anderen anregungen und ideen. so erweitert sich das eigene denken beständig. wenn das alles dann noch gelesen wird, wie es momentan aussieht, dann macht das doppelte freude. nun, dann weiter sammeln und schreiben.

kreatives schreiben und textsammlung

wer sich regelmäßig dem kreativen schreiben hingibt, erhält in kurzer zeit eine gehörige sammlung von selbstgeschriebenen texten, die immer unübersichtlicher wird. viele lassen sich dazu verführen, im laufe der zeit eine ganze menge kreative produkte wegzuschmeissen. das ist schade, da die archivierung der eigenen ideen manchen vorteil hat.

so kann man bei ideenlosen momenten auf älteres zurückgreifen, dass inhaltlich weitergeführt werden kann. oder es entstehen im laufe der zeit kleine anthologien aus texten, die sich thematisch zusammenfassen lassen. auch der vergleich mit älteren texten kann einem die eigene entwicklung aufzeigen und fortschritte sichtbar oder besser lesbar machen. vielleicht freut sich auch die nähere umgebung über kleine zusammenfassungen aus der eigenen produktion. alles möglichkeiten wozu ältere texte dienen können.

mit dem computer wurde den menschen etwas an die hand gegeben, das es erleichtert, die eigenen texte zu archivieren. hier bietet es sich an, entweder eine datenbank anzulegen oder aktenordner der geschriebenen werke. eine datenbank hat den vorteil, dass die texte unter verschiedenen kriterien gesammelt werden können. viele datenbanken bieten sowohl eine begriffsuche im originaltext an, als auch die möglichkeit jedem text eigene tags zuzuordnen, also kategorien zu erstellen unter denen die texte gebündelt werden. das erleichtert das zusammenstellen verschiedener produkte oder im archiv zu suchen.

denn aktenordner oder karteikarten nehmen im laufe der zeit viel platz weg, der ab einem gewissen punkt nicht mehr zur verfügung steht. es mag menschen geben, die extra räume anmieten, um ihre unterlagen zu lagern, aber auch die suche gestaltet sich in solchen archiven oft sehr zeitaufwendig. warum nicht den computer dort einsetzen, wo er wirklich eine erleichterung verschafft. einziges manko der virtuellen textsammlung besteht darin, dass sie unzugänglich wird, wenn der strom ausfallen sollte. hier kann es hilfreich sein, sollte ein riesiges archiv existieren, ein notstromaggregat in der hinterhand zu haben 😆

web 2.0 und wissenspool

anhand von archiven und bibliotheken habe ich in diesem blog schon häufiger darauf hingewiesen, welche möglichkeiten sich durch das web 2.0 ergeben. was dabei nicht so klar zu tage trat, ist der punkt, dass dies eine herausragende neue qualität gegenüber früher darstellt. man betrachte nur einmal die möglichkeit des zugangs zu wissen in ländlichen regionen. es gab dort zwar auch kleinere bibliotheken, doch deren ausstattung war erwartungsgemäß eingeschränkt. in manchen zusammenhängen war vielleicht fernleihe möglich, aber auch hierzu war der zugang sehr beschränkt.

nun hätte man sicherlich viele bücher und fachzeitschriften per post bekommen können, doch auch dies gestaltete sich schwieriger, da der zugang zu den katalogen und verlagsmitteilungen nicht leicht war. denn nicht nur bibliotheken waren schwer zu erreichen, sondern ebenso buchläden oder gut sortierte kioske. das internet bietet für all dies eine lösung, die inzwischen selbst das angebot in metropolen bei weitem überschreitet. das heisst, wenn ein anschluss ins internet vorhanden ist, was sicherlich in manchen ländlichen regionen weiterhin schwierig ist, dann lässt sich die gesamte bandbreite des wissens im netz nutzen. abgesehen von den möglichkeiten der unkomplizierten bestellung der bücher und zeitschriften.

dazu kommt, dass der wissenspool inzwischen dimensionen erreicht hat, dass die üblichen suchformen nicht mehr ausreichen. zuerst ist es für jeden einzelnen hilfreich, sich auf bereiche zu beschränken. denn die recherche könnte im netz ausufernd werden. und dann sind die suchbegriffe wohlüberlegt einzugeben. denn gibt man einen zu übergreifenden begriff ein, hat man mal locker mehrere millionen treffer. wie sollte man diese bewältigen? also besteht die gefahr eines riesigen wissenspools sicherlich darin, dass in suchmaschinen schlechter platzierte ergebnisse übersehen werden. deshalb ist eine schrittweise eingrenzung der suche sehr hilfreich um sich den eigenen interessen anzunähern.  wenn das geschafft ist, dann bietet das web 2.0 allerdings informationen in einer bandbreite, die kein anderer ort leisten kann. und dies beinahe unbegrenzt an jedem standort. das ist eine chance für die jeweils eigenen interessen, die früheren generationen nicht zur verfügung standen.

web 2.0 und unübersichtlichkeit

 

das internet ist ein riesiger pool an informationen, die kein mensch bewältigen kann. das schreckt viele ab, sich in die tiefen des netzes zu begeben, könnte es einem doch passieren, dass zur gerade verfassten arbeit noch zwanzig weitere interessante informationen auftauchen. so zwingt das web 2.0 einen zum mut zur lücke oder man versinkt im strudel der daten.

die größte schwierigkeit besteht darin, den takt der nutzung selbst zu bestimmen. die krux des computers zeigt sich vor allen dingen in der geschwindigkeit des weiterklickens. denn je schneller man wieder woanders hinklickt, um so schneller werden einem weitere informationen zur verfügung gestellt. Weiterlesen

schreibpädagogik und lehrbriefe

wer eine schreibgruppe anleitet und vorbereitet, trägt eine menge informationen und ideen zusammen, die bei den treffen durchgeführt werden und oft ein wenig verpuffen. so kann es hilfreich sein, die abläufe der gruppentreffen nicht nur für sich zu notieren und zu archivieren, sondern es kann für die teilnehmerInnen auch eine schöne ergänzung sein, einen überblick über die letzte veranstaltung in die hände gedrückt zu bekommen.
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schreibidee (53)

dieses mal soll die schreibidee sich um alltagsgeschichten drehen. sie begegnen einem jeden tag, doch man beachtet sie kaum. um dies zu ändern besteht die möglichkeit, die teilnehmerInnen der schreibgruppe aufzufordern, doch einmal eine woche lang jeden tag zwei begebenheiten zu notieren, die einem auffallen oder die man erlebt. ein beispiel:

gestern wunderte ich mich, dass gegen abend bei mir vor dem haus der autoverkehr plötzlich so zunahm, was sonst nicht der fall ist. als ich dann etwas später zur u-bahn ging fiel mir auf, dass die räume der schule in der nähe hell erleuchtet waren. drumherum waren alle straßen zugeparkt, sogar in zweiter reihe, was bedeutete, dass größere autos nicht mehr durchkamen. es war elternabend. gewundert hat es mich nicht. wenn mittags eltern ihre kinder mit dem auto von der schule abholen, dann parken sie generell so, dass fußgänger nicht mehr die straße überqueren können. soviel zum vorbild für die lieben kleinen. mein auto kommt vor allen anderen kindern und menschen, die zu fuß unterwegs sind. und auch vor allen anderen größeren fahrzeugen.

dies ist eine nebensächliche begebenheit, aus der aber eine geschichte werden könnte. der kampf der hockey-moms um ihre kiddies und ihren vorteil. die notierten begebenheiten sollten nicht länger als zehn zeilen sein. sie werden beim nächsten treffen der schreibgruppe vorgestellt und zusammengetragen. nun können sich die teilnehmerInnen die begebenheit aussuchen, die ihnen am meisten zusagt und daraus in einer stunde eine geschichte machen.

zum schluss kann noch allen empfohlen werden, dies regelmäßig zu machen. alltagsgeschichten in kurzen knappen schilderungen zu sammeln. daraus ergibt sich im laufe der zeit ein reichhaltiger pool, aus dem man auf der suche nach geschichten jederzeit schöpfen kann.

blogs als datenbanken

 

blogger-software besitzt den vorteil, dass sie relativ leicht zu bedienen ist, durch viele plugins erweitert werden kann und alle einträge automatisch archiviert. die archivierung findet unter vielen verschiedenen gesichtspunkten statt, wie zum beispiel das datum, der titel, die kategorien oder die tags. auf der basis dieser archivierung lassen sich eigentlich sehr leicht datenbanken einrichten und abrufen.

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