Schlagwort-Archive: ausrede

schreibidee (307)

es gibt dinge, die möchte man nicht machen. sie machen angst oder keinen spaß und somit schiebt man sie auf die lange bank. doch im hintergrund nagt das gewissen, das einem sagt, jetzt aber mal ran an den kram. andere fragen dann schon mal nach, wann man endlich in die pötte kommt. hier braucht es eine gute ausrede. es gibt gute und es gibt schlechte ausreden. die besten ausreden kommen von der arzthelferin „linda“ in der fernseh-comedy „becker“. sie kommt jedesmal zu spät zum dienst, aber ihre ausreden sind vom feinsten. darum und damit das leben ein wenig entspannter wird eine schreibanregung zu „ausrede-texten

die schreibgruppenteilnehmerInnen erstellen zu beginn eine liste mit fünf situationen, in denen sie eine ausrede benötig(t)en. in wenige stichworten notieren sie den anlass und die schwierigkeiten, das schlechte gewissen zu dieser situation. anschließend notieren alle jeweils eine ausrede (maximal eine halbe seite) für ihr eigenes verhalten. die fünf punkte und die ausreden werden in der schreibgruppe vorgestellt.

nun werden noch einmal fünf ausreden notiert. ausreden, die bar jeder logik sind. so konnte man zum beispiel das haus nicht verlassen, da eine elchkuh vor der tür stand und den weg versperrte oder ufos einen entführt haben. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden aufgefordert, keine absurdität auszulassen.

und nun wird in kleingruppen weitergearbeitet. man stellt sich gegenseitig seine fünf ausreden vor und die anderen in der kleingruppe wählen die beste ausrede aus. zu dieser ausrede gibt es ein ausführliches feedback, wie weit man sie noch ausbauen und ausschmücken könnte. dann setzen sich alle schreibgruppenteilnehmerInnen abermals hin und schreiben an der einen ausgewählten ausrede weiter. sie entwickeln eine geschichte / begründung von minimal einer seite.

man trifft sich abermals in der kleingruppe und es wird zu der ausgeschmückten ausrede noch einmal ein feedback gegeben. anschließend wird ein letztes mal an der ausrede gefeilt. und zum abschluss werden alle ausreden in der gesamten schreibgruppe vorgestellt. wenn interesse besteht könnte gemeinsam aus der schreibgruppe heraus ein ratgeber für die besten ausreden erstellt werden, der als pdf-datei aus dem internet heruntergeladen werden kann. wenn die schreibgruppe dies nicht machen möchte, sollte sie sich zumindest eine gute ausrede einfallen lassen, warum nicht 😉

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kreatives schreiben und regelmässigkeit

mit dem schreiben ist es, wie mit dem fahrradfahren: man verlernt es nie wieder. selbst wenn längere pausen entstehen zwischen einzelnen texten, die man schreibt. kaum nimmt man sich die zeit, kann man es auch wieder. doch dieses sich zeit nehmen ist für viele ein hinderungsgrund ins regelmäßige schreiben zu kommen.

es finden sich so viele gründe, weshalb man gerade gar keine zeit hat, sich hinzusetzen und zu schreiben. dabei sind der kopf, die journale, die schmierzettel und die kladden so vollgeschrieben mit ideen. hier scheint der innere schweinehund zu überwinden zu sein. denn dieser schweinehund kategorisiert die tätigkeiten in wichtigkeitsstufen. und da steht zum beispiel das spülen des geschirrs vor dem schreiben. erstaunlich scheint es oft, dass die eigenen, ganz subjektiven bedürfnisse hinter vielem „nebensächlichen“ zurückstehen müssen.

schnell ist vergessen, wie gut es sich anfühlt, etwas zu papier gebracht zu haben. doch die wertigkeit des eigenen schreibens wird gerne den beurteilungen der umwelt überlassen. und die versteht nicht so richtig, weshalb ein paar ideen zu papier zu bringen, die noch nicht einmal veröffentlicht werden, so wichtig sein soll. dieses urteil wird gern übernommen und alles andere vorher erledigt, bevor man sich hinsetzen darf, um den stift zur hand zu nehmen oder in die tastatur zu tippen. genau diese vorstellung bringt einen aber gern vom schreiben ab. es sammeln sich noch mehr ideen an, die nicht niedergeschrieben werden und irgendwann erscheint einem der tägliche text so weit entfernt, dass man das mit dem schreiben lieber erst einmal sein lässt. dabei kann auch in einer dazwischen geschobenen halben stunde schon viel niedergeschrieben werden. in solchen momenten der verhinderten regelmäßigkeit hilft vielleicht der gedanke wieviele sinnlose dinge man sonst im laufe des tages man macht, aber das, was einem spaß macht, lässt man liegen. übrigens ist ein blog wie dieser eine wunderbare aufforderung an die regelmäßigkeit. Weiterlesen

kreatives schreiben und selbstdisziplin

 

gerade habe ich wieder in einem blog gelesen, dass jemand wahnsinnig gerne an einer geschichte schreiben würde und überhaupt schreiben wolle, aber nie so richtig zeit dafür habe. es wären soviele andere dinge vorrangig zu erledigen, dass man einfach nicht zum schreiben komme.

der psychologe würde jetzt sagen, dann ist man noch nicht so weit, die richtige zeit wird kommen. aber der psychologe könnte auch sagen, und hier würde der pädagoge wahrscheinlich zustimmen, dass die richtige motivation geschaffen werden müsse, um zur handlung des schreibens zu gelangen. leichter gesagt, als getan, denn die fenster sollten auch seit monaten schon geputzt werden. und wenn ich schreibe, bleiben die fenster dreckig.

in solchen momenten kann das lustprinzip recht hilfreich sein. auf was habe ich lust? auf schreiben. habe ich auf das fensterputzen ebenso viel lust? nein. warum putze ich dann lieber die fenster, anstatt zu schreiben? könnte mir ein nachteil beim schreiben daraus entstehen, wenn die fenster weiter ungeputzt sind? nein. höchstens ein paar nachbarn machen sich gedanken darüber. aber über die kann ich ja schreiben.

und hier greift für mich der begriff „selbstdisziplin“, den ich nicht so negativ verwenden möchte, wie er im deutschen oft gebraucht wird. selbstdisziplin ist nicht per se lustfeindlich. selbstdisziplin kann ich auch als disziplin für sich selbst einzutreten verstehen. Weiterlesen

kreatives schreiben und gelegenheiten

wie bei vielen anderen dingen, die einem eigentlich sehr viel spaß machen, findet der mensch gern hinderungsgründe, weshalb er sie gerade jetzt nicht machen kann. die am häufigsten gesuchte ausrede ist die zeitknappheit. man hat leider keine zeit gefunden, seinem hobby oder seinen interessen nachzugehen. da ist die tägliche arbeit, da sind die kinder oder da sind die erledigungen, die im alltag gemacht werden müssen. faszinierend daran ist, dass sich für tätigkeiten, die wenig spaß machen, die auch nicht notwendig sind, beständig zeit zur verfügung steht.

oftmals entsteht der eindruck, dass mensch angst davor hat, genau das zu tun, das ihm viel lust bereiten würde. könnte er doch feststellen, dass er bis jetzt die eigenen interessen zu sehr ignoriert hat und sich endlich einmal etwas ändern muss.

das kreative schreiben betreffend kann sich diese aufschiebende haltung entweder darin zeigen, dass man sich nie für eine schreibgruppe anmeldet, obwohl man große lust dazu hätte, oder dass man auch für sich nie die zeit findet, zu schreiben. beinahe alle menschen, die regelmäßig schreiben oder kreativ schreiben, haben irgendwann die erfahrung gemacht, dass sie einfach einmal damit anfangen mussten, dann aber schwerlich wieder aufhören konnten (abgesehen von den schreibblockaden).

wahrscheinlich ist es die überwindung, die notwendig ist, sich dem zu widmen, das einem spaß macht. so zum beispiel zu entscheiden, nach dem aufstehen gleich „morgenseiten“ zu schreiben, regelmäßig tagebuch zu führen, sich endlich für eine gruppe anzumelden, die nur einmal die woche an einem abend stattfindet oder auch nur in einer viertel stunde pause ein kleines schreibspiel für sich zu machen. denn schaut man genau hin, stellt man fest, dass es immer wieder pausen gibt, die zeit für ein zehnminütiges freewriting bieten. und ist der erste schritt einmal gemacht finden sich weitere möglichkeiten und gelegenheiten.

warum dies tun? weil meist festzustellen ist, was man sich bis jetzt versagt hat und es ein angenehmes gefühl ist, etwas eigenes geschaffen zu haben. warum nicht heute damit beginnen?