Schlagwort-Archive: auto fahren

schreibidee (320)

das zwischenmenschliche leben, vor allen dingen die mobilität, sind bei uns klar geregelt (meist jedenfalls). der mensch hat schilder erfunden, verkehrsschilder, um anzuzeigen, welches verhalten an diesem oder jenem wegabschnitt angebracht ist. um die regeln und bedeutungen sichtbar zu machen, wurden einfache symbole und zeichen entwickelt. diese schreibanregung greift die symbole und zeichen für „strassenschilder-stories„.

als einstieg können ausgedruckte (postkartengröße) strassenschilder für die schreibgruppe ausgelegt werden und alle teilnehmerInnen greifen sich ein schild, das ihnen am besten gefällt. nun formulieren alle zuerst die eigentliche bedeutung des schildes (falls sie ihnen bekannt ist). anschließend wird eine liste erstellt, was dieses schild noch bedeuten könnte (hier sind der fantasie keine grenzen gesetzt). aus der liste wird eine idee herausgegriffen und ein halbseitiger text verfasst, der die neue bedeutung des schildes beschreibt. beide kurze beschreibungen werden in der schreibgruppe ohne feedback vorgestellt.

nun wird eine „schilder-geschichte“ geschrieben. dafür müssen alle schilder öfter ausgedruckt vorliegen. die teilnehmerInnen der schreibgruppe können aus diversen schildern eine geschichte entstehen lassen. dazu darf natürlich die bedeutung des schildes verändert werden. minimum für die geschichte sind 3 und maximum 10 schilder. die „schilder-geschichten“ werden dann in der schreibgruppe vorgetragen und es gibt eine feedbackrunde.

um die schwierigkeiten noch ein wenig zu erhöhen, werden im nächsten schritt die schilder nicht selber ausgewählt, sondern gruppenteilnehmerInnen suchen für andere gruppenteilnehmerInnen 5 verschiedene aus. diese fünf schilder können nun zu einer längeren geschichte, zu eine dialog unter den schildern oder zu einer „schilder-geschichte“, eine comic-strip ähnlich verwendet werden. anschließend wird das projekt mit dem text in der schreibgruppe vorgestellt, es gibt keine feedbackrunde.

zum abschluss könnte man sich noch einen „schild“-bürger-streich überlegen, indem man ein eigenes strassenschild erfindet und austestet, wie menschen im strassenverkehr darauf reagieren. (nein, so weit sollte man vielleicht doch nicht gehen 😉 ), aber alle schreibgruppenteilnehmerInnen erfinden noch ein eigenes strassenschild und stellen es kurz der gruppe vor.

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biografisches schreiben und auto

autos haben bei uns anscheinend eine große bedeutung. auch wenn sich mir diese bedeutung bis heute nicht vollständig erschließt, möchte ich sie hier nicht in abrede stellen. für manch einen ist es schon aus beruflichen gründen ein rollendes wohnzimmer. man kann sich, auch wenn es windschutzscheiben gibt, darin zurückziehen und durch die karosserie von der umwelt distanzieren.

daneben sind autos für viele menschen statussymbole. man drückt sich über sein auto nach außen aus. es ist bei uns eher verpönt, seinen status anderen menschen zu zeigen, die einkommensverhältnisse offen zu legen. das auto ist eine der wenigen möglichkeiten, über die menschen signalisieren, dass sie wohlhabend sind (obwohl es sicherlich eine menge nobelkarosserien gibt, die über pump finanziert sind).

wenn man diese beiden aspekte in bezug auf das biografische schreiben betrachtet, dann hat zum beispiel das erste auto im leben eine wichtige funktion für die zunehmende unabhängigkeit des einzelnen. also schauen sie sich genau an: wann hatten sie ihr erste auto? was bedeutete dies für sie? wohin sind sie damit gefahren? welche reisen machten sie mit ihren autos? was haben sie in ihren autos erlebt? hätten sie diese dinge auch ohne ihr auto erlebt?

man kann noch einen schritt weiter gehen. man kann auf einer zeitlinie parallel eintragen, was sich im leben veränderte und welche autos man zu dieser zeit fuhr. denn partnerschaften, kinder oder jobs haben meist Weiterlesen