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kreatives schreiben und zufall

kreatives schreiben ist eigentlich purer zufall, andere würden pure intuition dazu sagen. man überlässt seine gedanken und das damit verbundene schreiben dem, was einem gerade durch den kopf geistert. klar kann man im vorfeld eine struktur festlegen, ein hauptthema, dem ganzen eine richtung geben. doch in der letztendlichen konsequenz könnte niemand vorhersagen, was er oder sie jetzt tatsächlich auf das papier bringen oder in computer tippen.

man kann beim kreativen schreiben bezüge herstellen. man kann seine ideen auf die tagesform zurückführen, auf erlebtes oder auf menschen, denen man begegnet ist. man kann sich vornehmen, botschaften in den text zu integrieren, bestimmte worte zu verwenden, einen dialog zu schreiben und vieles mehr. aber wie der einzelne satz entsteht, wie das einzelne wort gefunden wird, lässt sich im nachhinein nicht mehr klären.

wenn man es schafft, den inneren zensor im zaum zu halten, wenn man sich „gehen lässt“ und dem zufall raum gibt, dann trägt einen die eigene geschichte, der eigen text an orte, die man vorher noch nicht betreten hatte. das macht die texte so lebhaft und oft so intensiv. das kreative schreiben geht in solchen momenten viel weiter als oft spekuliert wird. natürlich fließt persönliches ein, natürlich haben viele ihren stil und natürlich hält man sich auch an manche konvention.

aber zufälliges kreatives schreiben geht meist über die von vielen vermutete naive freizeitbeschäftigung hinaus. in vielen fällen entsteht literatur, doch sie findet kaum den weg an die öffentlichkeit. regelmäßiges kreatives schreiben ist auch eine form von arbeit, wie es immer wieder für das literarische schreiben betont wird. hier verschränken sich die vorgehensweisen Weiterlesen

schriftstellerInnen geben auskunft über ihr schriftliches scheitern

welcher roman sollte nie fertig werden? welches thema gibt dann doch nichts her? warum hatte man noch einmal mit diesem buch angefangen? zu alt für ein thema?

diese und noch mehr fragen stellten sich die schriftstellerInnen und berichten darüber in der wochenendausgabe der süddeutschen zeitung. unter dem titel „versage und schreibe“ geben schreibende wie sten nadolny, thomas brussig, tanja drückers oder rolf hochhuth auskunft darüber an welchem stoff sie gescheitert sind.

es zeigt wieder einmal: alle schreibenden haben eine leiche im keller, die einfach nicht zu einem text, einer geschichte, einem stück oder einem roman werden will. der unterschied besteht einzig darin, dass sie trotzdem weiterschreiben und einer schreibkrise oder schreibblockade nicht die macht geben, vollständig mit dem schreiben aufzuhören.

alle haben jeweils ihre persönlichen strategien entwickelt, das schreiben trotzdem wieder aufzugreifen und sich einem anderen thema zu zu wenden. und es bleibt eine frage übrig: gehört das nicht alles zum labyrinth des schreibprozesses. etwas anzufangen, wieder wegzulegen und später das eigentliche thema zu finden?

schreiben ohne zweifel gibt es wahrscheinlich gar nicht. schreiben ohne scheitern mit großer wahrscheinlichkeit auch nicht.

p.s.: leider kann man die texte nicht im internet nachlesen.

Gibt es ein Geheimnis des Schreibens? – Eine Buchvorstellung in der Urania

Am 21. November um 19.30 Uhr in der Urania ist es soweit:
Susanne Diehm und Lena Hach stellen ihr Buch „Wie Kreatives Schreiben beflügelt – auf dem Weg zum Traumjob“ zum „Geheimnis des Schreibens“ in einer Podiumsdiskussion vor, die von Volker Pietsch, Uni Hildesheim, moderiert wird. Wie schreiben Profis? Was ist ihr Geheimnis? Talent oder Technik? Was können wir von ihnen lernen?

Die beiden Autorinnen lernten sich im Masterstudiengang „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice Salomon-Hochschule kennen. Während einer Praxisphase entstand die Idee zum Buch: Interviews mit einer Vielfalt von Schreibprofis zu führen, Expertentipps zu sammeln und daraus zum Nutzen aller Schreibenden Übungen zu entwickeln.

Im Buch (Schibri-Verlag, ISBN 978-3-86863-084-8) haben sie 18 Menschen zum Gespräch gebeten, die sich auskennen mit Methoden und Techniken des Schreibens. Darunter Bestsellerautorin Jenny-Mai Nuyen, Feuilleton-Chef Hendrik Werner und die preisgekrönte Lyrikerin Nadja Küchenmeister. Sie alle erzählen offen von ihrer Herangehensweise, ihren Schreibritualen aber auch von den Schwierigkeiten, die ihnen immer wieder begegnen – und wie sie damit umzugehen wissen. Wer sich gleich beflügeln lassen will: Ausprobieren, Papier und Stift zur Veranstaltung mitbringen!

http://www.urania.de/programm/2011/i413/

Über die Autorinnen

Susanne Diehm: Nach vielen Jahren als Pressereferentin setzt sie jetzt als freie Texterin Unternehmen in Szene und trainiert Menschen, die „Schreiben!“ wollen. Sie ist als Schreibberaterin an Schulen und in Europäischen Projekten tätig sowie mit Kreativem Schreiben in der Gesundheitsförderung und Stressbewältigung aktiv. In Berlin hält sie regelmäßig Workshops und begleitet in Einzelberatung Schreibende, die veröffentlichen wollen. 
Mehr Informationen: www.schreiberlebnis.de

Lena Hach: Nach dem Besuch der „Schule für Clowns“ in Mainz studierte sie Sprachen in Frankfurt/Main und Berlin. Gleichzeitig begann sie, als Journalistin für Zeitschriften und Tageszeitungen zu arbeiten. Seit dem Erscheinen ihres Prosa-Debüts „Neue Leute“ im Frühjahr 2011 widmet sie sich vor allem dem literarischen Schreiben. 
Mehr Informationen: www.lenahach.de

web 2.63 – schreiben wie …

zum kreativen und biografischen schreiben gehört es auch, dass man sich ohne hemmungen an anderen schreibenden, bekannten schriftstellerInnen orientiert. ideen des ausdrucks, formen der metaphern oder auch nur handlungsabläufe werden als orientierunghilfen genutzt. beim schreiben wird die welt nicht neu erfunden, sondern durch das lesen wird die eigene form des schreibens beeinflusst. und irgendwann pendelt man sich auf einem eigenen stil ein, der sich ständig weiterentwickelt.

nun kann man sich, wenn man lust dazu hat, fragen, welchen „berühmten“ schriftstellerInnen der eigene stil nahe kommt. diese frage wird nun beantwortet. eine gute bekannte hat auf ein schönes spielzeug in der digitalen welt aufmerksam gemacht. wie immer im web 2.0 ist alles ganz einfach. zuerst war wohl die englischsprachige ausgabe des kleinen programms im internet. sollte man also in der englischen sprache schreiben, dann kann man folgende seite nutzen: http://iwl.me/ („i write like„). einfach eine eigene textprobe durch copy & paste in das freie feld einfügen und dann auswerten lassen. in kurzer zeit berechnet das programm anscheinend parallelen zu bekannten schreibstilen und teilt mit, wem man in seiner „schreibe“ nahe kommt.

die frankfurter allgemeine zeitung hat dies für den deutschsprachigen raum auf ihrer homepage faz.net veröffentlicht. zu finden ist das programm unter: http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx . gleiche vorgehensweise bei „ich schreibe wie …„, nur dieses mal mit deutschsprachigen texten. mit copy & paste einen eigenen text in das freie feld einfügen und abfragen, welchem stil man ähnelt.

das ergebnis kann zwei effekte haben: man fühlt sich geschmeichelt und angespornt, jetzt endlich auf den literaturmarkt zu drängen, um ähnlich hohe buchauflagen zu erreichen, wie die gefundene berühmte person. oder man fühlt sich gekränkt, da der stil der vorgeschlagenen person einem überhaupt nicht gefällt. dann wird man sich in der zukunft bemühen, gaaaanz anders zu schreiben 😉 ein hübscher spaß!

die lange buchnacht in der oranienstrasse – ein veranstaltungstipp

die o-strasse in berlin ist bekannt. leider ist sie inzwischen so bekannt, dass auch sie, wie viele gebiete kreuzbergs und neuköllns touristisch überrollt wird. und doch, unterscheidet sich die oranienstrasse auch hier von mitte. denn neben der touristischen bespassung bleiben doch eine menge alternative, linke und so36er-mäßige angebote bis jetzt übrig.

dazu gehört auch die etablierung einer langen buchnacht vor über 10 jahren. es wird gelesen, es wird an vielen orten gelesen und es wird stundenlang gelesen. es wird für kinder gelesen, es wird in verschiedenen sprachen gelesen, es wird für erwachsene gelesen, es wird ab 0.00 uhr gelesen, es wird aus einem lexikon gelesen, es gibt offene bühnen, es dreht sich alles um bücher.

die lange buchnacht findet dieses jahr am nächsten samstag, den 14ten mai, in und um die o-strasse herum von vormittags bis tief in die nacht statt. das große programm kann hier ( http://www.lange-buchnacht.de/ ) durchgearbeitet werden, um sich das spannendste auszuwählen. und wer nicht hören will, muss selber lesen.

(skurril mutet im programm an, dass die freiwillige feuerwehr friedrichshain dabei ist, die nicht liest 😉 )

25tes treffen junger autoren in berlin

wer erinnert sich nicht an die ersten aufsätze in der schule. oft hatten sie solche themen wie „mein letztes wochenende“ oder was man in den ferien so machte. das war immer ein wenig peinlich für die kinder, deren eltern sich nicht erquickliche und teure freizeitvergnügungen leisten konnten. darum werden solche fragen heute in der schule nicht mehr gern gestellt.

vielleicht ist das der grund dafür, dass die literaturszene so manche junge autorInnen zu bieten hat. schon früh werden nicht mehr schlichte berichte als aufsatz verfasst, sondern der fantasie darf freier lauf gelassen werden. jedenfalls gibt es nun schon seit 25 jahren ein „treffen junger autoren“ in berlin. grund genug, diese veranstaltung ein wenig zu feiern. und wie feiert die literaturszene mit leicht pädagogischem anspruch? sie bietet workshops und eine tagung an.

außerdem gibt es natürlich eine ausführliche lesung der jungen autorInnen, die in die engere auswahl der jury gekommen sind. es wurden hunderte von arbeiten eingereicht, jedoch blieben am schluss nur etwas mehr als ein dutzend für die lesung übrig. diese und die anderen veranstaltungen finden zwischen dem 26ten und 29ten november im haus der berliner festspiele statt. weitere informationen, auch zum alter der autorInnen finden sich auf der folgenden homepage: http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/10_treffen_junger_autoren/tja_start.php . schön, dass es solche veranstaltungen gibt.