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schreibidee (385)

auch wenn es diesen sommer mit den sonnenstunden ganz mau aussieht, man kann glück haben, die sonne scheint, die temperaturen sind angenehm und nicht auf backofen-niveau, kein gewitter, keine stürmischen böen und kein regen. man kann es wagen, mit der schreibgruppe die räume zu verlassen, um das zu tun, was man eigentlich immer gern im sommer tut – „draußen-texte“ schreiben. über was man alles schreiben kann, dazu hier ein paar schreibanregungen:

gehen sie in den wald. es sollte ein abwechslungsreicher und möglichst wilder wald sein. die bieten mehr für das auge. wenn sie in einer monokultur aus fichten oder kiefern stehen, dann macht die einstiegsschreibanregung nicht so richtig sinn. denn alle teilnehmerInnen wählen sich einen baum aus, der ihnen gefällt. sie stellen sich unter den baum, blicken in die krone, machen sich vertraut mit dem gewächs. nun schreiben alle eine kurze charakterstudie ihres baumes. anschließend kommt die schreibgruppe an einem treffpunkt wieder zusammen. vorher sollten sich alle teilnehmerInnen merken, wo sich ihr baum befindet. die gruppe wird nämlich von ausgewähltem baum zu baum gehen und sich die texte gegenseitig vorlesen.

eine weitere möglichkeit wäre es, dass man sich in einem festgelegten areal einen baum auswählt. die bäume stehen so nah beinander, dass man sich kurze texte zurufen kann. denn nun wird gemeinsam einen unterhaltung zwischen den bäumen geschrieben. alle schreiben mit. jeder baum kann sich in das gespräch einschalten, wenn er möchte. die schreibgruppenteilnehmerInnen sind die sprachrohre für die bäume. sie rufen die nächste äußerung in den wald. und andere bäume antworten darauf.

schön ist es auch, wenn man in einem wald oder park eine ruhige lichtung findet. dort kann sich die gruppe niederlassen. auf einer lichtung lichte gedichte verfassen wäre die aufgabe für die schreibgruppe. alle teilnehmerInnen sind eingeladen, sich von der atmosphäre einer lichtung inspirieren zu lassen. das gedicht muss sich nicht reimen, wahlweise kann ein haiku erstellt werden. anschließend wird auf der lichtung die lyrik deklamiert – alle sitzen, eine/r steht.

oder man sucht sich einen kleinen bachlauf (möglichst plätschernd und gurgelnd), in dessen nähe lautgedichte oder lautmalerische texte verfasst sind, die in verbindung zu dem plätschern und gurgeln des baches stehen. solch eine schreibübung kann man nur draußen veranstalten, da sie dann am originalschauplatz vorgetragen werden können. schön wäre es, wenn die lautgedichte im zusammenspiel mit dem gewässer als audiodatei aufgezeichnet werden.

ansonsten kann draußen durch die natur und das grün gelaufen werden, eindrücke können notiert werden, einzelne besonderheit zur schreibanregung gemacht werden. ob es nun pflanzen, tiere oder landschaften sind, beinahe alles lässt sich zur grundlage eines textes machen. selbst wüsten oder einöden strahlen eine atmosphäre aus, die man thematisieren kann. einzige voraussetzung für solch eine schreib-expedition, die die üblichen wege verlässt, ist, dass die teilnehmerInnen ganz gut zu fuss sind. und ob man sich in der freien natur gegenseitig ein feedback gibt, sollte der schreibgruppe überlassen werden. denn vielleicht will die gruppe die zeit des treffens lieber den vielen schreibanregungen draußen in der natur widmen.

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selbstbefragung (118) – wald

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „wald„.

  • fühlen sie sich in wäldern wohl? warum?
  • wann waren sie das letzte mal in einem wald? beschreiben sie.
  • welcher war der schönste wald, den sie jemals besucht haben?
  • was machen sie im wald?
  • welches waldtier wären sie gern?
  • hatten sie schon einmal sex im wald? warum?
  • was würden sie mit in den regenwald nehmen? beschreiben sie.
  • viele menschen – wenig wald. was kann man ihrer ansicht nach tun?
  • wann empfinden sie einen wald bedrohlich?
  • wann haben sie das letzte mal den wald vor lauter bäumen nicht gesehen?

schreibidee (121)

diese schreibanregung kann sowohl für kreatives als auch für biografisches schreiben verwendet werden. als vorlage dienen die bäume mit ihren jahresringen. wenn man einen stamm zersägt treten eng aneinander gereihte ringe auf. aus ihnen soll eine „jahresring-geschichte“ geschrieben werden.

einstieg in die schreibanregung ist ein blatt, auf das mindestens 10 aneinandergereihte ringe aufgezeichnet sind. in der mitte ist der „start“. hier kann ein stichwort oder ein satz eingetragen werden, die den teilnehmerInnen gerade einfallen. von dort aus wird in jeden ring nach außen immer ein weiterführender satz oder gedanke eingetragen. nun wird noch einmal solch ein blatt ausgeteilt. und dieses mal beginnt man mit einer satz oder gedanken am äußersten ring. und es wird nach innen zurückgedacht und geschrieben, bis in der mitte ein stichwort oder ein satz steht.

einen der beiden zettel nehmen anschließend die teilnehmerInnen der schreibgruppe als grundlage für eine geschichte. sie können nach gefühl wählen. sie können auch wählen, ob sie ihre geschichte „von innen nach außen“ oder von „außen nach innen“ erzählen wollen. aber sie sollten die reihenfolge der ringe beibehalten. und nun werden die geschichten gegenseitig vorgetragen und ein feedback gegeben. sollte noch weitere zeit zur verfügung stehen, Weiterlesen