Schlagwort-Archive: bedarf

wortklauberei (72)

„eifersucht“

auch eine form der sucht. also der wortstamm kann ein anderer sein. aber haben sie einmal richtige eifersucht erlebt. da entsteht ein tunnelblick, der in der wahrnehmung alle anderen anzeichen ausblendet. die vorstellung, die fantasie gewinnen über die realität macht und steigern sich in ein gefühltes bedrohungsszenario, ja in paranoia. ein verlust wird gefühlt und man möchte nicht loslassen.

im hintergrund wallt wut. diese mag berechtigt sein oder nicht. oft kommt eifersucht nicht von ungefähr, gibt es eindeutige anlässe. auslöser ist zu wenig zuwendung, die man gern hätte. die schwierigkeit bei dieser sucht nach eindeutigkeit und einmaligkeit liegt im unausgesprochenen. es wird nicht gesagt, „ich möchte dich bei mir haben“, sondern es wird getobt, kontrolliert und abgewertet. selbst wenn das gegenüber signalisiert, da war nichts, du bist einmalig, es gibt keine abwendung, ist das misstrauen größer.

und so kann man auf alles eifersüchtig sein: auf gute freunde, auf hobbys, auf gegenstände, auf tiere oder auf beschäftigungen. alles was einem die partnerInnen zeitlich entzieht, gedanklich abschweifen lässt, begrenzt den suchtstoff zuwendung. Weiterlesen

Werbeanzeigen

schreibidee (61)

dieses mal geht es darum, aus einem verbot eine utopie zu entwickeln. das klingt jetzt kompliziert, ist es aber nicht, sondern eine möglichkeit persönliche vorstellungen kreativ zu fassen.
die teilnehmerInnen der schreibgruppe werden als erstes aufgefordert, etwas für sie wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste zu benennen. dabei sollte es sich am besten um einen gegenstand handeln. also zum beispiel ist der satz zu vervollständigen „ich kann nicht leben ohne…“. dann kann geantwortet werden, ohne schokolade, ohne meinen pc, ohne strom für die musikanlage, ohne gutes essen, ohne mein auto oder dergleichen mehr.


haben alle für sich notiert, auf was sie auf keinen fall verzichten wollen, dann tritt genau dieser moment ein. es ist ein text zu schreiben, wie das leben „ohne“ wäre. entweder für alle menschen oder auch nur für die autorInnen der schreibgruppe. wie lebt es sich in einer gesellschaft ohne schokolade, wie wäre es ohne autos oder wie sieht der alltag ohne strom aus. es sind viele alternativen und utopien denkbar.


die idee und schreibanregung ist sicherlich auch erweiterbar auf nicht-gegenständliche sachen, wie „liebe“, „luft“ oder „freundschaft“. doch die texte, die daraus resultieren werden, werden auf alle fälle schwerer zu schreiben sein, da die utopie schwerer vorstellbar ist. wie würde denn ein leben ohne luft aussehen? insgesamt können bei der umsetzung dieser schreibidee sicherlich tolle ideen und schräge gesellschaften entstehen.