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schreibidee (251)

manchmal versucht man sich aus dem zu befreien, das einen umgibt, an das man sich gebunden fühlt. das können lebensumstände sein, es können menschen sein oder auch nur kleine gegenstände. es fühlt sich an, wie wenn diese dinge einem zu viel kraft rauben, einen festhalten. darum soll diese schreibanregung den dingen gewidmet sein, die uns in einer art und weise binden, die uns nicht gefällt. es sollen „fessel-texte“ geschrieben werden.

zuerst werden die teilnehmerInnen der schreibgruppe aufgefordert, einen gegenstand zu beschreiben, von dem sie nicht loslassen können. dieser text sollte nicht länger als eine seite sein. im zweiten schritt soll über eine lebenssituation auch eine seite geschrieben werden, aus der man sich schon lang befreien möchte. und im letzten text soll auf einer seite über eine person geschrieben werden, die man nicht loslassen kann. die texte werden nicht in der gruppe vorgetragen.

im zweiten schritt wenden sich die schreibgruppenteilnehmerInnen der frage zu, was so fesselt? was ist es, dass den gegenstand nicht beseitigen lässt, dass verhindert, die lebenssituation zu verändern, und was macht der mensch, dass man sich immer wieder binden lässt. zu jedem der drei geschriebenen texte sollen mindestens fünf stichworte notiert werden, was so fesselt.

nun wird für eine längere geschichte ein gegenstand, mensch oder umstand ausgewählt, der die grundlage bildet. die geschichte soll vor allen dingen den zwiespalt zwischen loslassen und sich immer wieder hingezogen fühlen abbilden. wie dies umgesetzt wird, bleibt allen teilnehmerInnen freigestellt. anschließend wird der text in der schreibgruppe vorgetragen und beim feedback wird darüber diskutiert wie nachvollziehbar der zwiespalt dargestellt wurde.

um dann zum abschluss einen befreiungstext zu schreiben. zur vorbereitung notieren die teilnehmerInnen zu allen drei bindenden aspekten ihres lebens, was sie bräuchten um gegenstand, mensch oder umstände loszuwerden, die fesseln zu sprengen. anschließend geht eine voraussetzung in erfüllung. es kommt eine gute fee, die einen der entfesselungswünsche erfüllt. darüber wird eine geschichte geschrieben. was passiert, wenn losgelassen wird. diese geschichten werden von den schreibgruppenteilnehmerInnen zum schluss vorgetragen.

schreibidee (223)

gelesenes animiert mich inzwischen schnell dazu, schreibideen parallel zu entwickeln. das kann bedenklich stimmen, dass man ständig an schreibideen denkt, es ist aber auch ein steter quell an kreativem output. und so halte ich ein buch über die zwänge, denen wir in unserer heutigen gesellschaft ausgesetzt sind, in händen. warum nicht einmal darüber schreiben, was einen beständig unter druck setzt, obwohl es noch nicht einmal eigenen regeln und vorstellungen entspricht? darum wird in dieser schreibanregung das verfassen von „zwangstexten“ vorgeschlagen.

der einstieg ist schnell gefunden. alle schreibgruppenteilnehmerInnen verfassen 10 sätze mit dem anfang „du sollst …“. sie werden aufgefordert dabei an die erwartungen, die von außen an sie herangetragen werden, zu denken. die jeweiligen zehn sätze werden kurz in der schreibgruppe vorgetragen. anschließend greifen sie eine forderung oder erwartung heraus und beschreiben auf maximal zwei seiten die folgen dieser verinnerlichten regel. wie sehen die auswirkungen auf ihre leben aus? welche handlungen, die ihnen widerstreben, vollführen sie? dieser text wird nicht vorgetragen.

als nächstes geht es darum, weshalb man sich so selten gegen diese anforderungen wehrt. es gibt gute gründe, den zwängen zu folgen. meist ist es angst vor sanktionen, die folgen könnten, die antizipiert werden, wenn man sich anders verhält und den eigenen bedürfnissen folgt. darum werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, einen text von maximal einer seite zu verfassen, in dem sie überlegungen anstellen, was schlimmstenfalls passieren kann, wenn sie den zwängen nicht mehr folgen. welche sanktionen, welche unangenehmen reaktionen werden sie auslösen? auch dieser text wird nicht in der gruppe vorgetragen.

sind die zwänge einmal erkannt, kann man sich einem positiveren vorgehen zuwenden. zum abschluss wird eine längerer text verfasst, der darstellt, wie das eigene leben aussehen wird, wenn man all die erwartungen und anforderungen hinter sich lässt. dies kann eine geschichte, ein bericht, eine situationsbeschreibung, ein tagesablauf oder vieles andere sein. die teilnehmerInnen der schreibgruppe werden eingeladen, ein leben zu schildern, das (ohne anderen zu schaden) ausschließlich den eigenen bedürfnissen folgt. anschließend werden die entstandenen texte vorgetragen und ein feedback gegeben.

schreibidee (138)

sollte es jemals noch einmal richtig sommer werden, dann kann man baden gehen. baden lässt sich verschieden bewerkstelligen. man setzt sich ins flache wasser und plantscht ein wenig darin herum. oder man begibt sich in tiefere gewässer und schwimmt dort rum. um dies machen zu können, benötigt man die fähigkeit, schwimmen zu können. dazu kann man kurse besuchen und dann den „freischwimmer“ machen. auch im alltag finden sich genug soziale konstruktionen, die einen immer wieder im flachen wasser halten wollen. die drohung, dass es gefährlich sei, sich ins tiefe wasser zu begeben, hält manchen zurück, sich freizuschwimmen. deshalb eine schreibanregung zu „freischwimmer-texten„.

als einstieg dienen dieses mal zwei anregungen zum freewriting. die teilnehmerInnen der schreibgruppe werden eingeladen, ein fünfminütiges freewrtiting zur frage: „wo habe ich mich in meinem leben freigeschwommen?“ zu schreiben. anschließend noch einmal ein fünfminütiges freewriting zur frage: „wo möchte ich mich in meinem leben noch freischwimmen?“. diese texte werden nicht vorgelesen, sondern dienen nur der selbstverständigung.

in der folge sind zwei einseitige betrachtungen zu verfassen. die teilnehmerInnen wählen einen aspekt einengender lebensverhältnisse, diese können biografische züge haben, müssen aber nicht. die erste seite beschreibt eine einengende situation, in der sich jemand befindet. die zweite seite soll dann darstellen, wie die situation sich verändert hat, nachdem die person sich freigeschwommen hat. diese beiden seiten werden in der schreibgruppe vorgelesen, um zusätzliche anregung für alle teilnehmerInnen zu geben.

zum abschluss wird nun ein längerer „freischwimmer-text“ verfasst. wie dieser ausgestaltet wird bleibt den teilnehmerInnen überlassen. die texte werden anschließend vorgelesen und in der feedbackrunde soll thematisiert wie intesiv der aspekt des freischwimmens für die anderen wahrnehmbar wird.