Schlagwort-Archive: berlin

nabelschau (70)

die stadt, die sich nicht an ihre eigenen verordnungen hält. berlin ist schon speziell. zum einen ist es eine hoch moralische stadt, die in allen bereichen ein gutes auskommen der menschen miteinander fördern möchte, die auf projekte, kampagnen und aufrufe setzt. zum anderen schlägt aber immer wieder die preussische königs- und gutsmentalität durch, nach dem motto „das war schon immer so und letztendlich haben wir das sagen“. ob im sozialen bereich, in der bildungspolitik oder auch beim neuen flughafen: berlin beschäftigt die gerichte.

erst einmal wird dem bürger möglichst viel verweigert oder nicht zugestanden, obwohl die gesetzeslage ein anderes bild abgibt. also ist der bürger gezwungen, sein recht beim gericht einzufordern. dies macht nur ein teil der bürger, also hat berlin schon einmal gespart. so war der schallschutz der anwohner des neuen flughafens unzureichend umgesetzt worden. jetzt wurde ein urteil gefällt, das berlin zu einer sehr teuren nachrüstung auffordert. doch auch dazu erklärt die stadt schon, sie werde wohl nur einen teil der forderungen umsetzen. also gehen die gerichtsverhandlungen in die nächste runde.

sogar bei den kleinen aspekten der alltags schafft die stadt es regelmäßig, ihre bürger zu erzürnen. da gibt es zum beispiel eine rasenmäherverordnung, die den bürger auffordert, nur noch leise rasenmäher zu verwenden. eine gute entscheidung. werden aber öffentliche flächen gemäht und gepflegt, bekommt jeder mensch das gefühl, eine kompagnie von panzern sei in die strasse oder in den park eingefallen. dies natürlich auch gern am frühen morgen, obwohl die stadt damit wirbt, dass sie nie schläft, also auch eine menge menschen nachts arbeiten müssen. die dezibelwerte der städtischen schneidegeräte überschreiten mit garantie jeden grenzwert. gern wird argumentiert, dass es keine anderen geräte für das teilweise hohe gras gebe. das stimmt überhaupt nicht. manche mäher sind nur so laut, weil die leisen nicht gekauft werden.

eine stadt mit so viel grünfläche könnte ohne probleme in größerer stückzahl im laufe der zeit auf leisere mäher umstellen. aber berlin macht dies einfach nicht. und begeht somit täglich ordnungswidrigkeiten, die die ordnungsämter jedoch nicht ahnden. denn das grünflächenamt hat schon immer so gemäht, warum sollte es inzwischen anders mähen. aber eine veränderung hat es gegeben, die mitarbeiter an den mähern, laub- und hundekotsaugern, die tragen inzwischen ohrschützer. wahrscheinlich müsste man erst wieder ein gericht beschäftigen, das dann ohrschützer für alle bürger auf der strasse und bürger, die ihre fenster im sommer geöffnet haben, vorschreibt. das kann teuer werden 😉 be berlin: wo kein kläger da kein lärmschutz, keine sozialleistungen, keine veränderung.

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internationales literaturfestival berlin ilb – ein veranstaltungstipp

da wir alle unter zeitknappheit leiden, sei dieses mal schon rechtzeitig auf das internationale literaturfestival in berlin hingewiesen. wie jedes jahr gibt es ein großes, vielfältiges und jede generation ansprechendes programm. der vorverkauf für die karten hat schon begonnen – nun ist also die richtige zeit, um den terminkalender zu zücken, alle termine zu überprüfen, neue zu vermerken und sich die karten zu besorgen.

neben der literatur für erwachsene gibt es auch ein ausführliches programm für kinder und jugendliche. und zum auftakt des festivals beteiligen sich viele schulen an der aktion „berlin liest“. dabei wird an verschiedenen orten von schülerInnen gelesen, vorgelesen und vorgetragen. hier findet man mehr informationen über das festival in einem monat:

Offizielle Webseite – internationales literaturfestival berlin ilb.

neue zeiten und angebote der schreibboutique christof zirkel

Ab Montag den 06ten August neue telefonische Sprechzeiten

Aufgrund einer zeitlichen Umstrukturierung des Angebots der SchreibBoutique Christof Zirke, werden auch die telefonischen Sprechzeiten an einem anderen Tag zu anderer Zeit stattfinden.

Folgende zwei Zeiten stehen pro Woche für telefonische Rückfragen, Anmeldungen und Terminvereinbarungen zur Verfügung (leider kann ich keine telefonische Schreibberatung anbieten):

Montag 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Samstag 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr

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Ab nächste Woche ändern sich die Uhrzeiten der offenen Schreibgruppen

„Das Leben erzählen“ – eine offene Schreibgruppe für Biografisches Schreiben

Termin: Mittwoch 17.00 – 19.00 Uhr

„Kreativ – Kribbelnd – Krass“ – eine offene Schreibgruppe für Kreatives Schreiben

Termin: Mittwoch 19.00 – 21.00 Uhr

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Einstieg ins Biografische Schreiben – ein Schreibwochenende

Aller Anfang ist manchmal schwer: Sie möchten gern über die eigene Lebensgeschichte schreiben, möchten für sich selber Erinnerungen notieren oder Anderen von Erlebtem berichten. Doch den Start verschieben Sie stetig auf ein andermal, da der Einstieg schwer fällt.

Hierbei kann geholfen werden: Die SchreibBoutique Christof Zirkel bietet vom 17.08. bis 19.08. ein 15-stündiges Schreibwochenende zum Einstieg ins Biografische Schreiben an. Während des Wochenendes werden Ihnen verschiedene Schreibtechniken und Schreibanregungen vermittelt, die den Schritt zum Schreiben über die eigene Lebensgeschichte erleichtern. Grundvoraussetzung ist nur, dass Sie über Ihr eigenes Leben schreiben möchten. Sonst sind keine Vorkenntnisse oder vorherige Schreibversuche notwendig.

Termine:
17.08.12: 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr
18.08.12: 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr
19.08.12: 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr

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Einstieg ins Kreative Schreiben – ein Schreibwochenende

Eigentlich schreiben sie ganz gern. Es macht Ihnen Spaß, sich hinzusetzen, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und kleine Texte darüber zu verfassen. Doch der nächste Schritt, sich hinzusetzen und Ideen aufzugreifen, um Texte geplant zu schreiben, der fällt Ihnen schwer. Sie würden so gern, aber Ihnen fehlen, Ideen, Themen oder die Zeit dafür.

Hierbei kann geholfen werden: Die SchreibBoutique Christof Zirkel bietet vom 24.08. bis 26.08. ein 15-stündiges Schreibwochenende zum Einstieg ins Kreative Schreiben an. Während des Wochenendes werden Ihnen verschiedene Assoziations- und Schreibtechniken vermittelt, die den Schritt zum gelassenen und entspannten Kreativen Schreiben erleichtern. Grundvoraussetzung ist nur, dass Sie gern schreiben möchten. Sonst sind keine Vorkenntnisse oder vorherige Schreibversuche notwendig.

Termine:
24.08.12: 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr
25.08.12: 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr
26.08.12: 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr

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mehr informationen unter http://schreibboutique.de

wortklauberei (112)

„ambrosia-scout“

manche wortkombinationen führen schnell in die irre, da sie für außenstehende nicht mehr erkennen lassen, worum es sich dabei überhaupt handelt. aber die idee war gut 😉

„ambrosia“ ist eigentlich die götterspeise (womit nicht der wackelpudding gemeint ist), also die nahrung der götter. doch die botaniker gaben einer unscheinbaren pflanze den namen der götter, wobei man, wenn man das gewächs sieht, keinen zusammenhang herstellen kann. unscheinbarer geht es nicht. doch so unscheinbar dieses gewächs ist, so allergen ist es auch. das soll heißen, die pollen der pflanze lösen bei vielen menschen starke allergien aus. und so unscheinbar die pflanze ist, so gern verbreitet sie sich zum beispiel in berlin. sie ist eingeschleppt, zäh und fortplanzungsfreudig (vielleicht kommt daher die „götterspeise“).

der pflanze kann man nur dadurch herr werden, dass man sie ausreisst und vernichtet. und da berlin nicht nur viele ambrosia-pflanzen, sondern auch viele ein-euro-jobber hat, kam wohl ein findiger mensch in der senatsverwaltung auf die idee: wir brauchen pfadfinder, die die götterspeise in der stadt aufspüren. so war das projekt „hochallergene-pflanzen-sucher“ geboren. jetzt klingt „hochallergene-pflanzen-stadt-absucher“ erstens nach einem undankbaren job und zweitens viel zu lang und unmodern. also muss ein passender begriff entwickelt werden.

da wirkt „ambrosia-scout“ gleich viel mehr nach „götterspeisen-pfadfinder“ als nach einem profanen schutzprogramm wie die streckenläufer bei eisenbahngleisen. also werden demnächst menschen in berlin ausschwärmen, um der pflanzenwelt herr zu werden. ähnlich wie die miniermotten-blattsammler und die eichenspinner-ausräucherer werden die ambrosia-vernichter versuchen, die natur wieder gerade zu rücken. mal sehen, ob das einen effekt haben wird, oder ob nicht bald das nächste natur-ungetüm der stadt berlin neue jobs veschafft.

details einer wissenschaftlichen arbeit auf schreibboutique.de

eine wissenschaftliche arbeit zu verfassen und zu schreiben, unterliegt mehr oder weniger regeln. es wird oft vermittelt, es gebe eine eindeutige vorgehensweise in den wissenschaften. dies stimmt nur bis zu einem gewissen punkt. um ein wenig orientierung zu geben, habe ich auf meiner homepage http://schreibboutique.de einmal die einzelnen groben abschnitte einer wissenschaftlichen arbeit ausführlicher dargestellt.

doch wer erwartet hier ein allgemeingültiges konzept zu erhalten, dem sei geschrieben, dass es dies in den wissenschaften in der form nicht gibt. die einzelnen posts können nicht mehr sein als ein pfad, an dem man sich beim verfassen einer arbeit entlanghangeln kann. es war mir wichtig, an den entsprechenden stellen darauf zu verweisen, wenn man beim schreiben der arbeit lieber sein (forschungs)umfeld fragen sollte, wie bestimmte aspekte einer arbeit umgesetzt werden.

bei den darstellungen handelt es sich also um den kleinsten gemeinsamen nenner beim schreiben einer wissenschaftlichen arbeit, da die welt der wissenschaften so vielfältig und verschieden ist. doch vielleicht hilft es trotzdem dem einen oder der anderen beim verfassen eines angemessenen textes. garantien kann ich dafür nicht übernehmen – einfach mal reinschauen:

1. die einleitung

2. die these / fragestellung

3. theoretische grundlagen

4. die forschung / die methode

5. datenerhebung

6. datenauswertung und das ergebnis

7. diskussion und abschluss

8. inhaltsverzeichnis, zitate, literaturverzeichnis, fussnoten

wortklauberei (111)

„spontankunde“

was ist ein „spontankunde“? die antwort ist recht einfach: jemand der zum beispiel beschließt, „jetzt gehe ich noch schnell in den supermarkt, bevor er schließt“. das ist ein spontankunde. oder wenn sie bei der bahn am schalter ihre fahrkarte ohne vorbestellung im internet kaufen, dann sind sie auch ein spontankunde. der handel und viele dienstleistungen leben von den spontankunden und der spontankunde ist die normalität des kundendaseins. warum also ein spezielles wort für kunden verwenden?

weil die behörden der weltmetropole und hauptstadt berlin ihre probleme mit spontankunden haben. denn der spontankunde kommt zu den sprechzeiten spontan vorbei (also eigentich ist der spontankunde nicht wirklich spontan, da er sich schon an sprechzeiten orientiert) und überfordert den betrieb.

darum haben die bürgerämter der bezirks mitte dem spontankunden nur noch den montag reserviert (08.00 – 15.00 uhr – wartenummernvergabe maximal bis 13.00 uhr). hier kann man schon die wandlung vom spontankunden zum plankunden erleben. wie nun dem fernsehen zu entnehmen war, verkleinert sich das zeitfenster für spontane amtsbesuch zusätzlich enorm, dadurch dass der spontankunde eigentlich vor 08.00 uhr vor ort sein muss, um noch eine der beliebten wartenummern kurz nach 08.00 uhr zu erhalten, da eine stunde später keine wartenummern mehr ausgegeben werden.

der spontankunde wird also in berlin-mitte zum plan- oder terminkunden. die restlichen termine der woche werden nicht mehr spontan vergeben, sondern müssen per internet oder telefonisch vereinbart werden. das klingt erst einmal hübsch und soll die wartezeiten verkürzen, ist aber nur ein ausdruck des personalmangels. wenn schon vorher spontan die nachfragen nicht zu bewältigen waren, dann sind sie per terminvergabe erst recht nicht zu bewältigen. es wird also einen terminstau geben, der sich stetig summiert und dazu führen wird, dass in absehbarer zeit der nächste freie termin in ein paar monaten ist.

das wäre alles nicht so problematisch, wenn nicht gerade beim bürgeramt dinge erledigt werden müssten, die termingebunden sind (meldebehörde, verlängerung von ausweisen und dokumenten, ummelden und dergleichen mehr). doch das ist in berlin kein einzelfall. inzwischen bekommt man eigentlich von beinahe jeder behörde, wenn man mit einem antrag oder einem anliegen an sie herangetreten ist, die benachrichtigung, dass die post oder die mail eingangen sei, dass die antwort aber dauern könne. leider wird nie ein zeitfenster oder dergleichen mehr angegeben.

das bedeutet, nach der abschaffung des spontankunden wird auch der plan- oder terminkunde nicht mehr akzeptiert, sondern nur noch der wart- und verharrkunde, der sich spontan überraschen lassen kann, wann er denn nun eine antwort oder einen bescheid, eine entscheidung erhält. abgesehen von der verlorenen planungssicherheit, ist man den behördlichen abläufen vollständig ausgeliefert (und wird schon vorher darauf hingewiesen von nachfragen abzusehen). man ist also überhaupt kein kunde mehr, man ist inzwischen wieder bittsteller. berlin sollte den begriff spontankunde, der hier schnell einen bedrohlichen unterton erhält, ja subversiv über seine zeit verfügt, vollständig aus dem sortiment nehmen 😉

web 2.96 – One portrait a day

der fotograf jørn tomter, eigentlich norweger, inzwischen in london lebend, porträtiert menschen in seinem umfeld. dazu hat er sich drei regeln gegeben: menschen zu fotografieren, die er bis dahin nicht kennt, am gleichen tag noch die bilder mit einem kleinen schriftlichen porträt ins netz netz zu stellen und die menschen vorher zu fragen, bevor er sie ablichtet.

daraus ist eine wunderbare homepage entstanden, die das nähere lebensumfeld abbildet. es hat etwas biografisches, regionales und ließe sich außerdem in eine schriftliche anregung umsetzen: biografische porträts von menschen zu schreiben, immer mit einem foto.

viel spaß beim abtauchen in das leben anderer, übrigens gibt es auch etliche porträts aus berlin. hier der blog mit bildern und kurzen geschichten:

One portrait a day – Its only photography but I like it!.

ACHTUNG! zeitänderungen im sommer-programm der schreibboutique christof zirkel

Schreibwoche: Kreative Sommer-Schreibwerkstatt in und mit Berlin
16.07. bis 20.07.2012. 5 Tage (Montag, Dienstag, Donnerstag 11.00 – 16.00 Uhr, Mittwoch 11.00 – 15.00 Uhr, Freitag 11.00 – 17.00 Uhr – gesamt: 25 Stunden)

Seminar: 1- Ein Einstieg in das Wissenschaftliche Schreiben
Ab 24.07.2012. 5 Termine (dienstags, 17.00 – 19.00 UhrZEITÄNDERUNG; 2-stündig; wöchentlich)

Seminar: 2 – Schreiben einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit
Ab 24.07.2012. 5 Termine (dienstags, 19.00 – 21.00 UhrZEITÄNDERUNG; 2-stündig; wöchentlich)

Schreibgruppe: „Ich bin schwul und noch viel mehr …“ – Biografisches Schreiben für schwule Männer ab 40
Ab 02.08.2012. 10 Termine (donnerstags, 18.00 – 21.00 Uhr; 3-stündig; wöchentlich)

Schreibwochenende: Einstieg ins Biografische Schreiben
17.08. bis 19.08.2012. 3 Tage (Freitag 15.00 – 19.00 Uhr, Samstag 12.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr – gesamt: 15 Stunden)

Schreibwochenende: Einstieg ins Kreative Schreiben
24.08. bis 26.08.2012. 3 Tage (Freitag 15.00 – 19.00 Uhr, Samstag 12.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr – gesamt: 15 Stunden)

Schreibgruppe: Frei-Schreiben – Das Leben gelassener gestalten
Ab 01.09.2012. 5 Termine (samstags, 15.00 – 18.00 UhrZEITÄNDERUNG; 3-stündig; wöchentlich)

Weitere Informationen zu den Angeboten werden in nächster Zeit auf der Homepage http://schreibboutique.de veröffentlicht

Ständiges Angebot der SchreibBoutique Christof Zirkel

Schreibberatung für AkademikerInnen oder andere Menschen in Schreibkrisen: siehe unter http://schreibboutique.de/schreibberatung/ oder per Mail beratung@schreibboutique.de

Schreibgruppe: „„Das Leben erzählen“ – eine offene Schreibgruppe für Biografisches Schreiben
Wöchentlich. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/biografisches-schreiben/ oder per Mail biografie@schreibboutique.de

Schreibgruppe: „„Kreativ – Kribbelnd – Krass“ – eine offene Schreibgruppe für Kreatives Schreiben
Wöchentlich. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/kreatives-schreiben/ oder per Mail kreativ@schreibboutique.de

Gruppe: „LeseZirkel – Gemeinsam Bücher lesen und besprechen“
Ab Juli 2012. Weitere Informationen siehe unter „Neue Zeiten für den LeseZirkel“ oder per Mail info@schreibboutique.de
Termine in diesem Jahr: 16.07., 20.08., 17.09., 15.10., 19.11., 17.12.

in berlin gehen die uhren ein wenig anders

es ist nicht neu, aber es ist vom meteorologischen institut der fu berlin endlich einmal festgehalten worden: berlin hat keine normale zeitrechnung 😯 darum eröffnet der neue flughafen nach der berliner zeitrechnung auch pünktlich. hier sind die tage länger, das will nur keiner wahrhaben. danke für die aufklärung und die geschenkten stunden 😀

Bald ist Bewerbungsschluss beim Masterstudiengang Biografisches und Kreatives Schreiben an der ASH Berlin

Bewerbungsschluss: 01. September 2012

An der Alice Salomon Hochschule Berlin startet im Oktober 2012 zum siebten Mal der Masterstudiengang „Biografisches und Kreatives Schreiben“ (M.A.). „Mit Methoden der Biografiearbeit und des Kreativen Schreibens die eigene Arbeit zu bereichern oder aus dem Arbeitsalltag auszubrechen und etwas Anderes zu machen, motiviert viele unserer Studierenden für den Masterstudiengang“, so Prof. Dr. Ingrid Kollak, wissenschaftliche Leiterin des Studiengangs.

Vier Präsenzwochenenden pro Semester werden mit Methoden des E-Learning kombiniert. Neben den beiden Studienbereichen Kreatives Schreiben mit Textimpulsen aus Lyrik und Prosa und Biografisches Schreiben mit authentischen und künstlerisch-ästhetischen Reflexionen über Lebensphasen und Lebenskrisen werden schreibpädagogische Fähigkeiten vermittelt und praktisch erprobt. Neu hinzugekommen ist im letzten Jahr der Bereich des Wissenschaftlichen Schreibens. In diesem Modul werden Grundlagen für das Schreibcoaching an Hochschulen oder in anderen wissenschaftlichen Zusammenhängen vermittelt. Untersuchungen über die Wirkung Kreativen Schreibens und die Arbeit in Schreibgruppen können im Rahmen der Masterarbeit angelegt werden.

Das Studium umfasst 5 Semester und kostet 1.090,- Euro pro Semester 1-4 und 500,- Euro im fünften Semester. Bewerbungen können bis zum 1. September 2012 eingereicht werden. Weitere Informationen unter: http://www.ash-berlin.eu/studienangebot/weiterbildende-masterstudiengaenge/biografisches-und-kreatives-schreiben/willkommen/

Kulturstiftung des Bundes – Kulturen des Bruchs – ein veranstaltungstipp

eine spannende veranstaltung der kulturstiftung, die sich der frage widmet, wie weit wir mit unseren biografischen erfahrungen und erkenntnissen unseren eigenen spielraum einengen und wie weit wir wieder mut zu vergessen haben sollten. hier geht es um text, um sprache, um politik, um digitales und um das schreiben.

und nur am rande sei bemerkt: das ganze kostet nichts, es ist keine voranmeldung notwendig und die themen erscheinen ausnehmend spannend. also, nichts wie hin und sich gedanken über die zukunft machen! das ganze findet in berlin, im haus der berliner festspiele statt.

Kulturstiftung des Bundes – Kulturen des Bruchs.

diesen sommer (wieder) im programm der schreibboutique christof zirkel

Schreibwoche: Kreative Sommer-Schreibwerkstatt in und mit Berlin
16.07. bis 20.07.2012. 5 Tage (Montag, Dienstag, Donnerstag 11.00 – 16.00 Uhr, Mittwoch 11.00 – 15.00 Uhr, Freitag 11.00 – 17.00 Uhr – gesamt: 25 Stunden)

Seminar: 1- Ein Einstieg in das Wissenschaftliche Schreiben
Ab 24.07.2012. 5 Termine (dienstags, 14.00 – 16.00 Uhr; 2-stündig; wöchentlich)

Seminar: 2 – Schreiben einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit
Ab 24.07.2012. 5 Termine (dienstags, 17.00 – 19.00 Uhr; 2-stündig; wöchentlich)

Schreibgruppe: „Ich bin schwul und noch viel mehr …“ – Biografisches Schreiben für schwule Männer ab 40
Ab 02.08.2012. 10 Termine (donnerstags, 18.00 – 21.00 Uhr; 3-stündig; wöchentlich)

Schreibgruppe: Frei-Schreiben – Das Leben gelassener gestalten
Ab 06.08.2012. 5 Termine (montags, 15.00 – 18.00 Uhr; 3-stündig; wöchentlich)

Schreibwochenende: Einstieg ins Biografische Schreiben
17.08. bis 19.08.2012. 3 Tage (Freitag 15.00 – 19.00 Uhr, Samstag 12.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr – gesamt: 15 Stunden)

Schreibwochenende: Einstieg ins Kreative Schreiben
24.08. bis 26.08.2012. 3 Tage (Freitag 15.00 – 19.00 Uhr, Samstag 12.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr – gesamt: 15 Stunden)

Ständiges Angebot der SchreibBoutique Christof Zirkel

Schreibberatung für AkademikerInnen oder andere Menschen in Schreibkrisen: siehe unter http://schreibboutique.de/schreibberatung/

Schreibgruppe: „„Das Leben erzählen“ – eine offene Schreibgruppe für Biografisches Schreiben
Wöchentlich. (mittwochs, 15.00 – 17.00 Uhr; 2-stündig)

Schreibgruppe: „„Kreativ – Kribbelnd – Krass“ – eine offene Schreibgruppe für Kreatives Schreiben
Wöchentlich. (mittwochs, 18.00 – 20.00 Uhr; 2-stündig)

Gruppe: „LeseZirkel – Gemeinsam Bücher lesen und besprechen“
monatlich (dienstags, 20.00 – 22.00 Uhr; 2-stündig)
Termine in diesem Jahr: 21.08., 18.09., 16.10., 20.11., 18.12.

Weitere Informationen zu allen Angeboten und Fragen zur Anmeldung finden sich auf der Homepage http://schreibboutique.de – Voranmeldung notwendig.

das 13te poesiefestival in berlin ab dem 01ten juni – ein veranstaltungstipp

lyrik und dichtung der lebhaften sorte kann man anfang juni wieder in berlin erleben. das 13te poesiefestival startet am freitag mit lesungen, diskussionen, workshops und konzerten.

wie schon die diskussion um das gedicht von günter grass und sein neues gedicht zur lage griechenlands gezeigt haben, die lyrik, das gedicht sind alles andere als verschlafen oder im sterben begriffen. ob nun poetry slam, songtexte oder performances, die kürzere form der literatur zeigt weiterhin wirkung.

das poesiefestival bildet all dies einmal im jahr ab. an verschiedenen auftrittsorten mit verschiedenen konzepten kann man sich 9 tage lang der posie und lyrik annähern. man kann gesprächen mit den dichterInnen lauschen und sich vielleicht nach dem besuch einer veranstaltung selbst wieder einmal an ein gedicht setzen.

das programm findet man hier: http://www.literaturwerkstatt.org//index.php?id=1225 .

leben neben der berliner feuerwehr (12)

senatsgeförderte ruhestörung durch berliner beamte. 22.30 uhr, gerade eben, die hitze lässt nach, der wind ist erfrischend. alle menschen um die feuerwache herum öffnen fenster und türen, um ihre wohnungen zu lüften, um den frischen wind und den abend zu genießen. eine ruhige wohngegend. der dienst der berliner beamten hat um 18.00 uhr begonnen.

um 22.30 uhr genießt man mit freunden, die zu besuch gekommen sind, gemeinsam kühle getränke auf der feuerwache, man unterhält sich über gott und die welt in einer lautstärke, damit es auch alle nachbarn in ihren wohnzimmern mitbekommen können. und man wäscht einen privat-pkw, wie man eigentlich von morgens bis abends bei schönem wetter einen privat-pkw wäscht. wie man schon seit 20 jahren seinen privat-pkw wäscht. denn man hat nichts zu tun. nichts außer ständigem autotüren schlagen, da der pkw ja auch rundum gereinigt werden muss. ach so, der grill ist auch wieder aufgebaut, die gemütliche sitzecke im hinterhof, alles was ein laubenpieper braucht.

seit 20 jahren schaffen es weder senat, noch bezirk, noch ordnungsamt, noch die feuerwehr selber, dafür zu sorgen, dass sich ihre eigenen beamten an ihre eigenen regeln halten. tja, und da soll , wie heute gehört, jemand festgestellt haben, dass es in berlin wenig korruption gebe 😉 ein schelm, der böses dabei denkt.

das leben neben der berliner feuerwehr demnächst auch auf http://www.kiez-on-the-blog.de .

Lange Buchnacht in der Oranienstrasse in Berlin

für alle, die heute nicht wissen, was sie am abend machen sollen oder die schon genug gelesen haben: Lange Buchnacht in der oranienstrasse in kreuzberg.

viel spaß und viele bücher

„Die (s)panische Fliege“ der Volksbühne Berlin – heute in 3sat – ein Fernsehtipp

Heute Abend um 20.15 Uhr zeigt 3sat aus Anlass des Berliner Theatertreffens die Inszenierung des Stückes „Die (s)panische Fliege“ der Volksbühne Berlin. Wer bei Kälte oder Regen der Kultur eine Chance geben möchte, dem sei diese Inszenierung ans Herz gelegt. So viel Spaß hat man selten im Theater, und doch zeugt es vor allen Dingen vom Spaß der SchauspielerInnen (und den sportlichen Leistungen). Hier eine kleine Vorschau: Die (s)panische Fliege – Volksbühne Berlin.

Und hier das Programm von 3sat: http://www.3sat.de/programm/

programm der schreibboutique christof zirkel im mai und juni 2012

Seminar: 1- Ein Einstieg in das Wissenschaftliche Schreiben
Ab 12.06.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/wissenschaftliches-schreiben/ oder per Mail info@schreibboutique.de

Seminar: 2 – Schreiben einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit
Ab 12.06.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/wissenschaftliches-schreiben/ oder per Mail info@schreibboutique.de

Schreibgruppe: „Ich bin schwul und noch viel mehr …“ – Biografisches Schreiben für schwule Männer ab 40
Ab 19.05.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/biografisches-schreiben/ oder per Mail biografie@schreibboutique.de

Schreibwerkstatt: Uncreative Writing
Ab 07.06.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/kreatives-schreiben/ oder per Mail kreativ@schreibboutique.de

Ständiges Angebot der SchreibBoutique Christof Zirkel

Schreibberatung für AkademikerInnen oder andere Menschen in Schreibkrisen: siehe unter http://schreibboutique.de/schreibberatung/ oder per Mail beratung@schreibboutique.de

Schreibgruppe: „„Das Leben erzählen“ – eine offene Schreibgruppe für Biografisches Schreiben
Wöchentlich. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/biografisches-schreiben/ oder per Mail biografie@schreibboutique.de

Schreibgruppe: „„Kreativ – Kribbelnd – Krass“ – eine offene Schreibgruppe für Kreatives Schreiben
Wöchentlich. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/kreatives-schreiben/ oder per Mail kreativ@schreibboutique.de

Gruppe: „LeseZirkel – Gemeinsam Bücher lesen und besprechen“
Ab 17.04.2012. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/2012/03/15/ab-april-gibt-es-monatlich-einen-„lesezirkel/ oder per Mail info@schreibboutique.de
Termine in diesem Jahr: 15.05., 19.06., 17.07., 21.08., 18.09., 16.10., 20.11., 18.12.

Interview mit René Pollesch über Liebe und Rücksicht. – Aus dem SZ-Magazin

ein mensch, der viel zu sagen hat. zum beispiel den bemerkenswerten satz „ich glaube, dass literatur vorübergehen wird“. na dann: ein interview mit einem theaterautor, der gesellschaftskritik noch ernst nimmt 😉

Interview mit René Pollesch über Liebe und Rücksicht. – Aus dem Magazin.

die berlin web-week startet heute

sonst ist ja „nüscht“ los in der stadt 😉 eine woche lang kann man sich ausschließlich digitalen fragestellungen widmen, wenn einen die kommunikationstechnische zukunft interessiert. heute startet die „re:publica“, eine konferenz der internet-community und -macherInnen. viele veranstaltungen und diskussionen können per livestream verfolgt werden.

und am ende der woche findet die „next berlin“, eine konferenz der digitalen industrie europas statt. viele informationen zu den aktuellen themen finden sich auf der webseite. dazwischen gibt es diverse sonstige veranstaltungen, die alle auf der zentralen homepage der web-week gebündelt sind. also, abtauchen ins digitale nirvana (vorher kurz luft holen) – und falls man keine zeit dazu hat, kurz mal auf den seiten nachschauen, um dann wieder aufzutauchen und die aktuellen digitalen diskurse ins soziale umfeld tragen. denn eines ist sicher: an der digitalen welt scheiden sich immer noch die geister.

zentrale homepage: http://berlinwebweek.de/

homepage re:publica: http://re-publica.de/12/

homepage next berlin: http://nextberlin.eu/

nabelschau (67)

gentrifizierung ist überall. ein moderne, seltsamer begriff, der etwas beschreibt, das es schon immer gegeben hat. die schwierigkeit besteht darin, dass die doppeldeutig des begriffes inzwischen zu einem politikum wird. übersetzt heisst gentrification eigentlich „aufwertung“. und das kleine wörtchen „wert“ spielt die hauptrolle in diesem zusammenhang. denn es geht um die gerechtigkeit und verteilung in gesellschaften. ein beispiel:

einer der schönsten biergärten in berlin, am rand eines parks gelegen, seit jahrzehnten dort ansässig, ist im sommer treffpunkt von vielen menschen. der vorteil des gartens war es, dass er weit genug von wohnhäusern entfernt war und somit niemanden der rege betrieb bis in die tiefe nacht störte. in den letzten zwei jahren entstanden in der nähe des biergartens edle häuser mit penthouse- und loft-atmosphäre. der kenner konnte ahnen, was dies bedeutete. menschen mit viel geld platzierten sie in die nähe eines großen biergartens, da sie den ausblick von der anhöhe über die stadt schätzen.

vor ein paar tagen dann die erwartbare konsequenz: um 22.00 uhr wurden auf die bierbänke und tische an denen hunderte saßen kleine schildchen gestellt, auf denen stand, dass man sich nach 22.00 uhr bitte ruhig verhalten möge. es ist logisch, dass das nicht funktionieren kann. das ruhebedürfnis von vierzig oder fünfzig menschen wird über das soziale leben von hunderten gestellt, da man neben einen biergarten edelwohnungen stellen musste. über kurz oder lang wird der treffpunkt reglementiert und eingeschränkt werden. die „aufwertung“ führt zu „verdrängung“.

das wäre auch nicht so das problem, wenn es nicht weit entfernt, alternativen gäbe. doch dem ist nicht so. berlin ist ein schönes beispiel dafür, wie sukzessive eine innenstadt, eine mitte zu einem sterilen, langweiligen und muffigen ort wird. der potsdamer platz hat einen vorgeschmack gegeben. denn auf“wert“ung bedeutet geld. nur leider bedeutet geld heute einförmigkeit, langeweile und tristesse auf hohem niveau. ausgedrückt wird sich über wohnlage, design und autos. aber eben nicht mehr über lebenäußerungen, soziales miteinander und kreativität. es entstehen austauschbare zentren der sterilität und bewachungen.

wie schon geschrieben, das hat es schon immer gegeben. aber es offenbart sich inzwischen krasser, die kontraste werden immer größer, die finanzielle schere klafft weiter auseinander. inzwischen kann jeder die gesellschaftliche ungerechtigkeit sehen. und das macht menschen zweifelnd, lässt machtverhältnisse in frage stellen. unzufrieden sind alle, sowohl die an den rand gedrängten der gesellschaft, als auch die housekeeping-verwahrten in den zentren. seltsam, dass dies kaum jemand ändern möchte, sondern alle auf eskalationen warten.