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schnickschnack (123) – Hartz IV Möbel

wenn ich schon beim thema wohnen bin, hier ein tipp – nicht neu, aber weiterhin sinnvoll und effektiv. auch wenn dem gedanken in unserer wohnwahn-welt ein gewisser geschmack anhaftet, bleibt weiterhin die frage im raum, ob man abseits der möbel-discounter nicht manches selber machen kann. man kann, wie dieser blog zeigt. schritt für schritt und mit selbsterklärenden bildern werden unterschiedliche, unentbehrliche möbelstücke und ihre bau präsentiert. auch das möglichst kostenfreie transportieren wird bei den möbelkonzepten berücksichtigt.

der erfinder van bo le-mentzel bietet die baupläne für den eigenbedarf für lau an. inzwischen sorgen die möbel für viel nachahmung und neue wohnkonzepte. also einfach mal reinschauen: Hartz IV Möbel.

wortklauberei (99)

„billiges geld“

jupp, wieder etwas doppeldeutiges. also erst lernt das kind, geld ist geld, und dinge kosten davon einiges, wenn man sie haben möchte. es gibt festpreise und schnäppchen. beim billigen einkaufen zahlt man wenig für viel. doch dann kamen findige köpfe aus den ökonomie-zonen auf eine idee: warum die preise senken, man kann ja auch das geld billiger machen. die einen nennen es inflation, wenn es für das geld nichts mehr gibt, es nichts mehr wert ist. die anderen nennen es „billiges geld“, wenn das geld weniger kostet aber gleich viel wert ist.

es klingt wie die quadratur des kreises. gehen sie einmal in ihre bank und sagen am schalter: „ich hätte gern fünfzig euro für zwanzig euro.“ ihnen wäre zu ohren gekommen, es gebe von der ezb billiges geld. da wird man ihnen sagen, dass sie das nicht bekommen, sondern nur die banken. und das geld sei nicht billiger, nur die zinsen, die man für das geliehene geld zahlen müsse. sie beliefen sich auf ein prozent. „oh, da nehme ich auch was von. ich hätte dann gern einhundert euro zu einem prozent zinsen.“ und abermals wird die bank ihnen erklären, das gehe so nicht. es solle doch nur der stützung des marktes dienen, damit die banken genug geld hätten, um es zu mehr zinsen weiterverleihen zu können und zu wollen. sie sagen abermals, das würde ich auch gern machen. ich leihe mir also bei ihnen 200 euro zu einem prozent zinsen und verleihe es wieder zu drei prozent zinsen (damit liege ich allemal unter ihren konditionen).

doch auch in diesem moment versteht ihre bank keinen spaß. sie wird ihnen erklären, dass sie das nicht dürfen. da haben sie noch eine frage: „wenn ich das richtig verstanden habe, dann bekommen sie als bank billiges geld, da ich einen großen teil meines geldes wiederum an den staat gebe, der es der ezb gibt, die es billig an sie weitergibt? dann ist es doch nur für sie billig, mich kommt es aber teuer zu stehen?“ da hätte man etwas falsch verstanden, werden sie ihnen sagen. würde das nämlich nicht geschehen, würde sie als bank keine kredite mehr vergeben. sie sagen nur noch einen satz: „dann haben sie ihren beruf verfehlt.“ und am nächsten tag schreiben sie an den finanzminister, sie wollten ihr billiges geld zurück, es würde ja unter wert vergeben, sie hätten dafür aber ganz schön geschuftet.

sie können sicher sein, ab diesem moment wird man sie für nicht mehr geschäftsfähig erklären, sie als verrückten einordnen. und dabei hatten sie doch nur als kind gelernt, dass geld zwar wert verlieren kann, aber nicht billiger werden kann. so hatten sie nicht gewettet, als sie steuern als gesellschaftlichen beitrag befürworteten, nun sind sie nur noch ein finanzgesellschaftlicher beitrag 😡

schreibidee (229)

und wenn wir dann gerade schon beim geld sind, seit zwei jahrzehnten ist das „schnäppchen“-fieber ausgebrochen. die jagd ist eröffnet und überall wird die beute erlegt. das bedient sowohl die bedürfnisse der „jägerInnen“ als auch der „sammlerInnen“. was will man mehr. wenn da nicht die nebenerscheinungen wären, die an so einer billigen produktionsweise. darum ist es an der zeit, auch beim schreiben die discount-mentalität zu verwirklichen und „billige texte“ zu verfassen.

am anfang steht die frage, was ist ein „billiger text“. sicherlich einer, der ausschließlich mit hilfe von copy und paste entstanden ist. darum werden vor dem schreibgruppentreffen die teilnehmerInnen aufgefordert texte und gedichte von sich mitzubringen oder an die gruppenleitung per mail zu senden (was vieles erleichtert), die sie früher verfasst haben. entweder stellt man frei, wie viele es sind oder man begrenzt auf jeweils fünf exemplare. denn nun werden die ganzen texte und gedichte für alle gruppenteilnehmerInnen jeweils kopiert oder ausgedruckt. alle haben einen stapel von material vor sich.

nun wird gebastelt. abschnitte, sätze und zeilen werden ausgeschnitten und zerteilt, um sie mit klebestift und papier neu zusammenzufügen. (im idealfall liegen alle texte als dateien vor und alle teilnehmerInnen können ein laptop mitbringen.) alle sollten jeweils einen text und ein gedicht aus den vorliegenden materialien herstellen, ohne ein einziges eigenes wort hinzuzufügen. die billigen texte werden anschließend vorgetragen.

anschließend versucht sich die schreibgruppe an einer weiteren variante der billigen texte. billige texte sind texte, die sich an platitüden orientieren. also ist ein text zu verfassen, der drei, vier vorgaben bekommt. zum beispiel kann die geschichte von zwei menschen handeln, die gemeinsam auf eine tagung fahren müssen, mit dem auto in einer abgelegenen gegend liegen bleiben, eine romantische unterkunft finden, sich näher kommen und zum schluss gemeinsam glücklich in den sonnenuntergang blicken. hier können drei verschiedene angebote gemacht werden.

wichtig ist es bei diesen texten, alle ansprüche an das eigene schreiben, die man im laufe der schreibgruppe entwickelt hat, beiseite zu lassen und sich in einfachen, schönfärberischen sätzen zu versteigen. dabei darf in die vollen gegangen werden. es wird sich zeigen, dass dies teilweise schwerer ist, als man denkt. die texte werden anschließend vorgetragen und in der feedbackrunde diskutiert, wie gut die platitüden getroffen wurden.

ergebnisse zur schreibaufgabe 14

Ein Billiger Text mit 94 Worten

 

Es war einmal ein Bauer.

Um sein Korn verkaufen zu können, musste er mehrere Tage mit seinem Esel übers Land reiten.

Einmal zog sich seine Reise zum Markt besonders in die Länge und sein Proviant ging zur Neige.

Als der Bauer dem Esel sein letztes Stück Brot gab, wurde er von einem Hirtenjungen, der dies beobachtet hatte, gefragt: „Weshalb gibst du diesem Esel deinen letzten Bissen?“ 

Der Bauer antwortete. „Na, wenn ich alles alleine esse, ärgert mich jeder Krümel, der auf den Boden fällt. So aber fühle ich mich reich.“

Sprach´s und wanderte weiter.

 

Sabine Samonig

 

Ein Billiger Text mit 150 Worten

 

regen

gerade kam ich nach hause. auf dem weg fing es an zu regnen. erst kam ein starker wind auf, der auch jetzt noch ganz schön bläst. dann nieselte es ein wenig. und zum schluss hat es dickere tropfen geregnet. erst war der boden nur ein wenig mit feuchtigkeit benetzt, doch jetzt ist alles ganz nass. wenn dann so eine windböe durch durch die bäume fegt, dann fallen dicke wassertropfen runter. deshalb bin ich schneller gelaufen. dabei musste ich aber aufpassen, dass ich nicht auf dem feuchten laub ausrutschte. denn durch den starken wind liegt fiel laub auf den wegen. das laub ist schön bunt. vor allen dingen die farben gelb, rot und orange sind am häufigsten vertreten. die blätter glänzen durch den regen. leider strahlen sie nicht so richtig, da der himmel grau verhangen ist. es hat auf dem weg nach hause geregnet. ich bin froh daheim zu sein.

christof zirkel

schreibaufgabe (14)

da zur zeit in großem stil geld vernichtet, geschichtet und nachgedruckt wird, die ökonomie sich als gerade selbst überholt, scheint es geboten, eine schreibaufgabe zu stellen, die sich dem zahlungsverkehr anlehnt. folgen von geldvernichtungen sind immer, dass manchen menschen die verfügbarkeit über zahlungsmittel beinahe vollständig abhanden kommt. sie haben schlagartig kein geld, keine rente oder keine ersparnisse mehr. die politik sagt in solchen momenten gern, man solle jetzt nicht in panik verfallen, da dies die stabilität des finanzsystems gefährden könnte. dass die panik im vorfeld bei den experten ausgebrochen ist, ist nur eine randerscheinung.

wenn dann das geld knapp wird, schärft sich der blick für sonderangebote. dieses soll in der schreibaufgabe gemacht werden. es ist ein „billiger“ text zu schreiben. da mit ressourcen sparsam umzugehen ist, sollte er nicht mehr als 150 wörter umfassen. also, sparsam die worte wählen und ruhig ein bisschen geizen, weiß doch keiner, wie das noch weitergeht mit dem geld 😀