Schlagwort-Archive: bloggen

web 2.94 – autismus und bloggen

autismus tritt sehr unterschiedlich in erscheinung, der grad der beeinträchtigungen bei der gestaltung des alltags ist ebenso verschieden. das asperger-syndrom ist die etwas abgeschwächtere form des autismus. bis heute sind sich die psychologen und mediziner bei ihrer diagnostik nicht einig. doch dies spielt eigentlich keinen rolle, wenn ein mensch sich in seinen handlungsmöglichkeiten beeinträchtigt fühlt.

den gedanken und dem empfinden von menschen mit autistischen störungen wurde lang keine aufmerksamkeit geschenkt. erst in den letzten jahrzehnten (teilweise einhergehend mit der entwicklung des internets) wurde dem erleben des autismus mehr aufmerksamkeit geschenkt. und es entwickelte sich ein digitales medium, das von menschen, die schwierigkeiten mit sozialen interaktionen und der kommunikation haben, teilweise gut gehandhabt werden kann. das medium internet bietet eine plattform, auch mit autistischen störungen am gesellschaftlichen austausch teilzuhaben.

selbst wenn die störung autismus nicht hinreichend diagnostiziert und erklärt werden kann, so kann doch inzwischen von den betroffenen auskunft über ihr erleben gegeben werden. und das bloggen ist dafür eine gute möglichkeit. darum möchte ich hier ein paar blogs von menschen über ihr leben (mit der störung) verlinken. ich will sie gar nicht einzeln vorstellen, sondern alle dazu einladen, sich lesend ein eigenes bild zu machen und vielleicht in austausch zu treten:

http://nach21.wordpress.com/

http://autzeit.wordpress.com/

http://realitaetsfilter.wordpress.com/

http://herzlichchaotisch.wordpress.com/

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wordpress.com geht immer verschlungenere pfade

das anliegen ist ein schönes, die ergebnisse werden immer anstrengender und rauben vermehrt zeit. wordpress.com versucht seit längerer zeit stück für stück die angebote auszubauen. darum erhalten die bloggerInnen immer mehr funktionen für den webauftritt. so kann man nun formulare einrichte, sich mit diversen plattformen und angeboten verschränken, die mediathek vielfältigst nutzen, immer mehr am layout verändern, von phones und pads den blog bestücken und vieles mehr.

leider gibt es einen nebeneffekt, der von woche zu woche stärker in den vordergrund rückt. allein die einstellungen, die zu beachten und vorzunehmen sind, haben inzwischen eine dimension erreicht, bei der man sich an photoshop erinnert fühlt 😉 das kommentieren ist inzwischen eine kunst für sich geworden, die vor allen dingen oft gar nicht mehr funktioniert. für jeden schnickschnack muss man inzwischen angemeldet und noch einmal angemeldet sein. man muss drei tricks anwenden, damit der blog nicht ein einziger ewig langer wurmfortsatz auf den bildschirmen der userInnen wird. die verschränkung mit facebook fordert immer wieder zu einer neuverknüpfung auf, obwohl alles hübsch funktioniert.

liest man sich die foren durch, häufen sich in letzter zeit die unzufriedenheiten – vor allen dingen von menschen, die viel bloggen. jeder kritik wird letztendlich damit begegnet, dass erklärt wird, die mehrheit hätte aber gern diese veränderung oder es geschehe alle aus sicherheitsgründen. dabei werden dann durch die hintertür follows und abos aufgebaut, die man erst wieder verneinen oder auch nur schweigend aushalten muss. abgesehen von den bugs und technischen problemen, stellt sich die frage, wozu das alles? andere web-2.0-angebote verschlanken eher, aber hier wuchert an jeder ecke etwas neues. will man das wirklich haben? braucht man das?

ein vorteil des bloggens war es einmal, dass es schnell und unkompliziert geht. dass andere menschen schnell darauf reagieren können und dass jeder, der lustig ist, individuell zusätzliche schnickschnack installieren kann. doch nun wird verstärkt pauschal für alle installiert, ob man will oder nicht. das rückgängig-machen liegt beim user und fordert stete zusätzliche schritte.

ich beschreibe dies hier nur, um aufzuzeigen, dass die nutzung von wordpress.com immer mehr zeit in anspruch nimmt. etwas, wofür man eigentlich nicht bloggt. und auch wordpress.org ist auf dem weg einer immer unüberschaubareren komplexität. ist das wirklich gewünscht – von allen anderen? ich bin mir da nicht mehr so sicher. will man wirklich jede woche wieder etwas neu einrichten, einstellen und überprüfen müssen? also ich eigentlich nicht. – schade!

vier jahre schreibschrift-blog – zeit zu protzen

ein paar zahlen:

118 900 aufrufe

5453 schlagwörter

4587 spam-kommentare

2360 artikel – posts

427 kommentare

47 followers

nein, weltbewegend sind die zahlen nicht, wäre auch kaum bei dem thema des blogs zu erwarten. darum bereitet es doch weiterhin freude, gelesen zu werden, abseits all der daten-autobahnen. und es sammeln sich nebeneinander info und nicht-info an. begonnen hatte alles damit: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/03/18/hallo-beim-blog-zur-schreibpadagogik/ .

experiment gelungen und weiter geht´s.

christof zirkel

„der therapeut für die hosentasche“ von therese borchard – ein buchtipp

lebensweisheiten helfen, sonst würden sie ja nicht lebensweisheiten heissen. ähnliches ist bei sinnsprüchen der fall oder bei sprichwörtern. alle sind geronnene formen von alltäglichen erkenntnissen, die sich gern wiederholen. und viele sind aus schwierigkeiten und problemen heraus entstanden.

und so begab sich vor etlichen jahren eine frau ins internet, um über ihre psychischen probleme zu berichten, aber vor allen dingen auch, um ihre lösungswege und -versuche zu veröffentlichen. so bloggte therese borchard seit etlichen jahren und gewann beständig leserInnen, die mit ihren überlegungen und beschreibungen etwas anfangen konnten.

was selten vorkommt, sich aber manchmal doch umsetzen lässt: aus dem blog von therese borchard (siehe http://blog.beliefnet.com/beyondblue/ ) ist ein büchlein geworden: „der therapeut für die hosentasche – 144 tipps für emotionale notfälle – ein unverzichtbarer begleiter für den alltag„.

die autorin hatte nie vor, ihre erkenntnisse zu verallgemeinern. sie beschreibt nur, was ihr gut getan hat. sie beschreibt, wie sie mit neurotischen und psychotischen situationen umgegangen ist. was ihr geholfen hat und was ihr nicht geholfen hat. dies ist meist subjektiv, kann aber auch anderen helfen. der blog lief nur deshalb so gut, weil sich viele menschen, in ähnlichen situationen wiedergefunden haben. und man sollte ernst nehmen, was auf dem buch steht: es geht wirklich um emotionale notfälle, also etwas, was nicht jeder mensch jeden tag erlebt, aber genug menschen, beinahe täglich. (sonst würde man auch keinen therapeuten, keine therapeutin aufsuchen).

und so werden aus berichten, kleine lebensweisheiten für menschen in krisenhaften situationen. da kann auch solch ein büchlein hilfreich sein. und dann kann man auch darüber hinweglesen, dass eine der lösungen von therese borchard im christlichen glauben liegt. auch dies ist geschmackssache, besser glaubenssache, und kann manchen helfen, anderen wieder nicht. wie alles in diesem buch, kann man dies nur für sich selber entscheiden. aber ein blick hinein lohnt sich, wenn man nach wegen sucht, heftige psychische krisen durchzustehen.
das buch ist 2011 im schwarzkopf & schwarzkopf verlag in berlin erschienen. ISBN 978-3-86265-042-2

web 2.0 und mut

klingt erst einmal komisch, im netz mut zu benötigen. viele machen sich darüber wahrscheinlich überhaupt keine gedanken. da ist ein netz, in dem sich viele menschen bewegen, mit denen möchte ich kommunizieren, spielen oder daten austauschen, warum also noch einen gedanken verschwenden. die dimension ihres handelns wird ihnen oft erst später bewusst.

andere nehmen diese dimension gedanklich vorweg. sie malen sich auch, was alles passieren könnte, wenn man sich nur mit ein paar worten an die weltöffentlichkeit wendet. die überwindung ist groß (mal abgesehen von der diskussion um die sinnhaftigkeit) und es bedarf mehrerer anläufe, um alles zu bewältigen.

und dann gibt es noch den schock. man hat einmal was geschrieben und bekommt anschließend panik, ob dies im web überhaupt richtig platziert ist, von anderen verstanden wird oder ob es nachgefragt wird. alle drei aspekte benötigen an einem bestimmten punkt mut. den mut, auszuhalten, nicht zu wissen, was andere mit dem, was man geschrieben hat, machen. den mut zu realisieren, dass das geschriebene nun jeder lesen kann.

journalistInnen lernen dies im laufe ihres berufslebens, sie stehen in kontakt mit den leserInnen und vor allen dingen mit redaktionen, erhalten also auch ein professionelles feedback. die einzelnen web-schreiberInnen erleben dies erst einmal nicht. vieles versinkt im netz und taucht nie wieder auf. abseits der großen frustration, die es auslöst, Weiterlesen

1500 posts im schreibschrift-blog

ja, jubiläen soll man immer ein wenig feiern. darum sei erwähnt, dass diesen blog innerhalb von 2 3/4 jahren inzwischen 1500 posts füllen. das ist jetzt nicht gigantisch viel, aber doch so mancher gedankengang zur schreibpädagogik, zum kreativen und biografischen schreiben oder eben auch zum web 2.0 sind dabei. habe sie in den vorherigen posts versucht zu bündeln.

und natürlich kommen dann noch die rubriken, wie schreibideen, selbstbefragungen, listen, wortklaubereien, schreibspiele, schreibaufgaben und nabelschauen. manche rubriken wachsen konsequent weiter, andere wenn einem gerade einmal etwas über den weg läuft. ähnlich sieht es mit den veranstaltungs- und buchtipps aus. kommt man viel zum lesen und muss man aus anderen gründen pausen einlegen, liest man von einer interessanten veranstaltung oder hat man keine große zeit sich kundig zu machen.

somit haben die veröffentlichungen hier nicht alle mit den vorlieben des administrators zu tun, sondern mit dem zeitkontingent, das einem zur verfügung steht. eigentlich könnte man noch viel mehr posten, doch es gibt noch andere dinge, die das leben bestimmen. ein wenig stolz darf nun schon aufkommen, wenn man auf die vielen zusammengetragenen gedanken zurückblickt.

aber auch selbstkritik findet ihren raum. manches hier veröffentlichte ist nicht gerade von hoher qualität, anderes wiederum wird stetig nachgefragt. und bei dieser fülle kann es gut passieren, dass mancher link alter nachrichten einfach nicht mehr existent ist. wäre dieser blog eine festanstellung und bezahlte dienstleistung, könnte man sich die mühe machen, immer wieder alle links zu überprüfen, doch so bleibt altes einfach alt und wird vielleicht einmal aufgefrischt. aber es kommt auch beständig neues hinzu, also der „stoff“ wird nicht ausgehen.

darum wünsche ich freudiges lesen, hoffe ein paar anregungen geben zu können und mehr muss es dann auch nicht sein. 😀

75 000 besuche auf dieser seite

manche kleinen meilensteine freuen dann doch. also dieser blog ist ein kleiner. schon das thema lockt nicht so viele hinter dem ofen hervor. es ist auch kein sehr aktueller blog, sondern eher ein auf wenige bereiche spezialisierter, der sich langsam zu einer datenbank auswächst. zum einen dient die datenbank mir selber als sammelpunkt für alles, was mir so zum schreiben, zur schreibpädagogik, zum kreativen schreiben, zum biografischen schreiben, zu wörtern, zur sprache und zum web 2.0 einfällt und auffällt. zum anderen wird er aber inzwischen auch von den leserInnen ganz spezifisch zu manchen fragestellungen genutzt, und wenn es nur die durchsicht der zur verfügung gestellten schreibideen ist.

schön ist es, dass der blog seinen platz in den suchmaschinen gefunden hat. schön ist es auch, dass der blog anscheinend weiterhin informiert, auch wenn manche posts schon annähernd drei jahre alt sind. und so bleibt die besucherzahl auf einem angenehmen konstanten niveau, auch wenn ich mal nicht die zeit und muse zum bloggen finde. da sammeln sich dann die in der statistik verzeichneten besuche an. und jetzt sind es eben gerade 75 000. da danke ich doch mal für das interesse.

klar, es könnten viel mehr sein, doch dann müsste ich über etwas anderes schreiben. zum beispiel über sex (gern wird die selbstbefragung zum thema „sex“ gelesen) oder über aktuelle politik (würde mich aber zu sehr aufregen 😀 ) oder über mein leben und meinen alltag (ob das so interessant wäre ?). also bleibe ich einfach weiter bei dem angebotenen, freue mich über kommentare und anregungen und werde demnächst weiteres von dem hier veröffentlichten in der linkliste bündeln, damit man den überblick behalten kann.
beim 100 000 besuch wäre dann ein piccolöchen zu öffnen, jetzt ist es nur (beinahe) stille freude 😉

schluss mit pause

es gibt viele gute gründe, beim bloggen eine pause einzulegen. doch manchmal gibt es auch viele gründe wieder einzusteigen. werden sie doch gehäuft von außen an einen herangetragen. und irgendwie steht weiteres aus zum schreibprozess geschrieben zu werden. (seltsam, dass gerade bei diesem thema der schreibprozess im blog abbrach 😉 ) also dann, auf ein neues, und nur mal als botschaft an die welt, das jahr dürfte dann langsam ein wenig ruhiger werden. in meinem horoskop stand etwas anderes 😛

facebook und die soziale rasterfahndung

„facebook“ (und all die anderen anbieter von sozialen netzwerken) ist erst einmal eine hübsche gelegenheit, sich mit der ganzen welt zu vernetzen. also natürlich nicht mit der ganzen welt, aber mit der welt, die einen internetzugang hat. und diese welt wird immer größer. facebook suggeriert auch seinen nutzerInnen, dass sie entscheiden, was sie öffentlich machen und was hinter verschlossenen türen abgeht. da unterscheidet sich facebook nicht von vielen anderen digitalen technologien, die über die halböffentlichen datenkanäle laufen. mails können verschlüsselt werden, homepages und blogs mit passwörtern für einen ausgewählten kreis zu verfügung gestellt werden und dateien geschützt werden.

so scheint es. doch viel kraft wird darauf verwendet, die daten trotzdem zu bündeln und zu sammeln, ohne das direkte einverständnis der nutzerInnen. die vorratsdatenspeicherung ist das öffentliche politische beispiel dafür, die cookies sind das versteckte und oft erzwungene beispiel. doch facebook spielt sich auf einer anderen ebene ab, auf einer zusätzlichen, nämlich meist der ausschließlich privaten. das macht facebook so interessant für datensammler. hier wird das wohnzimmer, der freundeskreis, werden die freundschaften und liebesbeziehungen digitalisiert. kontaktdaten sagen mir noch nichts darüber, wozu ich die kontakte nutzte. zuordnungen, wer bei mir auf die seite darf, mit wem ich viel kommuniziere, wen ich einlade und wen nicht, sagen viel mehr.

wenn nun noch der musikgeschmack, private bilder, links, chats und gegenseitige nachrichten dazukommen, Weiterlesen

50 000 besuche auf diesem blog in anderthalb jahren

kaum wieder ins schreiben gekommen nach verdienter pause, zeigt mir das zählwerk zum einen an, dass die pause nicht unbedingt leserInnen davon abhielt, den blog zu besuchen, zum anderen, dass nach anderthalb jahren eine ganz ordentliche marke überschritten wurde.

es freut, wenn ein interesse am geschriebenen besteht. vieles notiert man ja auch für sich, wie zum beispiel die schreibideen und schreibaufgaben, da man sie selber in schreibgruppen und anderen arbeitszusammenhängen anwenden kann. ebenso die ganzen überlegungen zum kreativen schreiben, zum biografischen schreiben und zur schreibpädagogik an sich. dies bringt einen im laufe der zeit fachlich weiter.

wenn dann noch ein interessanter diskurs entsteht (der immer noch zu gering ist, den ich aber auch nicht immer aufrecht erhalten kann (die zeit, die zeit … 😮 )), freut das um so mehr. hier auch schon häufiger betont, das faszinierende am web 2.0 ist es, dass solche klitzekleinen nischen tatsächlich wahrgenommen werden. diese faszination wird sich bei mir nicht so schnell legen. anders geschrieben: „es funktioniert“. und noch einmal anders formuliert: es spricht sich auch herum. dazu muss man noch nicht einmal sehr häufig verlinkt sein, es braucht anscheinend nur ein wenig geduld.

so werde ich wohl ein tässchen mineralwasser auf diesen kleinen erfolg trinken, mich bemühen, nicht zu viele negative kommentare abzusondern (obwohl mir da schon wieder eine menge einfallen würde) und weiterhin den gesamtgesellschaftlichen blick nicht aus den augen zu verlieren. und ich danke natürlich für die aufmerksamkeit.

kreatives schreiben und regelmässigkeit

mit dem schreiben ist es, wie mit dem fahrradfahren: man verlernt es nie wieder. selbst wenn längere pausen entstehen zwischen einzelnen texten, die man schreibt. kaum nimmt man sich die zeit, kann man es auch wieder. doch dieses sich zeit nehmen ist für viele ein hinderungsgrund ins regelmäßige schreiben zu kommen.

es finden sich so viele gründe, weshalb man gerade gar keine zeit hat, sich hinzusetzen und zu schreiben. dabei sind der kopf, die journale, die schmierzettel und die kladden so vollgeschrieben mit ideen. hier scheint der innere schweinehund zu überwinden zu sein. denn dieser schweinehund kategorisiert die tätigkeiten in wichtigkeitsstufen. und da steht zum beispiel das spülen des geschirrs vor dem schreiben. erstaunlich scheint es oft, dass die eigenen, ganz subjektiven bedürfnisse hinter vielem „nebensächlichen“ zurückstehen müssen.

schnell ist vergessen, wie gut es sich anfühlt, etwas zu papier gebracht zu haben. doch die wertigkeit des eigenen schreibens wird gerne den beurteilungen der umwelt überlassen. und die versteht nicht so richtig, weshalb ein paar ideen zu papier zu bringen, die noch nicht einmal veröffentlicht werden, so wichtig sein soll. dieses urteil wird gern übernommen und alles andere vorher erledigt, bevor man sich hinsetzen darf, um den stift zur hand zu nehmen oder in die tastatur zu tippen. genau diese vorstellung bringt einen aber gern vom schreiben ab. es sammeln sich noch mehr ideen an, die nicht niedergeschrieben werden und irgendwann erscheint einem der tägliche text so weit entfernt, dass man das mit dem schreiben lieber erst einmal sein lässt. dabei kann auch in einer dazwischen geschobenen halben stunde schon viel niedergeschrieben werden. in solchen momenten der verhinderten regelmäßigkeit hilft vielleicht der gedanke wieviele sinnlose dinge man sonst im laufe des tages man macht, aber das, was einem spaß macht, lässt man liegen. übrigens ist ein blog wie dieser eine wunderbare aufforderung an die regelmäßigkeit. Weiterlesen

web 2.0 und schulunterricht

ein schönes beispiel für die nutzung von blogs für den unterricht wurde hier über einen kommentar bekanntgemacht (siehe http://fensterl4b.wordpress.com/ ). eine vierte klasse bloggt also ab und zu und berichtet schriftlich von erlebnissen oder notiert eigene geschichten. dies scheint mir eine wunderbare möglichkeit zu sein, kinder und jugendliche an die möglichkeiten der modernen kommunikationsmittel heranzuführen. wichtig scheint mir dabei, dass dieses begleitet wird.

sehr schön an dem beispiel ist auch, dass die eltern sich beteiligen können. nicht auf der seite der texte der kinder, aber auf einer extraseite. durch dieses angebot, sind auch die eltern aufgefordert, sich über die kommunikationsmittel und medien kundig zu machen. hier könnte man sich zum beispiel eine eigenständige schulung der eltern vorstellen. im fernsehen kam vor ein paar tagen ein bericht, dass eltern einen kurs besuchten, in dem ihnen die egoshooter-spiele ihrer kinder vorgestellt wurden, um überhaupt einmal zu sehen, was ihre kinder machen.

medienpädagogik für eltern ist bestimmt eine hilfreiche idee. denn die heutige entwicklung unterscheidet sich von früheren verwendungen der kommunikationsmittel: den fernseher, die bücher oder das radio kannten die eltern auch. den computer schon nicht mehr so leicht und das internet viele beinahe nicht. oder zumindest abseits der klassischen pfade des informationsnetzes kaum. doch um die freitzeitgestaltung der kinder zu kennen und mit ihnen darüber kommunizieren zu können, ist es hiflreich sie zu kennen.

da scheint der versuch des begleiteten bloggens als möglichkeit auch für viele andere schulen. eine schwierigkeit besteht sicherlich darin, dass alle schülerInnen und deren eltern einen zugang zum internet haben oder zumindest die möglichkeit haben, einen zugang zu nutzen. dafür sind viele schulen technisch viel zu schlecht ausgestattet.

web 2.36 – re:publica `09

im dritten jahr in folge gibt es ein treffen der deutschen bloggerInnen-szene in berlin. unter dem motto „shift happens“ (veränderung passiert) gibt es zahlreiche vorträge und diskussionsrunden zu allen aspekten rund ums bloggen. daran beteiligen sich sowohl profis, amateure als auch firmen und konzerne. die veranstaltung nennt sich „re:publica `09“ und findet vom 01ten bis 03ten april im friedrichstadtpalast und in der kalkscheune in berlin statt.

dass bloggen anscheinend in deutschland erst so langsam in die gänge kommt, zeigt sich daran, dass dies die einzige veranstaltung ihrer art in der bundesrepublik ist und dass sie beständig wächst. das kontingent der dauerkarten für die drei tage ist schon ausverkauft, der zugang für journalistInnen muss beschränkt werden, da die räumlichkeiten nicht mehr platz bieten. es können anscheinend nur noch karten für einzelne veranstaltungen und tage bezogen werden. ein wenig schade ist es, dass online keine übertragung zu sehen ist. zumindest kann ein rss-feed installiert werden, der die neuesten meldungen rund um die veranstaltung bündelt und natürlich kann der veranstaltungseigene blog besucht werden. zu finden ist dieser unter: http://www.re-publica.de/09/ . na ja, und nächste jahr muss wohl auf noch größere räume ausgewichen werden, denn shift happens.

ein jahr „schreibschrift“-blog

einjahrblog

jetzt blogge ich hier seit exakt 365 tagen. begonnen hat das alles ja eigentlich mal als versuch für eine masterarbeit. ich kann nicht verhehlen, es hat spaß gemacht. und nun existiert der „schreibschrift“-blog immer noch. am anfang zweifelte ich noch, ob mir genug einfällt, um einen blog zum thema schreibpädagogik und kreatives schreiben zu füllen. inzwischen zweifle ich da nicht mehr.

mag es daran liegen, dass sich die aufmerksamkeit für veränderungen im web 2.0 ebenso erhöht hat zum beispiel für veröffentlichungen zum schreiben, zum kreativen schreiben, zum biografischen schreiben oder zur schreibpädagogik, es findet sich beständig neues. es lohnt sich auch für mich, sonst hätte ich den blog schon längst aufgegeben. der blog dient meiner selbstverständigung zum fach. so sammeln sich im laufe der zeit immer mehr gedanken und links. und ich fordere mich selber immer wieder neue aspekte zu beleuchten, zu durchdenken. dazu kommt, dass ich durch den blog einfach im schreibfluss bleibe, der dem freewriting nicht unähnlich ist.

die folgen müssen leider die leserInnen von „schreibschrift“ aushalten. teilweise tauchen schreibfehler auf, schräge formulierungen oder unvollständige sätze. aber es ist ja nur ein blog. diese zwischenform zwischen gespräch und buch bietet den vorteil, dass perfektion nicht unbedingt das hauptziel ist. ich darf auch einmal daneben liegen. so wird ein entspanntes arbeiten möglich, und doch sammeln sich stück für stück mosaiksteinchen zu einem größeren ganzen zusammen.

und langsam lohnt es sich, das alles zu bündeln. ob es die über hundert schreibideen, die 25 schreibaufgaben, die über 50 posts zu themen wie „schreibpädagogik und…“, „kreatives schreiben und…“, „biografisches schreiben und…“ oder „web 2.0 und…“ sind, die heute und morgen vorgestellt werden. oder ob es die über fünfzig „schnickschnack“s sind, einfach links, die mir aus dem einen oder anderen grund spaß machen, die über zwanzig wortklaubereien und zuletzt auch noch ein wenig nabelschau. es sammelt sich und lässt sich immer wieder auswählen, wiederverwerten.

und zu aller freude, wächst die leserInnenschaft beständig, obwohl hier so viel geschrieben wird und manche(n) diese kleinschreiberei stört. das ist so zu schreiben ein bonus, der vielleicht das interesse am kreativen schreiben fördert. was will ich also mehr, als weiterzumachen?

vielleicht noch ein wenig mehr den bedarf der leserInnen bedienen. dazu in den nächsten tagen eine kleine befragung. ansonsten ruhig noch mehr austausch, auch wenn die beantwortung oder reaktion ein wenig dauert. und letztendlich will ich noch mehr zeit, um das alles zu formulieren 😮 danke für das interesse.

die zahlen: 30177 besuche, 903 posts, 768 verhinderte spamkommentare!!!, 229 kommentare, 1592 tags (stichworte), 1100 mal die selbstdarstellung aufgerufen, 350 mal „lange texte vs. kurze texte“ gelesen und 305 mal die „50 schreibideen aus diesem blog auf einmal“ abgerufen. na dann!!

christof zirkel

web 2.33 – digital diary

blogs haben teilweise eine sehr kurze halbwertszeit. mit großem enthusiasmus wird angefangen, doch wenn sich nicht genug leserInnen finden, geben bloggerInnen auch schnell wieder auf. da fällt ein blog, der inzwischen seit zehn jahren existiert, ein wenig aus der rolle.

es handelt sich dabei um den blog „digital diary – vom sinn des lebens zum buchstabenglück„. wenn man sich den blog anschaut, fällt einem auf, dass nicht täglich geschrieben werden muss, um aufmerksamkeit zu erhalten. wichtiger scheint es, und schreibt auch die betreiberin claudia klinger, zum einen das gefühl zu haben, etwas mitteilen zu wollen und durchzuhalten. sie will zumindest weiter durchhalten, auch wenn das twittern inzwischen angesagter ist.

twittern kann sicherlich die tagebuchform des blogs ersetzen, auch die aktuellen nachrichtenblogs, aber nicht unbedingt die spezialisierten blogs auf bestimmte themenbereiche. hier geht es immer noch um die verlinkung und den diskurs. und doch kann wahrscheinlich kein blogger, keine bloggerin sagen, wie lang weiter gebloggt wird. bei allen besteht die möglichkeit, dass die lust, etwas mitzuteilen, versiegt und der blog eingestellt wird. manche lassen anschließend ihren blog im netz und stellen die infos weiter zur verfügung, andere löschen ihn vollständig. na ja, und claudia klinger macht weiter.

besonders schön ist die tatsache, dass alle blogeinträge der letzten zehn jahre in einer übersicht betrachtet und ausgewählt werden können. dies ermöglicht es, die entwicklung einer bloggerin nachzuvollziehen. eine art biografisches angebot, natürlich nur in bezug auf den blog. aber wahrscheinlich sehen die zukünftigen gesellschaftlichen archive genau so aus. zu finden ist der blog unter: http://www.claudia-klinger.de/digidiary/ .

bloggen wie gott in frankreich

unser nachbarland kann man um vieles beneiden: das gute essen, die lebhafte kulturszene, die philosophen, die filme, den gesellschaftlich verankerten intellektualismus und den unverkrampfteren umgang mit sozialismus (obwohl dies zur zeit ein wenig in frage zu stellen ist). und nun auch noch um das bloggen. in der zuletzt erwähnten süddeutschen zeitung vom 28.02. wird die bloggerszene frankreichs beschrieben.

neid, da kommt neid auf. zum einen wird anscheinend in frankreich viel mehr gebloggt. zum anderen wird anders gebloggt. blog haben eine gesellschaftliche funktion des sozialen und politischen austauschs. in den blogs wird anscheinend mehr über gesellschaftliche belange diskutiert und diese diskussionen werden auch mehr beachtet. das soll nicht heißen, dass es in deutschland solche blogs nicht auch gibt und sie nicht zu genüge gelesen werden.

aber die diskussionskultur lässt doch weiterhin zu wünschen übrig. manche tageszeitung schließt ihre diskussionsforen über nacht, da ohne moderation gar nichts geht. einen diskurs pflegen ist nicht unbedingt die stärke dieses landes. wird es wahrscheinlich auch nicht so schnell werden. man schaue sich als vorbild nur die talkshows im fernsehen an. meist handelt es sich nur noch um eine aneinanderreihung von plattitüden. und was vor allen dingen auffällt, es sind immer die gleichen gäste. viele wollen sich nicht dem diskurs, vor allen dingen dem politischen, aussetzen. woher die angst rührt ist unklar, bietet aber „meinungsmacherInnen“ zu viel raum. so wird auch im blog die diskussion um gesellschaftliche entwicklungen schwierig und bleibt oft beschränkt auf aussagen wie „stimme ich zu“ oder „stimme ich nicht zu“ in verschiedensten ausformungen. vielleicht ergibt sich noch häufiger tiefschürfendes, wenn die zahl der bloggerInnen weiter steigt und zahlen wie in frankreich erreicht.

schnickschnack (57)

wenn zeitungen sich zur zeit verändern, gewinnt man oft den eindruck, sie versuchen ihre artikel zu verkürzen, ihr format zu verkleinern und der begriff „synergie-effekt“ ist ein journalistischer grundbegriff geworden. da werden redaktionen zusammengelegt, journalistInnen bekommen nur noch jahresverträge oder bleiben auf immer freie autorInnen und die leserInnen werden vor allen dingen beraten aber weniger informiert.

doch es gibt ein paar ausnahmen, die einen anderen weg versuchen. so zum beispiel seit kurzem die „linke“ oder „linksliberale“ wochenzeitung „der freitag“ (zu finden unter: http://www.freitag.de ). es fand ein relaunch der zeitung statt, die leitung übernahm jemand aus der augstein-familie und es wird der versuch unternommen die leserInnen in einen diskurs einzubinden. das machen auch andere blätter könnte man nun einwenden, denn inzwischen bieten alle größeren zeitungen diverse blogs und internetauftritte mit eigenen redaktionen, die es den leserInnen ermöglichen, geschriebenes zu kommentieren.

doch „der freitag“ geht da noch einen schritt weiter. er bietet die möglichkeit, dass interessante beiträge aus den blogs, die wiederum von leserInnen und nicht nur redakteurInnen betrieben werden, in die druckausgabe kommen. also eine noch intensivere verschränkung von druck und virtualität. daneben gibt es eine kooperation mit „the guardian“ aus großbritannien (hat wohl auch irgendetwas mit synergie-effekten zu tun). der internetauftritt liegt jedenfalls als beta-version vor, lohnt einen blick und wirft die frage auf, ob man sich an der diskussion per blog beteiligen möchte. ist zumindest ein interessantes angebot.

schreibpädagogik und bloggen

 

manche dinge sind zu bedenken, wenn man in einer schreibgruppe das schreiben von hand kombinieren möchte mit dem schreiben in einem blog oder an anderer stelle des web 2.0.

es muss gewährleistet sein, dass alle teilnehmerInnen der schreibgruppe von anfang an wissen, dass bloggen mit zum angebot gehört. denn erst dadurch ist garaniert, dass sie einen zugang zum internet haben. zudem sollte sicher sein, dass der zugang zur bloggersoftware, als zum blog für alle relativ einfach ist.

außerdem ist es wichtig, dass es sowohl einen öffentlichen bereich als auch einen durch ein passwort geschützten abschnitt gibt, der eine zusätzliche möglichkeit des austausches gewährleistet. zumindest sollte ein mailverteiler eingerichtet werden.

wenn sie eine schreibgruppe anleiten ist das einrichten eines blogs eine leichte und schnelle sache. langwieriger gestaltet sich aber der prozess, bis alle teilnehmerInnen ihren zugang gefunden und sich mit den möglichkeiten des bloggens vertraut gemacht haben. hier ist damit zu rechnen, das der gebrauch des internets vorher sehr unterschiedlich war. sie können nicht voraussetzen, dass teilnehmerInnen formen des schreibens im web 2.0 vertraut sind. am sinnvollsten ist es, entweder eine kleine gebrauchsanweisung des blogs zu schreiben oder ein lehrfilmchen zu drehen. es gibt inzwischen recht einfache und preiswerte software, die aktivitäten auf der oberfläche ihres bildschirmes in einen film verwandelt, den sie noch mit ihren worten besprechen können.

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warum es hier so „viele“ posts gibt

des öfteren wurde mir geschrieben oder gesagt, das sei einfach zu viel, was ich hier veröffentliche, das könne man gar nicht alles lesen. zu beginn des bloggens hatte ich mir ein limit gesetzt, um im rahmen meines studienabschlusses möglichst genug erfahrungen zu sammeln und ein fazit zum bloggen ziehen zu können. das ist nun seit einiger zeit erledigt und ich wollte die zahl der posts reduzieren. ein wenig ist dies geglückt.

doch gleichzeitig machte ich die erfahrung, dass, einmal angefangen sich in bestimmte thematiken zu vertiefen, einem ständig neue, interessante informationen über den weg laufen. sie reizen mich, sie öffentlich zu machen. eigentlich gibt es noch viel mehr. erst versuchte ich sie zu notieren und zu einem späteren zeitpunkt zu veröffentlichen. doch es bildete sich eine halde, die abzutragen, dann auch keinen sinn mehr macht.

inzwischen vertraue ich auf das selektive lesen. soll heißen, nicht jeder mensch findet alles gleich interessant, so kann man etliches auch auslassen. außerdem bietet das taggen und mit kategorien versehen wie auch die suchfunktion eine umfassende möglichkeit der auswahl. und es zeigt sich, dass dies zum beispiel über die suchmaschinen wahrgenommen wird. da der blog dort ganz gut platziert ist, geschieht es immer wieder, dass ältere posts wieder hervorgeholt und gelesen werden. meiner ansicht nach ist dies eine der großen chancen des web 2.0. es kann erst einmal etwas in der versenkung der unübersichtlichkeit verschwinden, aber spezifische interessen sorgen für eine beständige neuauflage. oder anders geschrieben, nichts geht verloren.

ab und zu lassen sich dann die posts unter bestimmten aspekten noch einmal in gesonderten posts zusammenfassen und im laufe der zeit vielleicht auch einmal in eine pdf-datei. ich finde es schmeichelnd, dass menschen ein großes interesse an möglichst vielem in diesem blog haben, hoffe aber, dass das übersehen bestimmter posts nicht zu unangenehm ist. und ich werde mich bemühen, ab und zu etwas weniger zu schreiben. doch das internet ist so schnelllebig, dass schwer zu sagen ist, wann welcher tipp noch weiter verfolgt werden kann. also nichts für ungut und danke für die konstruktive kritik ❗

4 monate „schreibschrift“-blog

was ist dazu zu schreiben? nicht viel, weiter geht es. nur zählen kann man:

6900 besuche – 500 schlagworte – 380 posts – 122 tage – 100 spam-kommentare – 96 kommentare – 35 schreibideen – 15 schreibtechniken – 9 schreibaufgaben – 7 verlage – 2 eigene rankings

klingt nett, sagt aber nichts über das eigene erstaunen aus, wieviel einem in dieser relativ kurzen zeit einfallen kann. bin doch selber erstaunt, was sich alles aus dem anfang, etwas zu web 2.0 und schreibpädagogik schreiben zu wollen, ergeben hat. es sagt auch nichts darüber aus, welches feedback ich neben den kommentaren per mail erhalten habe.

alles in allem eine eher positive überraschung, da ich recht kritisch an den selbstversuch herangegangen bin und mit vielem rechnete, nur nicht mit so einer resonanz zu diesem thema. deshalb auch die klare entscheidung, es wird weiter gebloggt, kritisiert und manchmal genervt. feedbacks immer erwünscht und irgendwann vielleicht auch mal ein paar mehr texte zu den schreibaufgaben. danke für das interesse.