Schlagwort-Archive: box

„kreativitätstechniken“ von georg schumacher – ein „buchtipp“

also ein buch ist es eigentlich nicht, ein gesellschaftsspiel eigentlich auch nicht. es ist eine box mit 75 („spiel“)karten, ein block, ein bleistift und eine kleine sanduhr. das design ist fröhlich und ansprechend und macht auf den inhalt neugierig. es gibt keinen großen begleittext, es gibt nur die anregung, die karten zu verwenden, um die eigene kreativität zu entdecken. denn die einzige aussage, die hinter der box steckt, ist die behauptung, jeder mensch sei kreativ.

jawoll, ja, kann man dazu nur sagen. und so bieten die karten der „kreativitätstechniken – spielerisch kreativer werden – 75 übungen, die ihre fantasie beflügeln“ von georg schumacher einen bunten mix aus rätseln, übungen, wort“spielen“, fantasieanregern, regeln, hinweisen, forschungsergebnissen, intuitionsübungen, denktrainings und dergleichen mehr. auch wenn man darüber streiten kann, ob kreativität einem sehr biologistisch-evolutionärem konzept folgt, bietet diese box viele nützliche und interessante anregungen. auf den karten wird nicht in abrede gestellt, dass der mensch ganz eigene mittel entwickelt hat, kreativ zu sein. dies wird zum beispiel durch quizfragen wie, was bestimmte berühmte erfinder und schriftsteller gemeinsam haben, in rechnung gestellt. das tagebuch schreiben und skizzenbuch führen.

so bleibt viel raum für spielerei und schreiben beim ausprobieren der box. manchmal wünschte man sich noch etwas mehr selbstreflexive anregungen, da man die fähigkeit des menschen zur selbstreflexion auch als grundvoraussetzung für kreativität sehen kann. auf alle fälle ist die box aber ein wunderbarer pool und ideengeber für kreativitätsübungen, die man sowohl für sich selber verwenden kann, als auch als vorlagen für eigene kreativitätstechniken und -ideen, die man in gruppen anwenden möchte. und das schöne daran, viele anregungen können mit jeder altersstufe durchgeführt werden.

die box ist 2010 in moses. verlag in der rubrik „think! smarter“ in kempen erschienen. artikelnummer 25112 (dieses mal keine ISBN).

Werbeanzeigen

wortklauberei (50)

„sprachbox“

stellen sie sich eine schachtel vor. in diese schachtel führt ein gartenschlauch, der wiederum in einem trichter endet. nun sprechen sie in den trichter und hinterlassen für den besitzer der schachtel eine nachricht. in der schachtel sitzen kleine elektronen, die wie fleissige bienchen ihre nachricht speichern. jedes elektron vielleicht einen buchstaben oder eine kleine melodie ihres sprech-singsangs. so stelle ich mir jedenfalls eine „sprachbox“ vor.

also erst einmal stelle ich mir nur eine box vor. diese boxen stapelt anscheinend der deutsche telekommunikationsanbieter mit der magenta-farbe in großen lagerhallen. denn wenn man versucht, menschen telefonisch zu erreichen, wird man darauf hingewiesen, dass man auf eine sprachbox eine nachricht sprechen kann. das ist seltsam, da bis dahin diese box anders hieß. aber wahrscheinlich haben sich findige mitarbeiter überlegt, oder sprachschützerInnen beschwert und die telefongesellschaft aufgefordert, diese anglizismen aus ihrem angebot zu beseitigen. nun, das ergebnis kann sich hören lassen.

allein der begriff „box“ ist nun doch kein urdeutscher. aber dann auch noch „sprach“ als erklärenden begriff zu verwenden ist klasse. sinnvoller wäre dann schon die besprechungsbox oder die nachrichten-speicher-box oder aufzeichnungsbox zu erfinden. denn mit sprache hat die box nicht viel zu tun. man könnte natürlich die vergangenheitsform von „sprechen“ heranziehen, da die nachricht ein wenig gealtert ist, bis sie abgehört wird. nach dem motto: er sprach´s und es war vergebens. ob dann die kundInnen am anderen ende unterrichtet werden, dass etwas auf ihrer „gehört“-box zu finden ist? und was für boxen nehmen die da eigentlich? der begriff wirft mehr fragen auf, als dass er klarheit schafft.