Schlagwort-Archive: briefe

liste (47) – empfang

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „empfang„.

diese post empfange ich sehr gern:

gäste, die ich gern einmal bei mir empfangen würde:

gäste, dich ich immer wieder gern bei mir empfangen habe:

menschen, die mich gern empfangen haben:

fernsehsender, die ich gern empfange:

unterstützung, die ich gern empfange:

schreibidee (220)

er kommt langsam aus der mode, der handgeschriebene brief. der persönliche brief gewinnt in den letzten jahren sehr an bedeutung. wer heute noch einen brief schreibt und keine mail, dem ist der adressat wichtig, der nimmt sich die zeit, seinen gedanken ausdruck zu verleihen. vor zwanzig jahren hatten briefe zwar auch bedeutung, aber längst nicht in diesem ausmaß. und wenn man sich die posthum veröffentlichten briefwechsel bekannter persönlichkeiten anschaut, kann man feststellen, dass ganze lebensgeschichten oder stories dort nachgezeichnet werden. darum soll die heutige schreibanregung zu geschichten, die sich aus einem „briefwechsel“ ergeben, führen.

als einstieg lässt sich zwischen zwei möglichkeiten wählen. sollten die technischen voraussetzungen vorhanden sein, dann könnte man einen gemeinsamen chat der schreibgruppe durchführen. die aufgabe besteht darin, in dem chat, eine geschichte (vom hörensagen oder vom gemeinsam erlebten aus) zu entwickeln. ohne die technischen voraussetzungen führt man zu zweit, handschriftlich, einen chat-ähnlichen schreibdialog durch, der auch eine geschichte im hintergrund entwickelt. die texte werden nicht in der gruppe vorgetragen.

im nächsten schritt werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, zu überlegen, wem sie schon seit längerer zeit einen brief oder eine ausführliche mail schreiben wollten. alle erstellen jeweils eine liste von 5 personen, wählen die momentan wichtigste aus und schreiben diesen brief, diese mail. dann überlegen sie parallel, welche geschichte (es muss keine realistische sein) sie schon immer schreiben wollten, welcher roman noch nicht in angriff genommen wurde. zu der geschichte werden ein paar stichworte notiert.

die letzte runde der schreibidee nimmt recht viel schreibzeit in anspruch. alle gruppenteilnehmerInnen verfassen jeweils einen brief- oder mailwechsel, in dem sich ihre geschichte langsam entwickelt. es kann sein, dass ein protagonist ständig von seinen erlebnissen berichtet, aber es kann auch sein, dass beide etwas gemeinsam erlebtes brieflich aufarbeiten. der briefwechsel tritt stück für stück in den hintergrund und die geschichte in den vordergrund. anschließend werden die briefwechsel in der schreibgruppe vorgetragen und beim feedback wird betrachtet, wie stark sich die story in den vordergrund schiebt.

zum abschluss kann noch kurz auf bücher verwiesen werden, die ihre gesamte story als brief- oder mailwechsel oder tagebuchnotizen konstruieren. zum beispiel „die ansichten des pudels ali“ von wolfdietrich schnurre.

schreibtechnik (16)

 

manchmal ist es nicht leicht, sich einem stoff, zu dem man eigentlich eine geschichte schreiben möchte, anzunähern. die idee ist eigentlich grob vorhanden, aber es ist unklar, aus welcher perspektive man schreiben möchte, oder wie das verhältnis zu den eigenen protagonisten ist. da sich eine geschichte sowieso nicht durchplanen lässt (oder zumindest selten), kann sich das verhältnis zu den protagonisten sowieso ändern.

wie kann nun eine annäherung aussehen? sie kann sich langsam entwickeln, indem man einfach in die geschichte einsteigt. man kann aber manchen gedanken auch schon vorweg nehmen, indem man seinen protagonisten einen brief oder eine mail schreibt. dabei geht es nicht darum, eine assoziationskette herzustellen, sondern es geht darum, einen bezug zu einer person, einem ding oder einer fantasiefigur zu finden. Weiterlesen

briefe zum hören

und noch ein hinweis von evelyn, den ich auch gerne weitergebe. kombieniert er doch das schreiben mit dem hören und eventuell noch das lesen vorher auf der homepage des deutschlandradio kultur. am 24ten märz wird um 18.30 uhr ein hörspiel gesendet, das von briefe elias canettis und seiner Frau an georges canetti handelt. georges canetti ist der bruder von elias und am institut pasteur in hoher position. lust, liebe und leid in neunzig minuten. mehr infos sind unter http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/hoerspiel/744543/ zu finden.

briefe schreiben

was ist ein brief? erst einmal ein verfasster bericht, eine emotionale nachricht, verfasst, um ihn loszuwerden. dann versendet und mit zeitlicher verzögerung beim empfänger eingetroffen. doch briefe sind, in der rückschau, wie tagebücher, biografische zeugnisse, also lebensgeschichten. der handgeschriebene brief ist in den letzten jahren aus der mode gekommen.was nicht heisst, dass sich gegenseitig keine nachrichten mehr gesandt werden. wahrscheinlich wird mehr denn je geschrieben. als mail, als sms oder letztendlich, da auch schriftlich, im chat. dabei handelt es sich meist um kleine, wenn nicht mini-briefe oder -postkarten. verändert durch die geschwindigkeit der übermittlung, hat sich das schreibverhalten. enthalten mail und sms meist nur eine kurze rückschau in die vergangenheit, sind briefe oft biografische berichte. hat bei mails der sender automatisch „einen durchschlag“ (eine kopie) und kann diesen abspeichern, wird der hangeschriebene brief oft einfach so versendet. woraus sich oft die frage bei der antwort auf den brief ergibt, was hatte ich eigentlich geschrieben? auf der anderen seite werden briefe länger aufbewahrt, dagegen werden mails gerne bald gelöscht, das biografische gedächtnis also unwiderruflich beseitigt.der brief kann als literarisches stilmittel verwendet werden. beim biografischen schreiben, aber auch beim kreativen schreiben ist er ein gutes als vehikel für schreibübungen. wegen seines aufwendigeren verfahrens ist der handgeschriebene brief auch ein zeichen der wertschätzung.