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„wozu lesen?“ von charles dantzig – ein buchtipp

dieses buch ist eine wunderbare ergänzung zu ecos und carrières buch „die große zukunft des buches“. entpuppen sich eco und carriére als büchersammler und -liebhaber, als bibliophile, so ist charles dantzig der ultimative leser. jemand der nicht aufhören kann, beständig zu lesen. seine passion begann als kind. es war der versuch, der erwachsenenwelt näher zu kommen, es den erwachsenen gleich zu tun, in der hoffnung ebenso viel macht über den alltag zu erlangen. dies stellte sich zwar erst einmal als trugschluss heraus, doch es entstand eine lust an der literarischen einkehr. und es stellt eine provokation dar.

so schreibt danzig unter der überschrift „lesen, um sich abzusondern“: „lesen ist ein schwerer fall von selbstabsonderung. ich behaupte, man liest gerade, um sich abzusondern. skandalös! es hat mich immer schon erstaunt, welcher abscheu lesenden menschen, ich meine echten büchernarren, entgegenschlägt. ich selbst wurde von frühester jugend an dafür gehasst, wie ich war, weil ich diesen eigenartigen lesehunger verspürte, … in paris spaziere ich häufig lesen die rue de rennes entlang. seit einigen jahren sind dort … menschen postiert, die umfragen machen. ich kann mich fest darauf verlassen, dass mich einer von ihnen darum bitten wird, ein paar fragen zu beantworten. dabei deutet meine ganze haltung auf innere einkehr hin. ich sehe darin einen feindseligen und gehässigen akt gegen meine person. diese leute vertreten das uniforme denken, gott weiß, dass umfragen eine form von uniformem denken sind. kein wunder, dass sie den anblick von menschen, die ihre einsamkeit offenkundig genießen, nicht ertragen können.“ (s. 78)

und so entpuppt sich charles dantzig in seinem buch „wozu lesen?“ als verfechter des ungestümen, ungebremsten beinahe süchtigen lesens. er erteilt in kleinen, kurzen betrachtungen zu vielen verschiedenen aspekten des lesens zum beispiel pädagogischen zielen des lesens eine abfuhr. denn leserInnen können auch weiterhin mörderInnen sein, diktatorInnen oder despoten sein. sie können es aber auch sein, wenn sie nicht bücher lesen. es stimmt laut dantzig also nicht, dass lesen bildet, dass man beim lesen automatisch lernt. er betrachtet das lesen aus allen blickwinkeln: „lesen verändert uns nicht“, „lesen, um sich auszudrücken“, „lesen, um die buchmitte zu überwinden“, „lesen, um sich zu widersprechen“ oder „lesen, um sich zu verjüngen“ und „lesen als laster“ lauten beispielhaft die überschriften.

ein amüsantes buch für vielleserInnen. denn man fühlt sich bestätigt in all seinem tun und denkt während des lesens: „jawoll ja, er hat ja so recht.“. und man entdeckt am eigenen lesen noch so viel interessantes, das man bis zu dieser lektüre noch gar nicht bedacht hatte. hier meine antwort auf die frage „wozu lesen?“: „wegen diesem buch!“.
das buch ist 2011 im lagerfeld, steidl, druckerei verlag in göttingen erschienen. ISBN 978-3-86930-366-6

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„schreibdenken“ von ulrike scheuermann – ein buchtipp

Schreiben und Denken statt Denken und dann Schreiben

In ihrem neuen Buch bricht Ulrike Scheuermann die Lanze für eine umfassende Schreibdidaktik an Hochschulen, an Schulen oder in anderen Aus- und Fortbildungsinstitutionen. Der Titel des Buches gibt dabei schon die Richtung vor „Schreibdenken – Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln“.

Bis heute ist bei uns die Auffassung verbreitet, dass man erst denken und dann reden (oder hier, schreiben sollte). Doch laut Scheuermann ist das oft ein recht ideenloser, anstrengender Prozess, der durch die Umkehrung der Abläufe erfrischt werden kann. Denn wenn wir schreiben, dann denken wir gleichzeitig. Eigentlich denken wir den ganzen Tag, jede Millisekunde ein Gedanke, doch wir vertrauen unseren spontanen Gedanken wenig. In ihrem Buch zeigt die Autorin Wege auf, wie wir durch das Schreibdenken zu einer sprudelnden Quelle von Ideen und Formulierungen werden können. Der Effekt besteht darin, dass uns Schreibprozesse, die wir tagtäglich in Beruf und Wissenschaft durchlaufen, leichter fallen, unsere Texte interessanter und lesbarer werden.

Um an diesen Punkt des Schreibdenkens zu kommen, offeriert Ulrike Scheuermann ein Bündel an Informationen und praktischen Übungen. Sie beginnt mit der Erläuterung, was Schreibdenken überhaupt ist, wie es wirkt und wo es angewendet werden kann. Dann gibt sie den LeserInnen durch die Darstellung von Schreibtypen und Schreibprozessen ein Werkzeug an die Hand, die eigene (Schreib)Situation aufzuschlüsseln. Im Anschluss zeigt sie Methoden auf, die man für sich selbst oder als Lehrende in Seminaren anwenden kann. Der „Methodenkoffer“ bietet für jede Situation ein Anregung, das Schreibdenken in die eigenen Arbeits- und Schreibprozesse zu integrieren. Zum Schluss wird in dem Taschenbuch der Reihe „Kompetent lehren“ noch einmal gesondert auf die Möglichkeiten, das Schreibdenken in der Lehre anzuwenden, von der Autorin eingegangen.

Das Buch ist sehr verständlich geschrieben, die Anleitung der Übungen kann man leicht nachvollziehen und man hält einen Ratgeber im positiven Sinne in der Hand. So geht das Buch über den Gedanken des kompetenten Lehrens hinaus und animiert zum Selbstcoaching. Zum Kennenlernen des Schreibdenkens und zum Ausprobieren oder Umsetzen dieser Praxis lohnt sich der Kauf des Buches. Ich hoffe, dass sich das Schreibdenken in den Schulen und Hochschulen so etabliert, wie es Ulrike Scheuermann formuliert.

Diskussionswürdig finde ich jedoch die Begründungen, weshalb Schreibdenken sinnvoll und notwendig sei. Hier hat sich für mich ein Widerspruch ergeben. Als jemand, der sehr viele positive Erfahrungen bei Gruppenarbeiten und -diskursen gemacht hat, kann ich die Vorstellung, Gruppenideenfindungen und -diskurse würden Ausweichverhalten bestärken, nicht nachvollziehen. Es scheint mir, wie wenn es eher eine Kritik an den Lernbedingungen unserer Bildungsinstitute mit überfüllten Seminaren und Vorlesungen sein müsste. Und es scheint mir, wie wenn die Autorin dem selbst nicht vollständig folgt, da sie im Methodenkoffer wieder wunderbare Vorschläge für Gruppenarbeiten macht. Wahrscheinlich ist alles eine Frage der Umsetzungen und Absprachen in Lehrveranstaltungen. Auch hierfür macht Scheuermann sehr hilfreiche Vorschläge.

Da die Begründungen für den Einsatz des Schreibdenkens nichts an den vielen Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten des Buches ändern, ist es ein äußerst empfehlenswertes Praxisbuch, sich anstelle des erst Denkens und dann Schreibens für das gleichzeitige Schreiben und Denken zu entscheiden.

Das Buch ist 2012 im Verlag Barbara Budrich in Leverkusen Opladen erschienen. ISBN 978-3-8252-3687-8.

nabelschau (64)

die abschaffung des blätterns oder sich einen wolf scrollen. ja, es ist doch ein lästiges unterfangen, ein buch umzublättern oder in einem blog die älteren posts durch klicken aufzurufen. das sagten sich zumindest die betreiberInnen von wordpress.com und haben mal eben das „blättern“ abgeschafft. wenn man nun durch die blogs bei wordpress.com scrollt, dann findet das scrollen einfach kein ende. es geht unendlich weiter.

das mag ja bei kleineren blogs ganz hübsch sein, doch bei einem blog wie diesem aus vier jahren mit über 2000 posts kann dies zur überflutung von leserInnen führen. da gefallen vielen kleine päckchen von maximal 20 posts definitiv besser. doch nicht der entwickler-crew. sie gehen davon aus, dass der mensch anders gestrickt ist, und schreiben, sich auf ihre statistiken berufend, dass beim „unendlichen“ scrollen mehr gelesen würde.

tja, das ist die krux mit den statistiken. es kann gut sein, dass neue besucherInnen sich flott durch einen blog scrollen und somit die statistik in die höhe treiben. doch die statistik erfasst eben nicht, wie zugeballert, überfordert oder erschrocken sich jemand fühlt. die aufhebung aller strukturen mag erst einmal ganz chic wirken, lässt leserInnen aber schnell sich haltlos fühlen. es ist eine frage der usability. beschränkungen auf die aktuellen, neuesten informationen werden meist bevorzugt und nicht das protzen mit allem vorhandenen.

ähnlich wirken die timeline-änderungen bei facebook. auch da kann sich im laufe der zeit ein gefühl, sich im weltall eines lebens verloren zu haben, einstellen. ich als leser bin gefordert, die beschränkung des lesens selbst durchzuführen. ich muss also eine entscheidung mehr treffen, mich selbst stoppen und mir in einer großen strukturlosigkeit selber eine struktur schaffen.

da mögen entwickler technischer neuerungen doch einmal das unverwüstliche buch anschauen: menschen würden bücher wahrscheinlich nicht so sehr schätzen, wenn es nicht die möglichkeit des blätterns gebe. wer möchte schon vor einem einzigen plakat sitzen und dort den text eines ganzen buches lesen. inhaltsverzeichnisse und einzelne seiten geben auch hier struktur und halt. vielleicht sollte man das blättern doch nicht abschaffen.

nach zahlreichen beschwerden bei wordpress.com (die erst einmal geflissentlich ignoriert wurden) kann man mit einem trick das blättern wieder aufrufen. so muss etwas in die fusszeile gesetzt werden. für die leserInnen des schreibschrift-blogs ergibt sich dadurch die zusätzliche information ganz am fuße einer seite nach 20 posts, zu sehen, dass über 5000 spam-kommentare inzwischen eingetrudelt sind. auch wenn dies keine weltbewegende info ist, so ist es ein abbild nerviger effekte des bloggens. und dann kann man fröhlich weiterblättern :mrgreen:

schreibidee (354)

da „copy & paste“ viele beiträge in diesem blog in letzter zeit dominierte, hier noch ein letztes mal das thema aufgreifen. in dem buch „uncreative writing“ von kenneth goldsmith wird der vorschlag gemacht, einmal dem kopieren von texten einen großen stellenwert zu geben. darum hier die schreibanregung für den ruhigen abend, die ruhigen tage: „kopieren-kopieren“.

diese idee lässt sich nur bedingt in schreibgruppen durchführen und ist kurz und knapp. goldsmith fordert seine studierenden auf, ganze texte oder sogar bücher von hand abzuschreiben oder zu tippen. (siehe http://gettinginsidejackkerouacshead.blogspot.de von simon morris, das abgetippte buch „on the road“).

also, wählen sie sich einen längeren, literarischen text aus und schreiben sie ihn ab. wenn sie das mit hilfe einer blog-software bewerkstelligen, dann wird das buch, der text vom ende zum anfang dargestellt.
beobachten sie sich als schreibende. achten sie darauf, was dies in ihnen auslöst. und notieren sie sich vielleicht ein paar gedanken. mehr ist nicht zu tun. als erweiterung könnte man im nächsten schritt einzelne abschnitte aus romanen und büchern abschreiben und neu miteinander kopiere. doch das eigentliche schreiben benötigt erst einmal sowieso einige zeit.

und wenn sie sich fragen, was sie da tun, dann schauen sie sich die begründung von kenneth goldsmith an: http://gettinginsidejackkerouacshead.blogspot.de/2008/06/project-proposal.html .

web 2.86 – in praise of copying

die frage, wer eigentlich was besitzt und wer wovon profitiert, geht in die nächste runde. in der digitalen welt werden von (kultur-)konzernen maßstäbe angelegt, die fragwürdig scheinen. kunst und kultur lebten immer von der kopie. sich künstlerische techniken anzueignen hatte von je her mit kopien zu tun. und wie die süddeutsche zeitung heute im feuilleton zum verdienst der künstlerInnen mitteilte: „urheber und verwerter (musik- und buchindustrie – anm.d. autors) haben mitnichten die gleichen interessen“.

und der kunde hat dann auch noch einmal ganz andere interessen. es mag juristisch einwandfrei sein, doch logisch ist es nicht: ich kaufe eine ware und darf mit ihr nicht machen, was ich möchte. das wäre, wie wenn ich die gurke für den gurkensalat schäle und die schale als beweis, dass ich den salat gegessen habe, wieder zurückbringen müsste. und der gastronomie-verband verlangt von mir eine abgabe, wenn ich andere zum essen einlade. vielleicht sollten künstlerInnen immer öfter einen „hofladen“ aufmachen.

letztendlich landet man bei der diskussion immer wieder an zwei punkten: was ist uns kultur wert? und wie geht man mit kopien um?. was geschieht zum beispiel mit menschen, die einen nachgemalten rembrandt oder van gogh in ihrer wohnung haben?

lange vorrede, kurzer sinn: der blog von marcus boon versammelt beispiele des multimedialen copy & paste auf seiner homepage. gleichzeitig lädt er dazu ein, seine wissenschaftliche arbeit „in praise of copying“ herunterzuladen. vielleicht sollte man sich erst einmal mit dem prinzip des kopierens auseinandersetzen, bevor man moralische und strafrechtliche urteile fällt. mehr unter: http://inpraiseofcopying.wordpress.com .

Leipziger Buchmesse startet heute

Wer einen kurzen Trip machen möchte, um sich in Literatur und Lesungen zu suhlen, der findet auf der Homepage der Leipziger Buchmesse eine Menge Informationen. Ansonsten kann man sich aber auch nur nachschauen, was alles stattfindet, um sich vielleicht nächstes Jahr auf den Weg zu machen. Leipziger Buchmesse.

schreibpädagogik und medien

bei der anleitung von schreibgruppen können alle medien eine gute unterstützung sein. je nach schreibanregung kann man jedes medium verwenden: radio, fernsehen, zeitung, zeitschriften, bücher, tonträger, internet, film-dvds und was einem sonst noch so in kombination einfällt. der computer ermöglicht es uns heute alles collagierend miteinander zu verbinden. sollte man gut vernetzt sein und eine prima digitale ausstattung zur verfügung haben, dann können multimediale projekte leicht in angriff genommen werden.

leider stehen dem meist noch technische hürden im weg. denn sonst wäre es leicht möglich eine kombination aus kollaborativem schreiben und der verstärkung des geschriebenen durch bilder, töne und filme herzustellen, die wiederum als projekt oder labyrinth im internet der öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. das ganze eingerahmt von einem ansprechenden und die texte verstärkenden layout ließe „einmalige“ auftritte zu.

doch auch abseits solcher überbordenden collagen genügen manchmal kurze einsätze einzelner medien, um eine schreibidee einzuleiten oder zu verwirklichen. das fängt bei fotografien aus zeitschriften (oder dem internet) an, geht weiter über einzelne zeitungsartikel, bücher, radiosendungen (interviews, hörspiele …), filmausschnitte, kurzfilme oder spielfilme, animierte homepages oder nachschlagewerke im internet bis zu musikalischer untermalung oder präsentationen. in diesem blog habe ich etliche schreibideen vorgestellt, die unter der verwendung einzelner medien umsetzbar sind.

noch konkreter wird die vorstellung der medien beim „uncreative writing“, da dort der gedanke des „remix“ eine große rolle spielt. diese technik kann auf alle eben aufgezählten medien angewendet und mit geschriebenem verknüpft werden oder zu geschichten animieren. einzig zu beachten scheint mir, dass der mediale in schreibgruppen zeitlich nicht dominiert. so kann es für teilnehmerInnen frustrierend sein, erst einen 90-minütigen film anzuschauen, um dann noch eine halbe stunde etwas zu schreiben.

natürlich kann man zwischenzeitlich medial in die vollen gehen, doch man sollte mit der schreibgruppe abklären, ob dies auch in ihrem interesse ist. solche konzentrationen können sehr spannend werden aber auch die schreibmotivation reduzieren. auch der technische aufwand ist zu bedenken. wenn man bei der vorbereitung Weiterlesen

liste (94) – buch

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „buch“.

meine liebsten bücher:

bücher, die ich unbedingt noch lesen möchte:

die miesesten bücher, die ich gelesen habe:

bücher, die ich unbedingt noch schreiben möchte:

die wichtigsten aspekte meines definitiven lieblingsbuchs:

wissenschaftliches schreiben und medien

die wissenschaften verlangen heute die nutzung aller zur verfügung stehenden medien. sie sind in vielen bereichen die vorreiter bei der etablierung des internets. zudem reduzierten die hochschulen und wissenschaftlichen einrichtung den druck von büchern und zeitschriften. in deutschland hat dies viel mit den kosten zu tun. bibliotheken bestellten aus einspargründen abonnements ab und schafften weniger bücher an.

teilweise geht es aber auch um die geschwindigkeit der kommunikation im internet und um die möglichkeiten der (sozialen) vernetzung. schriftliche wissenschaftliche arbeiten sind oft auf plattformen zu stellen oder direkt per mail an die bewertenden wissenschaftlerInnen zu senden. pdf-dateien benötigen viel weniger platz und papier als kopien und drucke. die belegung von seminaren und anderen veranstaltungen lassen sich online einfacher organisieren.

und dann ist da noch die präsentation. früher wurden so genannte „thesenpapiere“ zu vorträgen und referaten erstellt. irgendwann wurden sie umbenannt in „handouts“ und gleichzeitig kam die möglichkeit der powerpoint-präsentation auf. dies ließ den overhead-projektor und die ausgedruckten folien verschwinden. zudem konnte die präsentation leicht in ein handout umgewandelt werden, es musste also keine zusätzliche zusammenfassung erstellt werden.

mit der erweiterung des datentransfers durch online-konferenzen und chat-ähnlichen strukturen, verlagert sich der wissenschaftliche diskurs mehr und mehr ins internet. vieles kann inzwischen von zuhause aus verfolgt werden. hochschulen stellen vorlesungen und seminare als digitale aufzeichnungen in ihr internes netz oder ins internet. somit sind hochschulen wegbereiter eines kollaborativen internets und auch des arbeitens von zuhause aus. wahrscheinlich werden sie nur noch von der it-branche übertroffen.

auf der anderen seite ist die umfassende nutzung von medien und vor allen dingen vom internet, eine zusätzliche hürde für studierende. letztendlich muss, wer heute studiert, einen großen teil seiner zeit auf die richtige nutzung von hard- und software verwenden. es gibt zwar rechenzentren an den hochschulen, doch die sind meist zahlenmäßig zu gering ausgestattet, soll heißen, es fehlt personal und es fehlen computer.

und als lehrender in einem fernstudium mit der thematik „schreiben am computer“ finde ich vor allen dingen einen aspekt für lehrende, forschende und lernende problematisch: die individualität im umgang mit den technischen voraussetzungen. das wäre beim wissenschaftlichen schreiben dann kein problem, wenn alles mit allem kompatibel wäre. doch dies ist nicht der fall. es ist so, dass man sehr viel zeit darauf verwenden muss Weiterlesen

schreibberatung und medien

der medieneinsatz (tolle wort – so kriegerisch) bei schreibberatungen sollte eher schlicht gehalten werden. es macht nicht viel sinn, wenn jemand schwierigkeiten mit dem schreiben hat, sich gemeinsam filme anzusehen, im internet rumzusurfen oder musik zu hören. aber auch ein dezenter einsatz von medien kann sehr effektiv sein.

zum einen sind viele ratsuchende in schreibkrisen dankbar dafür, wenn man literaturtipps geben kann, die neben der beratung weitere anregungen zur überwindung der schreibschwierigkeiten bieten (oder überhaupt hintergrundinformationen zum schreiben geben). also kann man im vorfeld eine literaturliste als beraterIn zusammenstellen und die aufgeführten bücher mit ein paar stichworten versehen.

da der markt der schreib(beratungs)bücher inzwischen groß und unübersichtlich ist, sollte man die werke auf der liste kennen und eine kleine vorauswahl für die klientInnen treffen. beinahe genauso wichtig finde ich aber auch den hinweis, dass es hilfreich sein kann, sich die bücher entweder im buchladen oder in einer bibliothek in ruhe anzuschauen, ob sie einen überhaupt ansprechen. denn neben den grundlegenden vermittelten informationen spielt auch immer das subjektive leseverhalten bei der effektivität von büchern eine rolle.

es kann sein, dass der berater ein buch unglaublich toll findet und klientInnen damit überhaupt nichts anfangen können oder es schnell wieder beiseite legen. außerdem finde ich es wichtig, noch einmal gegenüber den ratsuchenden zu betonen, dass nicht für jeden menschen, bücher eine lösungshilfe sind. wenn die erfahrungen gemacht wurden, dass man aus büchern nicht gut lernt, dann sollte dies auch jetzt nicht erzwungen werden.

ein weiteres hilfreiches medium kann das internet außerhalb der beratung sein, denn es bietet sowohl die möglichkeit mit beraterInnen texte auszutauschen, zum beispiel um ein verabredetes feedback zu erhalten oder das nächste beratungsgespräch vorbereiten zu können, als auch eine fülle an nachschlagewerken und schreibunterstützenden informationen. wer als beraterIn möchte, kann sich zudem der online-beratung zuwenden (auch wenn ich diese Weiterlesen

selbstbefragung (156) – medien

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „medien“.

  • wie viel glauben sie den medien? beschreiben sie.
  • welche medien nutzen sie am häufigsten? warum?
  • in welchen medien haben sie schon veröffentlicht?
  • welche rolle sollten medien in der gesellschaft haben?
  • in welchen medien würden sie gern in erscheinung treten?
  • wen aus der medienwelt würden sie gern kennenlernen? warum?
  • was lassen sie sich die nutzung der medien kosten?
  • was bevorzugen sie: positive oder negative meldungen?
  • welche medialen produkte nerven sie am meisten? warum?
  • welche medialen produkte finden sie toll?

die letzten 150 selbstbefragungen sind als links hier gebündelt: https://schreibschrift.wordpress.com/2012/01/05/1500-fragen-zur-selbstbefragung-aus-diesem-blog/

„freedom writers“ – ein fernsehtipp für heute abend

laut beschreibung des films schafft es eine lehrerin in ihrer schule, die mitten in einem sozialen brennpunkt liegt, mit hilfe des tagebuchschreibens konflikte zu vermeiden. die geschichte basiert auf dem buch „the freedom writers diary: how a teacher and 150 teens used writing to change themselves and the world around them“. in deutschland ist das buch 2007 im autorenhaus verlag unter dem titel „freedom writers: wie eine junge lehrerin und 150 gefährdete jugendliche sich und ihre umwelt durchs schreiben verändert haben“ erschienen. (ein wahrlich deutscher titel 😉 ) ISBN 978-3866710177

der film läuft heute auf pro 7 von 22.50 uhr bis 01.10 uhr oder morgen auf pro 7 von 13.20 uhr bis 15.30 uhr. auch wenn der titel kitschig und heroisch klingen mag, so sprechen doch die kritiken für den film. sicherlich sah die realität ein wenig hässlicher und unprätentiöser als im film aus, aber trotzdem eine sehenswerte sache (und ein nachahmenswertes projekt – nicht nur mit „gefährdeten“ jugendlichen).

bleibt wieder die frage: warum so spät, warum samstag abend?

jugend in deutschland aus tagebüchern, briefen und dokumenten – ein buchtipp

die wiedergabe des titels dieses buches wäre nur das zitat eines zitats gewesen und hätte auf die falsche fährte gelockt. darum habe ich dieses mal die unter-über-schrift gewählt, um einen hinweis auf das spannende werk zu geben. eigentlich handelt es sich um das buch „“wir wollen eine andere welt“ – jugend in deutschland 1900 – 2010 – eine private geschichte aus tagebüchern, briefen, dokumenten“. zusammengestellt hat das buch fred grimm.

wenn man mit hilfe von persönlichen zeugnissen in ein jahrhundert eintaucht, dann stellt man fest, wie viel sich in dieser zeit verändert hat und wie viel sich ständig wiederholt. schon anfang des 20ten jahrhunderts echauffierten sich die gesellschaft und die moralwächter über junge menschen (die halbstarken), die um die häuser zogen und tranken. diese debatten haben wir hundert jahre später wieder. war es früher die kirche, die aufsässigkeit sündig fand, haben wir heute die institutionen der drogenbeauftragen und der bundeszentrale für gesundheitlich aufklärung.

oft könnte man glauben, es gebe keine generationskonflikte mehr, zu viel sei friede, freude, eierkuchen, aber das buch zeigt, dass immer wieder jugendliche haltungen einnehmen, die ältere generationen nicht mehr oder schwer nachvollziehen können. und es zeigt sich auch, dass unsere gesellschaft um kinder ein unglaubliches aufhebens machen, bei jugendlichen meist überhaupt kein verständnis mehr zeigt.

doch noch unter einem ganz anderen aspekt ist dieses buch höchst spannend: beim biografischen schreiben kann man es durch zeitzeugnisse wunderbar nutzen, um in die vergangenheit einzutauchen. können sie sich noch erinnern, was sie in ihrer jugend besonders bewegte? das buch gibt unzählige anregungen, ja es vermittelt sogar die stimmung in der jugendzeit ihrer eltern. es zeigt ebenso die ängste und nöte bestimmter generationen, es macht vergangenes verständlicher.

die beinahe-gegenwart kommt ein wenig kürzer in dem buch vor, aber das macht nichts, denn man kann sie im internet oder in den „shell-studien“ finden. wer wissen will, wie sich jugendliche heute fühlen, sollte sie einfach fragen 😉 . das buch ist bei tolkemitt bei zweitausendeins in frankfurt am main 2010 erschienen. ISBN 978-3-942048-17-0

„auf sie mit idyll“ von wiglaf droste – ein buchtipp

wie der vollständige titel des buches „auf sie mit idyll – die schöne welt der musenwunder“ schon sagt, finden sich darin kurze und etwas längere texte, die sich vor allen dingen der literatur aber auch sonst den schönen künsten und dem schönen leben zuwenden. wiglaf droste berichtet darin von seiner zeit als stadtschreiber in rheinsberg, portätiert krimiautoren und widmet sich den aktuellen politischen entwicklungen.

aber vor allen dingen beschäftigt sich droste mit dem gebrauch unserer sprache. er kommt in fahrt, wenn er das gefühl hat, dass sprache verhunzt wird, dass sie verschleiern und verstecken soll. und er hat keine hemmungen, eigene sprachkreationen (und kleine bösartigkeiten) in den text einfließen zu lassen. eine sehr amüsantes buch, das einen animiert, gleich selber zum stift zu greifen und sich der glosse zu zu wenden.

gewürzt wird ein teil der texte mit kleinen zwei- oder vierzeilern, mit einer „hymne auf die lesebrille“ oder eben solchen rhythmischen und direkten aussagen wie „das leben muss weggelebt, wachheit ist der schlüssel, und ohne klare bewusstsein ist alles nur tran und dschumm und pooftütentum.“ (droste über die erkenntnisse von janwillem van de wetering). ein durch und durch empfehlenswertes buch für menschen, die während des lesens gern lachen. es ist 2011 bei der edition tiamat erschienen. ISBN 978-3-89320-145-7.

die literale revolution in einem sketch

einfach nur mal reinschauen und schon versteht man das buch besser: http://www.youtube.com/watch?v=5PgAEmvtG9U 😆

der tipp stammt aus dem blog von studierenden des studiengangs biografisches und kreatives schreiben http://schreibmutige.schreibboutique.de .

Wo die Seele aufblüht – Warum ein Garten glücklich macht – ein Buch

Lebensgeschichten aus dem Garten
oder: Das Credo der Nacktschnecke

Man kann selbstverständlich ohne Garten gut leben. Man kann sich aber auch in der Garten-Guerilla-Bewegung tummeln oder man findet einen Garten – und plötzlich ist alles anders!
Doris Bewernitz ist in Berlin Gartenbesitzerin geworden, mit Leib und Seele stürzt sie sich auf ein kleines überschaubares Stück Natur und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie erzählt Lebensgeschichten aus diesem Garten und lädt uns ein zum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Seien es die Geduld der Regenwürmer, die Namen der Rosen oder das Credo der Nacktschnecke – es gibt viel Sinnbildliches in der Natur, wir müssen nur hinschauen. Und eintauchen in Rosenduft und Blütenmeer oder schwelgen in Kirschen und Kürbis. Dabei erfahren wir, warum ein Kompost bei Liebeskummer hilft, wofür eine Kohlmeise einen Hund braucht, wie man mit einer Höhle zum Mond fliegt, und wie sich die Essenz des Sommers in kalte Wintertage retten lässt.
Gärten sind Lehrmeister für ein glückliches Leben.
Ein Buch für Gartenfreunde, das uns durch das gesamte Gartenjahr begleitet!

Kreuz Verlag Freiburg, ISBN: 978-3-451-61000-4

Die Autorin: Doris Bewernitz, geb. 1960 in Mecklenburg, lebt die meiste Zeit des Jahres in ihrem Garten in Berlin. Sie arbeitete u.a. als Krankenschwester, Gerichtsprotokollantin, Sozialpädagogin, Dozentin und Gestalttherapeutin. Seit 1995 schreibt und veröffentlicht sie Erzählungen, Lyrik, Satiren und Reportagen.

Link zum Buch:
http://www.kreuzverlag.de/presse/pressemitteilungen/neuerscheinungen/neuerscheinungen_d_html?k_beitrag=3255176&k_tnr=61000&titel=Wo%20die%20Seele%20aufbl%FCht

„seelengevögelt“ von veit lindau – ein buchtipp

noch ein ratgeber zum selbstcoaching oder zu selbstoptimierung (das sz-magazin hat gerade in seiner letzten ausgabe den begründer der selbstoptimierung ausgemacht – gustav grossmann: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36861 ). aber ein buch mit aufforderndem und ganz humorvollem charakter. denn die sprache, die veit lindau verwendet, ist direkt und ohne schnörkel. das kann spass machen, vor allen dingen, da er sich erst einmal keiner problemlösungsinstitution angeschlossen hat.

das buch „seelengevögelt – manifest für das leben“ fordert dazu auf, das für einen selber wesentliche zu leben. auch dies keine neue botschaft, aber zumindest untermalt von einem großen optimismus. wie in anderen ratgebern tauchen hier zwar die ebenso die be- und verhinderungen des lebens der eigenen bedürfnisse auf, aber es droht im hintergrund nicht so sehr die „arbeit an sich selbst“. wahrscheinlich kommen wir heute ohne bücher, die uns beraten, wie man mit der vielfalt und den ruhigstellungsversuchen klarkommt, kaum mehr aus.

all diesen büchern ist eins gemein, sie reissen die gesellschaftlichen und politischen gründe für ein teils überforderndes und kompliziertes leben an, aber sie führen die daraus folgenden handlungen immer wieder auf den einzelnen zurück, der nur allein die wirkliche veränderung bewerkstelligen kann. kooperatives verhalten scheint unvorstellbar geworden zu sein. das sagt viel über unsere gesellschaft aus, die bücher sind auch nur eine folge daraus.

und doch finde ich das buch lesenwert, eben da es sehr direkt formuliert, vor welchen entscheidungen man sich gestellt sieht. und der autor formuliert gerade heraus, dass es verdammt viel zu entdecken gibt, dass kreativität eine möglichkeit ist, den eigenen ausdruck für ein lebenskonzept zu finden. manchmal wünscht man sich etwas mehr analysen der gründe für die ängste in einer angstgenerierenden gesellschaft. das buch ist 2011 im life-trust-verlag erschienen. ISBN 978-3-9434-7800-6

„das leben ist kein streichelzoo“ von david sedaris – ein buchtipp

für kurz zwischendurch, kleine geschichten, großer spaß. david sedaris, eigentlich bekannt für schräge, schrille geschichten aus seinem eigenen leben, hat sich die tierwelt vorgeknöpft. in seinem buch „das leben ist kein streichelzoo – fiese fabeln“ gibt es, wie gewohnt, keine tabus und viel humor. denn auch die tierwelt ist alles andere als eine einfache welt.

ob eine arrogante rättin im versuchslabor, eine krähe, die selbstsüchtig ein schaf zum meditieren bringt oder ein kaninchen, das jedes maß der dinge verloren hat, in diesem buch ist alles möglich, sogar die frage, ob die blutegel im anus eines nilpferd singen oder summen. die meist kurzen fabeln haben eigentlich nur eine botschaft: in der tierwelt geht es allzu menschlich zu. nur am rand wird der mensch als thema gestreift, doch dann tut er sich meist dadurch hervor, dass er nichts versteht von den sorgen und nöten der tiere.

besonders schön wird das buch durch die direkten und drastischen illustrationen von ian falconer. dieses buch ist alles andere als ein kinderbuch, aber es ist ein märchenbuch, das den alten grausamen märchen in nichts nachsteht. der große unterschied: sedaris lässt immer noch eine absurde, witzige komponente einfließen. und natürlich der unübertroffene schreibstil von sedaris, wie man ihn aus seinen lebensgeschichten kennt. so erfährt man, dass neben einem in der tierwelt, der bär steppt.

übrigens ist das buch auch eine schöne anregung für das kreative schreiben, sich auch mal den fabeln und tiergeschichten zu zu wenden. das buch ist 2011 beim karl blessing verlag in münchen erschienen. ISBN 978-3-89667-444-9

„die unruhezone“ von jonathan franzen – ein buchtipp

es ist kein neues buch, es ist schon länger auf dem markt, aber manchmal kommt man nicht gleich dazu, ein buch zu lesen. es sagt auf keinen fall etwas über die qualität des buches aus. das buch „die unruhezone“ ist ein wunderbares beispiel für biografisches schreiben.

jonathan franzen führt vor, wie man seine kindheit und jugend in verschiedene erinnerungen, begebenheiten und entwicklungen aufteilen kann, wie man sie berichten und bewerten kann und wie sie sich leicht und unverkrampft lesen lassen. da franzen selber noch nicht auf ein langes leben zurückblicken kann, sondern auf eine etwas angestrengte und ereignisarme kindheit und jugend, ist dies nicht unbedingt stoff für fesselnde geschichten.

aber er schafft es, dass man seine berichte in einer wahrscheinlich durchschnittlichen, bürgerlichen amerikanischen familie mit all ihren unebenheiten und verkrampfungen schwer beiseite legen kann. es ist ein plauderton, der so zu sagen „nebenher“ die vielen unsicherheiten der pubertät und des finden des eigenen wegs offenlegt. dabei wirkt das buch von franzen sehr ehrlich (obwohl man natürlich nicht sagen kann, ob sich wirklich alles so zugetragen hat) und legt sein großes bemühen, anschluss an die welt zu finden, offen.

er verschachtelt seine erinnerungen in einer art und weise, dass sie am ende des buches ein rundes bild seiner gewordenheit wiedergeben. ein lohnenswertes buch in zweierlei hinsicht: als entspannte unterhaltung und als orientierung für das eigene biografische schreiben. das buch ist 2008 bei rororo in reinbek bei hamburg erschienen. ISBN 978-3-499-24439-1

„gamestorming“ von brown, gray und macanufo – ein buchtipp

wie der titel schon erahnen lässt, ist das ganze leben ein spiel. oder anders formuliert, an beinahe jede aufgabe kann man spielerisch herangehen. das nimmt der aufgabe zwar nur teilweise ihre ernsthaftigkeit, aber es schafft raum für mehr kreativität. kein anderes ziel hat das buch „gamestorming – ein praxisbuch für querdenker, moderatoren und innovatoren“ von dave gray, sunni brown und james macanufo.

wie peppt man ein meeting auf, damit am schluss neue gedanken und analysen zum vorschein kommen? man arbeitet nicht starr zielorientiert und in einer strikten abfolge, sondern man arbeitet spielerisch verlaufsorientiert und lässt raum für neues. mit dieser behauptung machen sich die autorInnen daran, den heutigen anforderungen an entwicklungen und neuerungen gerecht zu werden. es gibt sie kaum mehr, die stringente lösung eines problems. die welt ist vielfältiger und unübersichtlicher geworden. dem muss auch in wirtschaft und im marketing rechnung getragen werden.

uns so werden im buch eine große auswahl an verschiedenen „spielen“, assoziationstechniken und gruppenaktionen zusammengetragen, die eine veränderte herangehensweise zulassen. angenehm ist dabei, dass auch ergebnislose prozesse zugelassen werden. unangenehm scheint mir die beschwörung des spielerischen in prozessen, die für die einzelnen teilnehmerInnen existentiell sein können. es gibt nicht viel raum für die eigene befindlichkeit. doch die kommt ins spiel, wenn man der kreativität raum gibt.

insgesamt lohnt es sich die große sammlung an spieltechniken anzuschauen und zu nutzen, wenn man seminare und meetings organisiert. man benötigt post-its ohne ende, flipcharts, stifte (dem zeichnen wird im buch eine große bedeutung zugesprochen), zeit und ideen. dann kann mit großer wahrscheinlichkeit eine menge entstehen und entwickelt werden. positiver nebeneffekt: hierarchien werden zeitweise aufgehoben. das buch ist bei o´reilly 2011 in köln erschienen. ISBN 978-3-89721-326-5. es gibt eine homepage zum buch, auf der beinahe alle spiele versammelt sind: http://www.gogamestorm.com/?page_id=234 .