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bibliotheken statt flugfeld

eine schöne, ausbaufähige idee! heute steht im feuilleton der süddeutschen zeitung (s.12), dass es die planung gibt, das flugfeld des flughafens tempelhof für einen neubau der berliner landesbibliothek zu nutzen. ein rascheln des umblätterns anstatt dem lärm landender und startender flugzeuge. wenn das keine alternative ist!

doch es ließe sich noch einen schritt weiter gehen. auch die staatsbibliotheken in berlin, die geteilt am potsdamer platz und unter den linden sitzen, sind schon längst zu klein für ihren bücherbestand. was wäre es für ein traum, wenn sich berlin dazu durchringen könnte, ein literarisches zentrum zwischen tempelhof und neukölln zu setzen. die verkehrsanbindung wäre hervorragend (u-bahn und ring-s-bahn).

seitdem die bundesregierung berlin zur hauptstadt erklärte, wurde und wird viel gebaut. die mitte ist reserviert worden für regierungsbauten und lobbyistenbüros, hotels sind aus dem boden geschossen, botschaften und landesvertretungen haben sich breit gemacht. zur zeit wird außerdem am stadtrand ein großflughafen aus dem boden gestampft. viel geld floss und fließt in diese projekte.

und nun hat die bundesregierung beschlossen, viel geld zur ankurbelung der wirtschaft zur verfügung zu stellen. wie wäre es da, dieses geld in das wissen und die bildung der bevölkerung zu investieren, anstatt in autos. doch bis jetzt liegen die schwerpunkte immer noch bei abwrackprämien und strassenbau.

es wäre ein traum, aus einem flugfeld, einer riesigen brache, einen parkartigen ort zu machen, der autofrei, aber voller bibliotheken, gebäuden für lesungen, vielleicht auch verlage und schreibwerkstätten wäre. dazwischen viel grün, orte der entspannung , handyfreie zonen, kulturbegegnunsstätten, grandiosen buchläden und dergleichen mehr. ja, das würde eine alternative zu sonstigen industrieansiedlungskonzepten darstellen. eben eine schöne, ausbaufähige idee.

nabelschau (04)

liebe berliner s-bahn,

ich danke dir dafür, dass ich endlich wieder zum ausgiebigen bücherlesen komme. diesen winter hast du dir besonders viel mühe gegeben. denn der winter war kalt, zumindest teilweise, und wie winter das nunmal sind. dich liebe s-bahn hat das aber überrascht und du fuhrst einfach nicht. das verlängerte den aufenthalt auf deinen bahnhöfen für mich enorm und hatte den effekt, dass ich mehr seiten der bücher verschlingen konnte, die gerade mein interesse wecken.

besonders freut es mich aber, dass du jedesmal am s-bahnhof schöneberg eine 10-minütige zwangspause für mich arrangierst. du denktst  für deine fahrgäste mit. was soll dieses ewige gehetze, mach doch mal pause. für alle nichtkenner der s-bahn-szene: am s-bahnhof schöneberg kreuzt eine der wichtigsten nord-süd-verbindungen berlins von oranienburg bis potsdam den ring, eine der meistbefahrenen ost-west-verbindungen. es steigen also auch dementsprechend viele menschen um.

kenner wiederum bereiten sich bei der einfahrt einer der züge schon darauf vor die treppen, die die züge verbinden hoch oder runter zu sprinten, da die züge beinahe zeitgleich einfahren. wichtig ist dabei das wort „beinahe“. einer der züge ist immer eine halbe minute früher da. die mitarbeiter der s-bahn fertigen diesen besonders schnell ab, damit es nicht zu einer lästigen verzögerung durch umsteigende fahrgäste kommt. der nächste zug in die jeweilige richtung kommt in 10 minuten. wäre der takt auf diesen linien ein extrem enger, könnte man das ja verstehen, so kann man sich nur seinen büchern widmen. das umblättern fällt bei minusgraden leider ein wenig schwer. sitzplätze auf den bahnhöfen sind auch nicht gerade zahlreich. deshalb habe ich eine kleine wunschliste, liebe s-bahn:

anstatt verköstigungseinrichtungen auf den bahnhöfen zu installieren, wünsche ich mir einen kleinen aber feinen buchladen. zudem beheizte sitzbänke oder zumindest kissen, da die drahtgeflechte im laufe der zeit doch zu leichten erfrierungen am arsch führen können. und vielleicht ein paar ein-euro-jobber zum umblättern der seiten. und vor allen dingen einen störsender für handys. denn dann steigert sich nicht nur der bildungsstand der bürger, nein, es ständen auch nicht so viele schlechtgelaunte menschen auf deinen s-bahnhöfen rum 😆

buchmesse in frankfurt am main

bald ist es wieder soweit, vom 15ten oktober bis 19ten oktober kann man die buchmesse in frankfurt am main besuchen. die urmutter aller buchmessen, inzwischen im halbjahresabstand zur leipziger buchmesse, ist eine der größten ihrer art auf der ganzen welt.

das bedeutet, dass man sich erschlagen fühlt von der fülle der stände und der ausgestellten literatur. es ist klar, dass man es nicht schaffen wird in kurzer zeit einen überblick über die neuerscheinungen in deutschland im herbst diesen jahres zu bekommen. ist deutschland doch eines der länder mit den meisten neuerscheinungen pro jahr und mit der größten vielzahl an verlagsprogrammen. auch wenn immer wieder eine lesekrise beschworen wird, gelesen wird weiterhin eine menge. auch bei den büchern gibt es zwar den hang zu blockbustern, doch es ist weiterhin möglich nischen zu besetzen. und die online-shops haben normalerweise auch die nischen im sortiment. was verschwindet, sind die kleinen buchläden mit einer sehr persönlichen und subjektiven zusammenstellung der händlerInnen. sie tragen sich oft nicht mehr, da das internet die nischen noch ausführlicher bedient als ein kleiner buchladen das kann. das ist schade, aber schwer zu verhindern.

doch zurück zur buchmesse, ist diese die ersten tage nur für fachpublikum geöffnet. wenn man auf die messe geht, kann man sich zumindest umsehen, was es überhaupt für verlage gibt und deren diverse kataloge mitnehmen, um zuhause zu schauen, welche angebote auf einen zukommen und was einen interessieren könnte. außerdem kann es ein schönes gefühl sein, einmal in ein meer von büchern abzutauchen. oder die homepage der 60. buchmesse besuchen unter: http://www.buchmesse.de/de/

lesewoche für kinder

manchmal vereinen sich kaufmännische interessen mit sinnvollen angeboten. so bietet die buchhandlung hugendubel in berlin-steglitz in der schloßstraße vom 7ten bis 12ten juli lesewochen für kinder in der kinderbuchabteilung an. dort sollen bücher mit kindern gelesen werden und andere empfohlen werden.

ganz uneigennützig ist dies sicherlich nicht, denn der buchhändler möchte seine bücher auch verkaufen. auf der anderen seite wird immer wieder beklagt, dass die kleinen nicht mehr so viel lesen (obwohl harry potter dem widersprach). da ist es sicherlich hilfreich versuche der „leseförderung“ zu unternehmen. berlin und brandenburg zeichnen dafür inzwischen buchhandlungen aus. hugendubel in steglitz gehört dazu.

meinereiner schätzte es als kind sehr, zu seinen geburtstagen einen büchergutschein für die ortsansässige buchhandlung zu erhalten und sich davon die bücher kaufen zu können, die man wollte. so war es die eigene entscheidung, was man las. und selten erhoben die erwachsenen einspruch. es musste nie gefragt werden, ob man dieses oder jenes buch haben könne, solange der gutschein es noch hergab.

und einmal blut geleckt, hört mensch selten wieder auf zu einem buch zu greifen und sich in andere welten zu begeben, sei es auch nur im urlaub. deshalb erscheinen die lesewochen kurz vor den sommerferien sinnvoll. und eltern können sich ein wenig mehr entspannen, wenn die lieben kleinen da sitzen und in ihre bücher vertieft sind. einziges problem, bücher machen neugierig. es kann sein, dass ihr kind sie nach der lektüre löcher in den bauch fragt 😉