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schnickschnack (126) – Characters for an Epic Tale

manchmal ist die illustration so schlicht und doch so effektiv. also, ran an die zeichenstifte oder die zeichen-software und die eigenen geschichten bebildern:

Characters for an Epic Tale | Flickr – Fotosharing!.

. es müssen ja nicht immer fotos sein!

schreibidee (294)

wie sieht ein tag im leben einer eintagsfliege aus? recht abwechslungsreich und vielfältig, wenn man den tierdokumentationen glauben kann, die im fernsehen laufen. wie sieht aber der alltag eine menschen? viele würden sagen, dass der alltag oft etwas eintöniges und in wiederholungsschleifen verharrendes. blickt man jedoch ins detail, dann offenbaren sich meist kleine, intensive und überhaupt nicht von routine geprägte momente. darum die anregung zu „one-day-stories (ods)„.

zu beginn muss sich die schreibgruppe darauf einigen, wie detailreich sie einen tagesablauf beschreiben möchte. dazu sollen zeitfenster benannt werden. man kann sich entweder an einteilungen wie „morgen“, „mittag“ und „abend“ orientieren, man kann uhrzeiten benennen oder kriterien wie „aufstehen“, „frühstück“ und „arbeiten“. hat man sich auf die details geeinigt beginnt die wahl der charaktere. diese schreibanregung ist keine form des biografischen schreibens, obwohl dies eine weitere variante wäre.

alle schreibgruppenteilnehmerInnen erfinden jeweils drei charaktere, die sie in einem kurzen steckbrief beschreiben. in diese vorstellung fließen schon ideen zum tagesablauf ein, da zum beispiel beruf oder familienstand festgelegt werden. die steckbriefe werden in der schreibgruppe vorgestellt und die schreibgruppe stimmt darüber ab, welcher charakter in der folge von den schreibenden verwendet werden soll.

dann startet die erste zeitetappe: fünf minuten lang werden kurz stichworte notiert, was in diesem zeitabschnitt passiert. anschließend wird die geschichte dieses einen tages gestartet: auf maximal zwei seiten wird der erste zeitabschnitt in einen bericht oder eine geschichte eingebunden und beschrieben. dieser kurze text wird in der schreibgruppe vorgetragen, auch als anregung für die anderen teilnehmerInnen, es findet keine feedbackrunde statt.

nun werden schritt für schritt (mit zeitvorgaben für den schreibprozess) die anderen zeitetappen geschrieben. hierbei können besondere details herausgearbeitet werden oder auch die eintönigkeit im text niederschlag finden. die weiteren abschnitte werden nicht vorgelesen, sondern beiseite gelegt. sind alle zeitabschnittte der one-day-story geschrieben, werden sie zusammengeführt, falls notwendig. es ist keine vorgabe vorher, dass der tagesablauf in einem stück verfasst wird, somit können nun noch übergänge und brücken zu den anderen zeitabschnitten verfasst werden. zum abschluss wird dann noch die überschrift „ein tag im leben von xy“ vorangestellt. dann werden die tagesabläufe vorgelesen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt.

als erweiterung dieser schreibidee ist es vorstellbar, dass man mehrere tagesabläufe verfasst und sich dabei charaktere, die man entwickelt hat, verschränken und verstricken. somit entsteht im laufe der zeit ein gewebe eines tages, an dem sich die wege verschiedener menschen kreuzen und wieder trennen. zum abschluss kann man diese episoden verschachteln und collagenartig zusammenfügen ohne weitere übergänge zu schaffen. dies ist die schriftliche variante der episodenfilme, die einen festen zeitraum umreissen.

schreibidee (269)

wenn wir dann gerade schon einmal bei den urlaubszeiten sind, dann gibt es natürlich auch die geschichten: „wenn einer einmal eine reise tut…“. damit ist nun nicht der eigentlich urlaub gemeint, sondern vor allen dingen die gemeinsame benutzung der verkehrsmittel. besonders spannend gestalten sich dabei meist kreuzfahrten, bustouren oder wander- und klettergruppen. denn plötzlich werden dabei sich unbekannte charaktere zusammengewürfelt, die einen umgang miteinander finden müssen. darum als schreibanregung der weg zu „gruppenreise-geschichten„.

alle schreibgruppenteilnehmer erfinden zehn verschiedene charaktere, die sich gemeinsam bei einer gruppenreise treffen. die personen werden in fünf zeilen, stichwortartig ein wenig umschrieben. sie können natürlich teilweise miteinander verwandt sein, sollten sich aber nicht alle kennen. die kleinen charakteristiken werden nicht in der schreibgruppe vorgetragen. denn anschließend werden noch drei kurze beschreibungen (maximal eine halbe seite) der verschiedenen gruppenreisemöglichkeiten geschrieben (gestern kam zum beispiel eine doku über eine wandergruppe auf den kilimandscharo).

nun wählt man erst die form der gruppenreise aus, die einen am spannendsten erscheint. dann besteht die schwierigkeit darin, eine geschichte, gespräche oder ein szenario zu schaffen, in denen alle charaktere in der einen oder anderen weise aufeinandertreffen und miteinander verknüpft werden. für diese schreibphase ist relativ viel zeit zu veranschlagen, da sich alle personen nicht nur begrüßen sollen. und natürlich sollen die eigenheiten der einzelnen charaktere bei dieser geschichte zum tragen kommen. die entstandenen texte werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und in der feedbackrunde wird unter anderem rückgemeldet, wie gut die atmosphäre einer gruppenreise getroffen wurde.

sollte noch zeit für einen abschluss bestehen, dann sollte noch ein kurzer text über eine einsame reise eines menschen verfasst werden (gestern tauchte in einer doku zum beispiel ein einsamer wanderer in den gerölligen tadschikischen bergen auf). diese texte werden kurz vorgelesen.

kreatives schreiben und nachtleben

berlin hat einen vorteil: es gibt so gut wie keine sperrstunde. oder anders formuliert, in berlin sind die nächte für gewöhnlich lang. das hat sich zwar in den letzten jahren ein wenig verändert und so manche bezirke wirken früher verschlafen als noch vor ein paar jahren. aber wer möchte, kann sich immer noch die ganze nacht amüsierend um die ohren schlagen. wenn man dann am frühen morgen einen blick in diverse bars und kneipen wirft, dann kann man sich des eindrucks nicht erwehren, dass sich ein ganz anderes bild der menschen ergibt, als tagsüber und am späten abend.

diese momente des sonnenaufgangs und der ersten morgenstunden sind getragen von einer gelassenheit, die sonst selten in der hektischen großstadt zu finden sind. diese zeit bietet sich an, menschen in ihrem verhalten und ihren sehnsüchten zu beobachten. wer so lang unterwegs ist, sucht den schönen abschluss für den abend und muss meist nicht mehr gesitteten sozialen gepflogenheiten nachkommen. es scheint, als lösten sich die strengen regeln des zusammenlebens auf. dies nicht in einer negativ aggressiven richtung sondern eher in einer schönen wir-sind-zufrieden-atmosphäre.

und plötzlich bekommt man ein gefühl davon, wie menschen auch zusammenleben könnten, wenn sie die möglichkeit hätten beständig ihren eigenen bedürfnissen nachgehen zu können. darum zeigen sich in den nächten die menschen von einer ganz anderen seite, einer verletzlicheren, offneren. bei der suche nach protagonisten und geschichten gibt es deshalb einen ganz neuen blickwinkel, der manche neue schreibidee produzieren kann. einzige krux, man muss durchhalten, sitzen bleiben oder den wecker am frühen morgen klingeln lassen, um eine milieustudie durchführen zu können. berlin ist um diese zeit auch fertig, man kann eine stadt in solchen momenten ganz entblöst erleben. also ab ins nachtleben.

kreatives schreiben und großveranstaltungen

die outdoor-saison fürs essen und trinken, für lockere unterhaltungen und den auftrieb vieler menschen ist eröffnet. in allen regionen finden nun diverse sommerfeste, paraden oder budenmeilen statt. diese veranstaltungen sind ein paradies für kreativ schreibende. wenn sie protagonisten für ihre geschichten und stories suchen, dann begeben sie sich doch einfach einmal dort hin.

nehmen sie einen klappstuhl oder setzen sie sich auf eine der vielen bierbänke und beobachten sie. stichwortartige notizen über einzelne vorbeilaufende charaktere sollten festgehalten werden. dabei kann man sich entweder notizen über das äußere erscheinungsbild machen oder notieren mit was die einzelnen menschen beschäftigt sind. denn in der geschwindigkeit, in der menschen an ihnen vorbeiziehen, ermöglichen kaum mehr beobachtungen, höchstens sie notieren etwas über menschen, die neben ihnen sitzen. doch das unangenehm werden, wenn die menschen mitbekommen, dass sie beobachtet werden.

zwischendurch sollten sie eine pause einlegen und kurze porträts zu den menschen verfassen, die sie beobachtet haben, sonst entfällt ihnen wieder, was sie bei der notiz gedacht haben. Weiterlesen