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schreibidee (343)

früher, als es das internet noch nicht gab, also in zeiten als unser leben noch vor der haustür ablief, da war mensch eher gefragt, seinen bedenken und unsicherheiten gegenüber zu treten, sie zu überwinden und allen mut zusammen zu nehmen, wenn er sich jemandem annähern wollte. dies geschah im beruf, auf parties oder in der schule. einzig das telefon hatte man zur hilfe, doch dies auch nur, wenn man sich in seiner wohnung aufhielt und die andere person sich in ihrer wohnung aufhielt. heute geschieht dies oft auf etwas distanzierterem weg. es wird viel digital geschrieben. darum als schreibanregung das verfassen von „digitalen annäherungstexten“.

um der digitalen vielfalt auch bei den schreibanregungen raum zu geben, sollen verschiedene varianten ein und derselben situation verfasst werden. stellen sie sich vor, sie sind einem menschen im alltag begegnet, kurz ins gespräch gekommen und hin und weg. diesen menschen werden sie in absehbarer zeit nicht mehr treffen, haben aber seine oder ihre kontaktdaten und wollen sich annähern. je nach verbindungsmöglichkeiten soll von den schreibgruppenteilnehmerInnen ein versuch der kontaktaufnahme formuliert werden. zum einen per twitter oder sms (maximal 140 zeichen), dann eine erste äußerung im chat, eine mail und als kontrast die altmodische form eines briefs. die annäherungstexte, auch wenn sie kurz sind, sollten jeweils auf einem gesonderten zettel notiert werden.

nun wird die schreibidee zu zweit in der gruppe weitergeführt. ihre zettel tauschen die teilnehmerInnen. aufgabe ist es, eine positive reaktion zu allen kommunikationsformen zu verfassen. anschließend eine negative, dabei wird davon ausgegangen, dass nicht der einfachere weg der digitalen kommunikation beschritten wird, nämlich nicht zu reagieren. es werden also jeweils zwei antworten verfasst. die texte werden nicht vorgetragen, sondern den kollegInnen zurückgegeben.

im nächsten schritt wird nur noch auf die positven reaktionen geantwortet, also eine weitere annäherung versucht. wenn die texte fertig sind, werden sie wieder an die kollegin, den kollegen in der schreibgruppe gegeben und noch einmal eine positive reaktion verfasst. anschließend werden die texte gebündelt in der schreibgruppe vorgetragen. es findet eine feedbackrunde statt, in der die besonderheiten dieser form der annäherung genauer betrachtet werden.

zum abschluss können die beiden schreibgruppenteilnehmerInnen zwischen den drei varianten, twitter / sms, chat oder mail wählen, welche sie weiterführen wollen. in dieser form werden nun die schriftlichen dialoge und annäherungen weitergeführt. dabei ist nicht mehr vorgegeben, ob es zu einer negativen oder positiven reaktion kommen soll. sollte die genug zeit vorhanden sein, können diese annäherungsdialoge in der gruppe vorgetragen werden.

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web 2.0 und fühlen

das internet macht es schwer, etwas zu fühlen. nicht ohne grund mussten emoticons eingeführt werden, um überhaupt eine form des emotionalen ausdrucks zu finden. natürlich kann man seine emotionen auch schriftlich ausdrücken, doch diese form der kommunikation würde in vielen zusammenhängen der geschwindigkeit des internets widersprechen. selten lassen sich gefühle in drei worten so darstellen, dass die empfänger der botschaft sich in den zustand ihres gegenübers einfühlen können.

da war es nur eine logische konsequenz, dass das telefonieren oder auch kommunizieren mit gespräch und bild in die sozialen netzwerke des internets eingebunden werden. so bietet facebook seit kurzem diese möglichkeiten an. chat, mail oder twitter, sms und bloggen, all diese formen der schriftlichen kommunikation ermöglichen nur ein eingeschränktes fühlen und spüren, akustische signale ermöglichen schon mehr. der tonfall des gesagten erleichtert formen der empathie. noch einfacher wird das mitfühlen, wenn es gleichzeitig in beinahe-echtzeit aufnahmen von den gesprächspartnerInnen gibt. hier kommt zusätzlich die mimik ins spiel.

doch bis jetzt konzentriert sich im web 2.0 vieles auf den schriftlichen austausch. und hier liegen auch zeitweise die schwierigkeiten. denn es genügt nicht, eine eigene sprache und emoticons zu verwenden, um gegenseitiges verstehen abseits der worte zu ermöglichen. hier wird fühlen sehr schwierig und dies verführt zu deutungen, die immer wieder zu missverständnisse führen. der „tonfall“ des geschriebenen ist schnell falsch zu verstehen.

auch hier gleichen die empfängerInnen das gelesene mit bisher erfahrenem ab. und da es keine so klaren signale gibt wie bei der face-to-face-kommunikation, manch eine(r) schwierigkeiten hat, sich schriftlich klar auszudrücken, darum werden dem deuten tür und tor geöffnet. das kann zwei konsequenzen haben: zum einen vertraut man extrem seinen deutungen und laviert sich immer wieder durch die daraus folgenden konflikte, in denen sich jemand falsch verstanden fühlt. oder man hält sich im internet sehr mit emotionalen reaktionen zurück, versucht Weiterlesen

kreatives schreiben und kommunikation

menschen treten über gesten, laute und blicke in verbindung. sie haben sich auf codes geeinigt, die (meist) andere die botschaften verstehen lassen, die man aussendet. oft genug klappt das nicht so gut, da man noch so viele absprachen treffen kann, es entstehen trotzdem missverständnisse, probleme und konflikte. der große vorteil, auch die schwierigkeiten kann man kommunizieren und versuchen zu entschärfen.

für das kreative schreiben bietet sich beim thema kommunikation natürlich der dialog an. dieser gestaltet sich etwas schwieriger als gedacht. unsere dialoge sind oft ungelenker und abgehackter, als sie uns scheinen. würde man sie eins zu eins notieren, würden sie gelesen mit großer wahrscheinlichkeit unglaublich langweilen oder eben den lesegenuss trüben. es bedarf ein wenig übung, um einen flüssigen dialog zu notieren. am besten liest man ihn sich laut vor, um ein gespür dafür zu bekommen, wie der rhythmus eines lesbaren dialogs klingen muss. oder man sucht sich ein publikum, das rückmeldungen gibt, wie ein dialog wirkt.

ähnlich ist es mit schriftlicher kommunikation, zum beispiel im chat oder per mail. es hat sich im laufe der zeit eine ganz eigene sprache entwickelt, die den spagat zwischen informationen und emotionalen ausdrücken versucht. denn wer möchte jedesmal einen literarisch hochwertigen text verfassen, den er dann absendet, um sich möglichst klar ausdrücken? die modernen kommunikationsmittel leben von der geschwindigkeit und lassen darum weniger raum für ausführliche situationsbeschreibungen. ein chat ist ein geschriebener dialog mit verteilten rollen. er erübrigt sich schnell, wenn das virtuelle gegenüber eine viertel stunde benötigt für eine antwort.

das kreative schreiben bietet zumindest mit seinen formen in einen schreibfluss zu kommen, metaphern zu finden und schriftlich gefühle besser ausdrücken zu können, eine grundlage für eine leichtere und teilweise „bessere“ kommunikation in den digitalen welten. außerdem gibt es die ersten romane, die ausschließlich auf mailkontakte basieren, ähnlich einem briefroman. die handlung erschließt sich über die abgedruckte kommunikation.

sehr viel schwieriger lässt sich mit kreativem schreiben die nonverbale kommunikation darstellen. Weiterlesen

schreibidee (220)

er kommt langsam aus der mode, der handgeschriebene brief. der persönliche brief gewinnt in den letzten jahren sehr an bedeutung. wer heute noch einen brief schreibt und keine mail, dem ist der adressat wichtig, der nimmt sich die zeit, seinen gedanken ausdruck zu verleihen. vor zwanzig jahren hatten briefe zwar auch bedeutung, aber längst nicht in diesem ausmaß. und wenn man sich die posthum veröffentlichten briefwechsel bekannter persönlichkeiten anschaut, kann man feststellen, dass ganze lebensgeschichten oder stories dort nachgezeichnet werden. darum soll die heutige schreibanregung zu geschichten, die sich aus einem „briefwechsel“ ergeben, führen.

als einstieg lässt sich zwischen zwei möglichkeiten wählen. sollten die technischen voraussetzungen vorhanden sein, dann könnte man einen gemeinsamen chat der schreibgruppe durchführen. die aufgabe besteht darin, in dem chat, eine geschichte (vom hörensagen oder vom gemeinsam erlebten aus) zu entwickeln. ohne die technischen voraussetzungen führt man zu zweit, handschriftlich, einen chat-ähnlichen schreibdialog durch, der auch eine geschichte im hintergrund entwickelt. die texte werden nicht in der gruppe vorgetragen.

im nächsten schritt werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, zu überlegen, wem sie schon seit längerer zeit einen brief oder eine ausführliche mail schreiben wollten. alle erstellen jeweils eine liste von 5 personen, wählen die momentan wichtigste aus und schreiben diesen brief, diese mail. dann überlegen sie parallel, welche geschichte (es muss keine realistische sein) sie schon immer schreiben wollten, welcher roman noch nicht in angriff genommen wurde. zu der geschichte werden ein paar stichworte notiert.

die letzte runde der schreibidee nimmt recht viel schreibzeit in anspruch. alle gruppenteilnehmerInnen verfassen jeweils einen brief- oder mailwechsel, in dem sich ihre geschichte langsam entwickelt. es kann sein, dass ein protagonist ständig von seinen erlebnissen berichtet, aber es kann auch sein, dass beide etwas gemeinsam erlebtes brieflich aufarbeiten. der briefwechsel tritt stück für stück in den hintergrund und die geschichte in den vordergrund. anschließend werden die briefwechsel in der schreibgruppe vorgetragen und beim feedback wird betrachtet, wie stark sich die story in den vordergrund schiebt.

zum abschluss kann noch kurz auf bücher verwiesen werden, die ihre gesamte story als brief- oder mailwechsel oder tagebuchnotizen konstruieren. zum beispiel „die ansichten des pudels ali“ von wolfdietrich schnurre.

web 2.0 und selbsthilfe

ich habe hier schon öfter erwähnt, dass das internet und vor allen dingen das web 2.0 eine gute möglichkeit sein kann, nischen zu finden. zu diesen nischen gehört es auch, dass man menschen mit den gleichen interessen oder fragestellungen finden kann. je weiter sich das internet verbreitet, desto leichter wird es sein „gleichgesinnte“ zu finden. dies kann bei einem hobby, bei der partnersuche oder bei der buchung des ferienhauses sehr hilfreich sein. man kann darum auch nach menschen mit der gleichen seltenen krankheit oder mit den gleichen problemen suchen.

zudem ist es hilfreich, dass man beinahe die ganze gesellschaft bei dieser suche erreicht. so lässt sich inzwischen über das internet lokal aber auch bundesweit eine selbsthilfegruppe gründen. diese selbsthilfegruppen können sich weiter in der digitalen welt bewegen, indem man foren oder chats einrichtet. man kann die gegründete gruppe aber auch in die reale welt verlegen und gruppentreffs über das internet verbreiten. und es lassen sich inzwischen zu beinahe jeder problematik, krankheit oder störung informationen finden. das allein ist schon hilfreich, um sich seiner eigenen situation zu vergewissern.

dazu kommt, dass das internet und im besonderen das web 2.0 ein angebot für menschen ist, die aufgrund ihrer schwierigkeiten die wohnung nicht verlassen können. früher hat das telefon diese aufgabe erfüllt, jedoch bietet das internet viel mehr möglichkeiten. doch wie soll man all die gruppen ausfindig machen, über welchen weg kontakt mit gleichgesinnten aufnehmen? sucht man einmal zu einer speziellen krankheit, finden sich oft eher bücher, medizinische homepages oder wissenschaftliche veröffentlichungen. plötzlich muss man sich durch unzählige suchergebnisse klicken.

in deutschland gibt es eine zentrale einrichtung, die die daten der selbsthilfe bündelt und das wissen anderen zur verfügung stellt: „nakos“ ( http://www.nakos.de ). wer sich also auf der suche nach bestimmten angeboten befindet, kann diese in den datenbanken auf bundesebene oder in den selbsthilfedatenbanken der bundesländer suchen. Weiterlesen

facebook und die soziale rasterfahndung

„facebook“ (und all die anderen anbieter von sozialen netzwerken) ist erst einmal eine hübsche gelegenheit, sich mit der ganzen welt zu vernetzen. also natürlich nicht mit der ganzen welt, aber mit der welt, die einen internetzugang hat. und diese welt wird immer größer. facebook suggeriert auch seinen nutzerInnen, dass sie entscheiden, was sie öffentlich machen und was hinter verschlossenen türen abgeht. da unterscheidet sich facebook nicht von vielen anderen digitalen technologien, die über die halböffentlichen datenkanäle laufen. mails können verschlüsselt werden, homepages und blogs mit passwörtern für einen ausgewählten kreis zu verfügung gestellt werden und dateien geschützt werden.

so scheint es. doch viel kraft wird darauf verwendet, die daten trotzdem zu bündeln und zu sammeln, ohne das direkte einverständnis der nutzerInnen. die vorratsdatenspeicherung ist das öffentliche politische beispiel dafür, die cookies sind das versteckte und oft erzwungene beispiel. doch facebook spielt sich auf einer anderen ebene ab, auf einer zusätzlichen, nämlich meist der ausschließlich privaten. das macht facebook so interessant für datensammler. hier wird das wohnzimmer, der freundeskreis, werden die freundschaften und liebesbeziehungen digitalisiert. kontaktdaten sagen mir noch nichts darüber, wozu ich die kontakte nutzte. zuordnungen, wer bei mir auf die seite darf, mit wem ich viel kommuniziere, wen ich einlade und wen nicht, sagen viel mehr.

wenn nun noch der musikgeschmack, private bilder, links, chats und gegenseitige nachrichten dazukommen, Weiterlesen

nabelschau (06)

 

du sprichst mit menschen, plötzlich greifen sie in ihre hosentasche, wenden ihren blick von dir ab und schielen auf das display ihres handys, das sie gerade hervorgeholt haben. wenn man sie dann fragt, ob sie verstanden haben, was man gerade gesagt hat, erklären sie, natürlich hätten sie die ganze zeit zugehört. fragt man genauer nach, stellt sich heraus, dass sie nur die hälfte des zuletzt gesagten mitbekommen haben. „aber es war eine ganz wichtige sms, auf die ich schon die ganze zeit gewartet habe.“

du sitzt in einer sitzung, ein handy liegt auf dem tisch. ihr besprecht nicht ganz unwichtige dinge. es klingelt. ein teilnehmer der sitzung geht dran und meint: „du, kannst du noch einmal in einer stunde anrufen, dann bin ich hier fertig.“. kaum weitergemacht, klingelt es schon wieder, gleiche prozedur, gleiches gespräch. das ganze geschieht noch ein drittes mal, inzwischen verdrehen alle anderen teilnehmerInnen der sitzung die augen. die lapidare reaktion ist: „ich erwarte einen dringenden anruf!“, der dann auch irgendwann endlich kommt. die alternative, die festnetznummer des raumes durchzugeben oder beim klingeln des handys den raum zu verlassen, wird nicht in betracht gezogen. man ist wichtig, es ist wichtig.

du sprichst mit einem mitarbeiter. plötzlich ertönt ein metallisches piep-klingel-geräusch, das ein wenig an den kommunikator in „raumschiff enterprise“ errinnert. du fragst im raum nach, was das war. „nur eine sms.“ auch der mitarbeiter greift zu seinem handy, liest, tippt etwas nebenher ein. ihr sprecht weiter miteinander. abermals dieses geräusch. du sagst: „da ist schon wieder eine sms.“ er erklärt, dass es keine sms wäre, er chatte. toll!, denkst du, zwei gespräche gleichzeitig, ein virtuelles und ein reales. ab diesem moment bist du dir sicher, dass dir dein mitarbeiter die ganze zeit nicht richtig zugehört hat.

die selbstüberschätzung der besitzerInnen von handys ist außergewöhnlich groß. Weiterlesen

schreibpädagogik und anregende diskurse

schreibgruppen schreiben, aber sie lesen sich auch gegenseitig die entstandenen texte vor und geben sich feedback. aus diesem verbalen austausch können diskurse entstehen, die sehr anregend sind. oder es wird eine kleine diskussion einer schreibanregung vorangestellt, die teilnehmerInnen der schreibgruppe werden aufgefordert, sich zu fragen zu positionieren. auch diese diskussionen können sehr interessant werden, so dass es von den teilnehmerInnen als störend empfunden werden kann, wenn die leitung diese diskurse unterbricht.

die gespräch haben sicherlich auch die funktion, sich in der gruppe näher kennenzulernen, sie haben also eine soziale funktion. doch sie verlieren ihre funktion eine schreibanregung zu sein, wenn sie sich verselbstständigen. so interessant solch ein diskurs sein kann, die schreibgruppenleitung ist ab einem bestimmten moment aufgefordert, ihn zu unterbrechen und zum schreiben aufzufordern. denn sonst wird zwar erst der diskurs geschätzt, doch später werden die teilnehmerInnen feststellen, dass sie in der schreibgruppe wenig zum schreiben gekommen sind.

eine zusätzliche alternative bietet inzwischen das internet. es kann die schreibgruppe dazu angeregt werden, sich doch in einem blog oder in einem chatroom weiter auszutauschen. so kann der anregende diskurs an einen anderen ort verlagert werden. dabei kann sich herausstellen, dass er doch nicht weitergeführt wird, das tut aber dem grundgefühl, nicht vollständig gestoppt zu werden während der schreibgruppe keinen abbruch. denn als leitung einer schreibgruppe hat man nicht nur die rolle, die entscheidungen zu treffen, sondern auch auf die bedürfnisse der teilnehmerInnen einzugehen. die verlagerung des diskurses in das internet bietet dazu eine gute möglichkeit. einzig zu beachten ist dabei, dass alle sicherheitsstandards erfüllt und der diskurs nicht öffentlich wird, sondern an einem ort, der nur mit passwort zu erreichen ist, geführt werden kann.

web 2.0 und wahlkampf

das internet wird immer wichtiger bei der politischen meinungsfindung. bester beweis ist zur zeit der wahlkampf in den usa. kaum haben öffentliche debatten der präsidentschaftskandidaten stattgefunden, schon werden die statements im internet diskutiert. demokratie rückt in solchen momenten zeitlich näher an die geschehnisse heran. außerdem bietet sich die möglichkeit, sehr verschiedene positionen in kurzer zeit auszutauschen und zu lesen. solch einen politischen diskurs kann man in dieser dichte sonst nur noch im persönlichen gespräch führen, wenn man zum beispiel gemeinsam mit freunden die debatten verfolgt und anschließend diskutiert.

doch das internet bietet noch weitere vorteile. kandidaten können direkt mit etwaigen wählern kontakt aufnehmen. gut, die wählerinnen wissen nie genau, ob die kandidaten selber schreiben oder irgendwelche persönlichen referentInnen. und wie sich bei barack obama zeigt, kann das internet vor allen dingen der akquise von wahlkampfspenden dienen. hier bewährt sich wieder der vorteil des internets, dass kleine beträge in großer zahl effektiver sind und mehr menschen einbeziehen als großspenden von wenigen. das internet greift das interesse der menschen auf und vermittelt es an die entsprechenden stellen. 

aber auch hier ist voraussetzung, dass die menschen überhaupt einen zugang zum internet haben. vor allen dingen ältere können sich in solchen momenten schnell übergangen fühlen. doch die politikerInnen, die heute noch nicht auf das internet setzen, versäumen die möglichkeiten der modernen kommunikation. den menschen, die vor der wahl stehen, erleichtert das internet durch die reichhaltigen informationen wahrscheinlich die entscheidung. obwohl das nicht so klar ist, es könnte natürlich auch die qual der wahl verstärken. näher dran ist es inzwischen allemal.

web 2.20 – vaybee.de

die größte bevölkerungsgruppe mit migrationshintergrund in deutschland sind die türkInnen. ein großteil der türkeistämmigen bevölkerung lebt schon in der zweiten oder dritten generation in deutschland, spricht fließend deutsch aber oft auch fließend türkisch. aufgrund des eigenen kulturellen hintergrunds werden verschiedene orte, auch im internet, aufgesucht, um eigene sprache und traditionen weiter zu pflegen. heute zum „zuckerfest“ soll einmal eine homepage mit „migrationshintergrund“ vorgestellt werden 😉


das erfolgreichste türkisch-deutsche portal im internet ist „vaybee.de„. dabei steht vaybee ungeführ für „wow“. die seite bietet alles, was ein internetportal bieten sollte. neueste nachrichten, klatsch und tratsch, chat, die möglichkeit ein eigenes profil zu erstellen und sich somit bekannt zu machen. besonders ist, dass bei dem portal zweisprachig kommuniziert wird. ansonsten unterscheidet es sich von anderen portalen nicht. ist auch nicht nötig, es bietet aber einer großen community alles was zum austausch notwendig ist. zu finden ist die seite unter http://www.vaybee.de .

web 2.0 und schreiben

 

es schreibt sich unterschiedlich in den angeboten des web 2.0. kluge menschen haben sich dazu etliche gedanken gemacht. am interessantesten finde ich den gedanken, dass das schreiben im web 2.0 einem aufgeschriebenen gespräch nahekommt. so unterscheidet sich schon die mail vom brief. noch größer sind die veränderungen aber bei blogs, in chats und in foren.

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