Schlagwort-Archive: cool

schreibpädagogik und coolness

gruppen verleiten manchmal zur übertriebenen selbstdarstellung. kreative gruppen fördern diesen prozess. das kann erst einmal sehr unterhaltsam sein, und es gehört zu gruppenprozessen auch dazu, aber es wird dann lästig, wenn sich die anderen gruppenmitglieder nicht zur wehr setzen oder wenn sich eine gruppe keine regeln gibt. es entwickeln sich alpha-positionen von einzelnen gruppenmitgliedern. früher wurde diese rolle meist von männern besetzt, heute kann man das nicht mehr so eindeutig sagen. die alpha rolle kann sowohl von teilnehmerInnen einer gruppe eingenommen werden als auch von der gruppenleitung.

es soll hier klar unterschieden werden zwischen der rolle der aktiven teilnahme an einem gruppengeschehen und der rolle der coolen führerschaft. bei schreibgruppen sind diese führungsrollen schwieriger einzunehmen, da durch das schreiben viel allein und eigenständig gearbeitet wird, also alle teilnehmerInnen nicht in einem ständigen kommunikativen austausch miteinander stehen. zudem gibt es meist die regel, dass alle teilnehmerInnen ihren text vortragen, was das aufbauen einer hierarchie schwerer macht.

aber natürlich kann es auch in schreibgruppen die teilnehmerInnen geben, die aus ihrer vorstellung vom schöpferischen und künstlerischen die haltung ableiten, dass ihre beiträge so einzigartige seien, dass sie viel (zeit)raum einnehmen dürfen, dass sie nur positive rückmeldungen verdienen und dass ihre wortbeiträge, zum beispiel beim feedback, die einzigen treffenden interpretationen liefern. dies kann schnell zu diskussionen führen, die die ganze gruppe beschäftigen, aber keine weiterentwicklung der schreibprozesse fördern.

die überzeugung der außergewöhnlichkeit geht nicht selten mit einer (lauten) coolness einher. beim film kann man dies zum beispiel schön am verhalten auf dem roten teppich festmachen. in schreibgruppen ist das eher an anderen punkten feststellbar. wenn jemand sich bei leserunden stetig vordrängt, wenn überbetont vorgetragen wird oder wenn stetig scherze über die beiträge Weiterlesen

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schreibidee (379)

cool ist es dort auf alle fälle, aber nicht unbedingt gefühllos. man kann die tür öffnen und es zeigt sich ein lebensstil einer person oder von mehreren personen. man kann die tür öffnen und man weiß, ob das leben genossen wird oder eher spartanische stimmung herrscht. und schliesst man die tür wieder, dann kann man nur darüber spekulieren, was im inneren geschieht. dies ist eine schreibanregung zu „kühlschrank-geschichten“.

praktisch wäre es, wenn es in den räumen, in denen sich die schreibgruppe trifft, einen kühlschrank gibt. vor dem können sich die schreibgruppenteilnehmerInnen versammeln und als einstieg ihre gedanken notieren, wenn der kühlschrank geöffnet wird und der inhalt sichtbar wird. alternativ dazu können die teilnehmerInnen aufgefordert werden, vor dem schreibgruppentreffen die assoziationen zu ihrem eigenen kühlschrankinhalt zu notieren. noch interessanter würde es, wenn alle eine fotografie von ihrem geöffneten kühlschrank mitbringen könnten. oder man besucht freunde und bekannte und fragt sie, ob man einmal vor ihrem kühlschrank assoziieren darf. aus diesen assoziationen soll ein elfchen und ein haiku geschrieben werden. beide kurztexte werden in der schreibgruppe vorgetragen.

im nächten schritt wird systematisch vorgegangen. da nicht alle kühlschränke identisch konzipiert sind, konzentriert sich die schreibgruppe auf das minimum. als erstes wird die oberste ablagefläche genau betrachtet (was befindet sich dort? wie voll oder leer ist sie?…), gedanken und assoziationen werden notiert. anschließend wird eine kurzer text (für den es keine vorschriften gibt, er sollte nur nicht länger als zwei seiten sein) geschrieben. nun wird die zweite ablagefläche des kühlschranks in den blick genommen. abermals sollte ein text entstehen. dies kann man noch für das gemüsefach und die innenseite der tür wiederholen. die kurzen texte werden anschließend ohne feedbackrunde in der schreibgruppe vorgetragen. interessanter wird das ganze, wenn fotos gemacht werden. denn dann können die kühlschrankinhalte untereinander ausgetauscht werden und die vorlagen sind nicht so vertraut.

zum abschluss wird nun eine handlung in den kühlschrank verlegt (alternativ kann man auch den kühlschrank zum hauptprotagonisten einer geschichte machen). aber es ist sicherlich anregender, sich zu überlegen, was im kühlschrank alles passiert, wenn die tür geschlossen ist. die lebensmittel können sich unterhalten, der schimmelpilz attacken vorbereiten, das gemüse kann frieren und vieles mehr. natürlich kann man diese geschichten auch mit der nutzung des kühlschranks kombinieren. dabei treten die bewohner in kontakt mit der außenwelt. was geschieht? wie reagieren alle, wenn das licht angeht? was passiert, wenn lebensmittel voneinander getrennt werden und jemand nicht zurückkehrt? der kühlschrank als tägliches drama im kleinen 😉 die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt.

hat die schreibgruppe lust auf psychospiele (dies ist immer mit vorsicht zu genießen), kann man ganz zum schluss das spiel spielen: zeig mir den inhalt deines kühlschranks und ich sage dir, wer du bist.

kreatives schreiben und coolness

wie sehen coole texte aus? vielleicht reduziert auf das minimum oder doch lieber einfach gefühllose aufzählungen von geschehenem. doch es kann auch ganz anderes cool wirken, wenn zum beispiel die protagonisten sich in einer welt bewegen, die nur unterkühlt kommuniziert. dabei reduziert sich das gesagte auf ein minimum und emotionen bleiben auch hier außen vor.

im kreativen schreiben lassen sich viele varianten von coolness vorstellen. man kann ein wenig anleihen beim film nehmen. schaue man sich filme an, die man cool findet und übertrage das geschehen so zu sagen rückwärts in einen text. dabei kann es wie schon geschrieben das gesprochene sein, das dem film einen coolen charakter gibt oder es ist die beschreibung des geschehens. man versuche sich einmal in verschiedenen varianten.

man starte bei den räumlichkeiten. ich habe einmal die bilder einer wohnung gesehen, in der jeder raum weiß gekachelt war. selbst die möbel waren weiß gekachelt. dies ist nun eine extremform der kälte einer wohnung. doch beschreiben sie einmal eine sehr spartanische, kalte umgebung. man kann dies noch ausweiten um den kiez, die wohnumgebung. plattenbauten (auch wenn sie bunte balkone erhalten haben) wirken von außen betrachtet anders als gründerzeitvillen oder fachwerkhäuser. oder man betrachte sich einmal die glaspaläste mit einer spiegelnden außenverkleidung.

nun kann man die coole umgebung auf eine ganze stadt ausweiten. wie sieht eine coole stadt aus? wenige geschäfte, viel verwaltung, strenge fassaden, möglichst kein grün, einfach keine schnörkel. übersetzt man coolness mit kälte, dann sollten in der beschriebenen stadt möglichst keine farbtupfer auftauchen, sondern alles in ein kühles grau gehüllt sein. unterstrichen werden kann die stimmung noch durch das wetter, das herrscht. sehr beliebt in coolen filmen sind regen oder nebel, aber selten sonnenschein. nacht gibt allem einen grauton, tagsüber sollte zumindest ein kaltes helles licht herrschen (unsere energiesparlampen können für die beschreibung einen guten anreiz geben).

und nun zu den menschen. hier ist die beschreibung viel einfacher: man nehme einen menschen, der seine gefühle für sich behält und nur das nötigste kommuniziert. auch dafür kann man sich im vorfeld filme anschauen. ich schreibe nur „terminator“ und „asta la vista baby“. betrachtet man sich die literatur, dann wird meist eher männern Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und coolness

wissenschaftliches schreiben ist eigentlich pure coolness. keine andere schreibform zeigt weniger emotionen im text, vielleicht noch gebrauchsanweisungen, doch selbst juristen schreiben lebhafter. aus dem wissenschaftlichen schreiben wurden emotionen verband, um eine wie auch immer geartete objektivität zu bewahren. es ist der glaube, dass eine gefühllose und subjektlose sprache die reinheit der wissenschaften bewahrt.

betrachtet man jedoch die forschungsfelder und studien, ergebnisse oder erkenntnisse genau, ist eigentlich das gegenteil der fall. in alle untersuchungen fließen auch die auffassungen der forschenden mit ein. das beginnt bei einem menschenbild, das grundlage ist für die vorstellungen, was neue erkenntnisse für uns seien. es geht weiter über das forschungssetting und die frage, welche aussagen sich aufgrund von statistischen erhebungen treffen lassen und geht bis zur frage, wie viel persönliche meinung in einen wissenschaftlichen text einfließen darf.

gerade die naturwissenschaften vermitteln, dass es möglich wäre in einem menschenungebundenen neutralen raum forschen zu können. was für ein trugschluss. und so werden alle forschenden zu einer angemessenen coolness angehalten, die ihnen gerade einmal im schlusskapitel die möglichkeit eröffnet, persönlich position zu beziehen. man kann dies auch anders und nicht weniger wissenschaftlich handhaben. wissenschaft hat einen gemeinsamen kleinsten nenner: meinungen und thesen müssen belegt oder widerlegt also begründet werden. das hat zur folge, dass die behauptung auch von anderen durch experimente, befragungen oder studien belegt und widerlegt werden kann, die begründung also wiederholt werden kann.

doch momentan haben wir eine gegenteilige entwicklung: da keine zusammenhänge mehr erfasst werden, keine emotionen mehr im spiel sind, sondern beinahe alles nur noch auf mathematikbasierte statistiken runtergebrochen wird, fehlt in vielen zusammenhängen die eigentlich begründung. coolness ist exakt der richtige ausdruck dafür. denn coole kommunikation lässt möglichst alles menschliche außen vor und führt zu handlungen, die keiner menschlichen logik mehr folgen. doch durch dauercoolness verlieren wird den kontakt Weiterlesen

liste (121) – coolness

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um die „coolness“.

das ist für mich „echt cool“:

diese menschen sind für mich „echt cool“:

das stört mich sehr am „cool sein“:

hierbei hat mir coolness weitergeholfen:

hierbei stand meine coolness oder die von jemand anderem im weg:

biografisches schreiben und coolness

cool sein kann zur lebensaufgabe werden. meist wird die haltung der coolness mit männern verbunden. man nehme zum beispiel einen echten kerl, versiert in kampftechniken und kriegsführung, mit spiegelverglaster sonnenbrille, der in der kommunikation nur zu einzelnen, kurzen und knappen antwortsätzen fähig ist. in seinem öffentlichen auftreten möchte der coole mann keine näheren kontakte aufbauen und schon gar nicht emotionen äußern.

so das klassische bild der coolness. seitdem ich den begriff „coolness“ hier im blog bespreche, landete prompt die suche „ist weinen cool?“ hier auf der seite. anscheinend hat sich in der vorstellung, was coolness sein könnte und was nicht, einiges verändert. coolness ist auch schon länger nicht mehr auf das männliche geschlecht beschränkt. beim biografischen schreiben kann man für sich vielleicht erst einmal festhalten, was man selber unter „cool sein“ versteht. denn nur wenn man seine eigene erklärung gefunden hat, kann man auch schauen, ob man nun im laufe seines lebens öfter cool war oder nicht.

und dann kann man den blick auf die eigene lebensgeschichte noch zusätzlich verändern: war man in situationen cool, in denen es im nachhinein betrachtet viel sinnvoller gewesen wäre, wenn man emotionen gezeigt hätte, sich gehen lassen hätte oder geflohen wäre? wie oft stand man sich mit coolness selbst im weg und wie oft erreichte man durch coolness positives im laufe seines lebens? wie oft war coolness bei einem selber eher ein ausdruck von unsicherheit, angst oder scham? wo hat man überhaupt gelernt, cool zu sein? oder war man vielleicht nie in seinem leben cool und findet dies auch weiterhin nicht erstrebenswert?

der blick kann noch stärker geweitet werden: kennt man coole menschen? und welche coole menschen Weiterlesen

schreibberatung und coolness

wie hier schon öfter beschrieben, spielen bei (schreib)beratungen unsicherheiten der klientInnen am anfang oft eine rolle. dabei handelt es sich um einen mix aus scham (hilfe zu benötigen), angst (was kommt da auf mich zu?) und misstrauen (hilft mir das hier überhaupt?). ein ausdruck dieser unsicherheit kann coolness sein.

ich kenne aus meinen langjährigen beratungstätigkeiten ein auftreten von klientInnen, das im ersten moment den eindruck hinterlässt, es gebe überhaupt kein problem. als berater fragt man sich, weshalb denn jemand in beratung kommt, wenn es scheinbar keine schwierigkeiten gibt. die menschen sind cool. sie überdecken in einer sehr professionellen art alle unsicherheiten und leider auch alle probleme. darum kann man als berater erst einmal nicht weiterhelfen.

sinnvoll war es dann immer, die frage weiterzugeben: „ich habe den eindruck, es gibt überhaupt keine schwierigkeiten, es klingt doch alles gut und in ordnung. vielleicht benötigen sie gar keine beratung.“
erst in diesem moment realisierten viele klientInnen, dass ihre aussenerscheinung nicht mit ihren gedanken und emotionen übereinstimmen. doch manchmal wird es auch in diesem moment nicht realisiert. die ratsuchenden bestätigen sogar, dass alles in butter zu sein scheint. da ist es hilfreich, die beratung zu beenden, da es augenscheinlich keinen beratungsbedarf gibt.

nicht sinnvoll scheint es mir, spekulationen darüber anzustellen, warum jemand, wenn er eine (schreib)beratung aufgesucht hat, nicht benennt, um was es eigentlich geht. ich als berater kann dies nicht wissen und helfe weder mir noch dem klienten durch mein Weiterlesen

selbstbefragung (174) – coolness

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „coolness“.

  • sind sie manchmal zu cool? warum?
  • in welchen situationen sind sie nicht cool genug (glauben zumindest sie)?
  • was ist für sie der vorteil von coolness? beschreiben sie.
  • wann waren sie das letzte mal cool, obwohl sie sich ganz anders gefühlt haben? warum?
  • wie verhalten sie sich, wenn sie cool sind?
  • ab wann wird coolness für sie ein machtspiel?
  • welche mitmenschen finden sie im positiven sinne „cool“?
  • wer geht ihnen mit seiner coolness auf die nerven?
  • wann finden sie es absolut notwendig, gefühle zu zeigen und nicht cool zu sein? beschreiben sie.
  • wie leicht fällt es ihnen, vor anderen menschen zu weinen? (wie cool ist das denn? 😉 )

die letzten 150 selbstbefragungen sind als links hier gebündelt: https://schreibschrift.wordpress.com/2012/01/05/1500-fragen-zur-selbstbefragung-aus-diesem-blog/

schnickschnack (106)

heute kann alles und jeder gecoacht werden. vor allen dingen im arbeitsalltag sind (unternehmens)berater und coaching nicht mehr wegzudenken. wahrscheinlich ist dies eine folge der immer komplexeren welt und der imm vielfältigeren entscheidungen, die getroffen werden müssen.

das problem dabei ist, dass es scheint, wie wenn das beraten und coachen die welt nicht einfacher und verständlicher macht, sondern komplizierter. das liegt vor allen dingen daran, dass sich in diesen arbeitsbereichen eine ganz neue sprache entwickelt hat, die der juristischen sprache so langsam den rang abläuft.

es wird „beratersprech“ gesprochen, und tom hillenbrand sammelt auf seiner homepage http://beratersprech.de die schönsten ausdrücke der helfenden zunft. unter den angebotenen wort- und satzungetümen finden sich sowohl o-töne als auch erfundene sequenzen. aber witzig und schön ist es allemal. gibt die seite doch einen einblick in eine welt, der selbst die professionellen kaum mehr folgen können. aber cool klingt es allemal und man hat das gefühl, es soll einem ständig was verkauft werden 😉

noch hübscher auf der webseite ist das „beraterbingo“ (oben rechts in der kopfleiste auswählbar). dieses kann über facebook ausgedruckt und mit ins nächste meeting genommen werden. nur was passiert, wenn man mitten im meeting oder im coaching „bingo“ ruft, das wäre noch herauszufinden.

und wer einen zeitgeistigen roman oder text schreiben möchte, dem sei diese seite unbedingt ans herz gelegt. mehr beratersprech ist kaum zu finden 😀

flarf des dritten tages

butter und cool

Ich bin ja echt gespannt wo das mit dir noch hinführt
Brotkorb mit Baguette und Brötchen dazu Butter-Arragement
Abschwitzdecke mit Halsteil
Kitsch or Cool?

Ich bin ja echt gespannt wo das mit dir noch hinführt
Sie ist außen heiß, aber innen cool.
Da gibt’s zwei spezielle Typen
eine Art pflanzliche Ersatzsahne

Ich bin ja echt gespannt wo das mit dir noch hinführt
ich hab mir mal ein Lied angehört.
lied kommt cool und das danach auch!
Wenn man friert, reicht es nicht, sich in eine Badewanne zu legen.

Ich bin ja echt gespannt wo das mit dir noch hinführt
Butter des Waldes wurde sie von den Azteken genannt.
Im Mund wie Butter!
Streichfett

schreibidee (76)

so richtig winter ist es natürlich noch nicht und ob der klimawandel so schnell kommt, dass mit starken frösten nicht mehr zu rechnen ist, kann keiner abschätzen. aber das soll bei dieser schreibidee nicht daran hindern, sich der kälte im doppeldeutigen sinne zu zu wenden.

der vorschlag besteht darin, in einer schreibgruppe einmal „unterkühlte geschichten“ zu verfassen. der neudeutsche begriff dafür lautet „coole“ geschichten. doch das trifft es nicht ganz. aber der reihe nach. als erstes sollten in der gruppe von den teilnehmerInnen jeweils zwei cluster erstellt werden. das eine zum thema „kälte“, das andere zum thema „eis“. eines der cluster ist anschließend auszuwählen und bildet die grundlage zu einer geschichte. die geschichten werden sich gegenseitig vorgelesen und ein feedback gegeben. bis hierher gab es keine vorgaben zum stil der geschichten.

je nach jahreszeit kann nun speiseeis gereicht werden oder ein spaziergang draußen in der kälte gemacht werden. es dürfen weiter eindrücke gesammelt werden. nach der pause ist zu dem zweiten, noch übrigen cluster zu greifen. jetzt ist die vorgabe, eine geschichte zu schreiben, die auch im tonfall unterkühlt ist. es wird nicht aufgezeigt, wie solch eine stimmung erreicht werden, sondern die teilnehmerInnen sollen herumexperimentieren, wie sie diese stimmung erreichen können. wenn die geschichten geschrieben sind, werden kleingruppen gebildet, die sich gegenseitig die texte vortragen und tipps geben, an welchen stellen, die geschichte noch heruntergekühlt werden kann. danach überarbeiten alle abermals ihre geschichte. zum schluss werden die geschichten nur noch gegenseitig vorgetragen, ohne ein feedback zu geben. und wenn die stimmung dann auf dem nullpunkt ist, ist die gruppe beendet 😉

wortklauberei (16)

„clashen lassen“

mensch gestaltet seine umwelt gern ein wenig kontrastiert, soll heißen, farben und formen werden zueinander gefügt, die sich ein wenig widersprechen, voneinander absetzen und in ein spiel miteinander geraten. das eine distanziert sich vom anderen und doch ergänzen sie sich. es gäbe keinen kontrast, wenn es keinen widerspruch gäbe.

doch der moderne cosmopolit spricht nicht mehr davon, etwas in kontrast miteinander zu bringen, oder von zwei dingen, die kontrastieren. gerade heute war im funk zu vernehmen, dass man verschiedene musikrichtungen „clashen lassen„. nun könnte man die übersetzung wählen, die von „rasseln, klirren und schmettern“ spricht, handelt es sich doch um musik. aber natürlich war „to clash with“ gemeint, das wiederum „kollidieren und zusammengeraten“ bedeutet.

so werden musikrichtungen zum kollidieren gebracht, sie werden zusammengeraten gelassen. ein skurriler anglizismus, der bemüht ist cool zu wirken. so könnte in der zukunften nicht nur die musik zum crashen oder clashen gebracht werden, kleidung könnte man trashen lassen, blitze flashen lassen und zutaten mashen lassen. soweit zu den ausgegangen, verständlichen begriffen. wenn da mal nicht der zeitgeist mit dem konservativismus clasht 😀

schreibaufgabe (16)

es wird herbst, es wird kalt. ein schöner anlass, einen „coolen“ text zu verfassen. in kombination mit halloween eine der jahreszeit angemessene aufgabe. denn es ist gar nicht so leicht, eine coole sprache zu finden. der rap versucht es botschaften mit cooler sprache und einem eingängigen rhythmus zu kombinieren. doch das ist schwerer als es im ersten moment scheint.

so besteht die aufgabe dieses mal darin, eine geschichte, einen dialog oder ein gedicht in cooler sprach zu verfassen. die länge ist beliebig, wichtig ist stimmung. denn das, was heute coolness ist, war früher wahrscheinlich teilweise gelassenheit. dazu kommt natürlich noch eine gewisse mackerhaftigkeit, die an größenwahnsinn grenzt. nach dem motto „mir kann keiner was“. und so sollte auch der text daherkommen. inhaltlich aufgreifen kann er alles, denn alles kann cool sein.