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web 2.92 – ph.d. in creative writing

für das schreiben gibt es zwei grundregeln, die hilfreich sein können. regel 1: schreiben, schreiben und nochmals schreiben. regel 2: schauen, wie andere schreiben. was haben sie für erfahrungen gemacht, wie haben sie ihren weg zum schreiben gefunden?
auch wenn jeder seinen eigenen individuellen prozess durchläuft, wie zum (literarischen) schreiben gefunden, spricht nichts gegen das lernen von anderen. in allen berufsgruppen sind ausbildungen damit verbunden, techniken und experimente, untersuchen und vorgehensweisen von vorgängerInnen nachzuvollziehen, die effekte zu reflektieren. warum also nicht auch beim schreiben.

für alle interessierten hat kelcey parker den wunderbaren blog „ph.d. in creative writing“ ins leben gerufen. (ph.d. ist laut wikipedia „in englischsprachigen Ländern der wissenschaftliche Doktorgrad in fast allen Fächern und der höchste Abschluss des Postgraduiertenstudiums. In diesen Ländern ist der Ph.D.-Abschluss in aller Regel mit der Berechtigung verbunden, an einer Universität zu lehren“). kelcey parker ist also hochschullehrerin für creative writing.

in ihrem englischsprachigen blog hat sie vor einiger zeit die rubrik „how to become a writer“ ins leben gerufen. dazu werden schriftstellerInnen und schreiblehrerInnen fünf fragen gestellt:

  1. Why did you want to become a writer?
  2. How did you go about becoming a writer?
  3. Who helped you along the way, and how?
  4. Can you tell me about a writer or artist whose biography inspires you?
  5. What would you say in a short letter to an aspiring writer?

die antworten sind vielfältig, spannend und anregend. über zwanzig professionelle haben bis jetzt ihre schreibbiografien und -tipps offengelegt. eine anregung für alle interessierte. gebündelt findet man die äußerungen hier: http://phdincreativewriting.wordpress.com/how-to-be-a-writer/ .

doch auch sonst lohnt sich ein blick in den blog: http://phdincreativewriting.wordpress.com . viel spaß beim lesen und schreiben.

kreatives schreiben und ziele

das kreative schreiben ist ziellos. nein, das stimmt natürlich nicht. aber das, was manchmal erhofft wird, dass das kreative schreiben einen zu bestsellerautorInnen macht, das verfolgt zumindest das deutschsprachige kreative schreiben nicht. also, das kreative schreiben kann eigentlich gar nicht verfolgen, die protagonistInnen des kreativen schreiben verfolgen ziele. so ist das schlichte, aber nicht weniger sinnvolle und effektive ziel der vertreterInnen des kreativen schreiben, mit hilfe des schreibens die eigene kreativität zu fördern, in einen unverkrampften schreibfluss zu kommen und dabei auch noch spaß zu haben.

so scheint das kreative schreiben in den augen mancher, nur so wildes drauflos-schreiben zu sein. das stimmt auch nicht. nur die vorgaben und regeln beim kreativen schreiben sind gering. die schreibenden bestimmen vieles selbst, was sie umsetzen möchten. das kreative schreiben bietet größtmögliche freiheiten. eigentlich keine schlechte sache, wenn man der eigenen kreativität raum geben möchte. und dann kann das kreative schreiben erst einmal ziellos erscheinen. doch zum schluss sitzen alle kreativ schreibenden mit einem selbst geschöpften ergebnis da.

auch freies assoziieren oder clustern hinterlassen den eindruck der beliebigkeit, dabei sind sie ausdruck der subjektivität. alle anwenderInnen dieser schreibvorbereitenden praktiken lassen ihre ganz persönlichen gedanken und ideen in die assoziationen einfließen. der schwerpunkt liegt also auf dem subjektiven charakter des schreibens. und das ist vielleicht auch das ziel des kreativen schreibens: die subjektiven aspekte des schreibens zu fördern. Weiterlesen

woche des kreativen schreibens

so, jetzt aber mal zum bekanntesten bereich der schreibpädagogik, des schreibens für alle, der vorbereitungen für texte und bücher, das kreative schreiben. es handelt sich dabei um ein weites gebiet, da es viele möglichkeiten gibt, sich dem schreiben anzunähern und dabei den kreativen aspekt in den vordergrund zu stellen. wenn man dann noch die vorstellungen des creative writing dazu nimmt (schwerpunktmäßig aus den usa kommend), dann ufert das thema endgültig aus.

ich möchte in dieser woche den versuch unternehmen, das thema ein wenig einzugrenzen. ich möchte weitere schreibideen veröffentlichen und gedanken über das kreative schreiben im internet anstellen. daneben vielleicht noch ein paar links oder wortklaubereien einstreuen. mal sehen, was die „woche des kreativen schreibens“ bringt.

ein wenig ins schlingern gerate ich jetzt schon, da der begriff der kreativität beinahe noch schwerer einzugrenzen ist, als der des schreibens. es lohnt wahrscheinlich auch einmal ein blick auf die verwendung von kreativität im sprachlichen und wissenschaftlichen kontext zu werfen und vor allen dingen die frage zu stellen: wie werde ich denn kreativ?

und wie immer freue ich mich über aussagekräftige kommentare oder ideen.

„raum zum schreiben“ von bonni goldberg – ein buchtipp

der vollständige titel des buchs gibt einen hinweis darauf, was leserInnen erwartet. „raum zum schreiben – creative writing in 200 genialen lektionen„. auch wenn die bezeichnung „genial“ eine sehr weitgehende ist, macht das buch lust auf schreiben. denn es bietet seite für seite eine schreibanregung.

jede anregung wird mit einem kurzen text eingeleitet. dabei werden wirklich die verschiedensten aspekte des schreiben beleuchtet. angefangen bei themen wie „zeit“, „altäre“, oder „autos“ bis zu „körperflüssigkeiten“ bietet das buch viele verschiedene unsortierte anregungen.

wem also die eigenen schreibideen ausgehen sollten und wer hier keine ansprechende im blog findet, dem kann das buch von bonni goldberg sicherlich weiterhelfen. es liest sich locker und vermittelt die begeisterung der autorin für das schreiben. nach den vorbereitenden betrachtungen zum jeweils gewählten schreibthema folgt in kurzen knappen sätzen die eigentliche schreibanregung oder -aufgabe. danach noch ein zitat, passend zum thema und die schreibanregung unterstreichend.

meine empfehlung, einfach durchblättern und sich die anregung rauspicken, die gerade am interessantesten erscheint. dann losschreiben und erst wieder aufhören, wenn sich alles gut anfühlt. das buch ist im autorenhaus verlag, 2004 in berlin erschienen. ISBN 3-932909-45-3

creative business writing – werkstatttipp

sabine samonig bietet eine weitere schreibwerkstatt in Berlin an, die ich auch gern hier vorstellen möchte:

 

Creative Business Writing

Workshop: Schlüsselkompetenz Schreiben im Beruf 

 

Inhalte:

  • Kreative Schreibimpulse für den beruflichen Alltag und darüber hinaus.
  • Schreibblockaden am Schreibtisch die Stirn zeigen
  • Schreibtipps und –Strategien nutzen
  • Storytelling: das Potenzial erzählter Geschichten in der Wirtschaft

 

Zielgruppe: Interessierte, die ihre Schreibkompetenzen aufmöbeln und für den beruflichen Erfolg nutzen wollen, Gruppengröße 6 – 10 TeilnehmerInnen

 

Termin und Anmeldung:

28. März 2009, 10.00 – 18.00 Uhr, Kosten 175 Euro

Schreib Collagen! – die textwerkstatt in berlin

Sabine Samonig, MA für Biografisches und Kreatives Schreiben

www.schreibcollagen.de

sabine@schreibcollagen.de , Tel: 547 07 480

Ort: Samonig & Collegen, Grolmanstraße 36, 10623 Berlin – Charlottenburg

was ist kreatives schreiben?

 

vor zwei tagen wurde hier im blog gefragt, was eigentlich kreatives schreiben sei. der blog hier versucht dies seit einiger zeit im zusammenhang mit der schreibpädagogik zu umreißen. doch die schwierigkeit besteht darin, dass es keine eindeutige definition des kreativen schreibens gibt. aber fangen wir einmal bei den wurzeln an. länger als das „kreative schreiben“ gibt es vor allen dingen in den usa das „creative writing“. diese richtung stellt einen mix aus übungen und handlungsanweisungen dar, die es einem erleichtern sollen, einen text zu verfassen. im gegensatz zu dem in deutschland verbreiteten kreativen schreiben, erscheint das creative writing sehr viel strukturierter und aufeinander aufbauender. dabei wird zum beispiel vermittelt, über welche wege man sich einem roman annähern kann. es werden charaktere und plots in bestimmten reihenfolgen aufgebaut, miteinander verbunden und somit stück für stück eine geschichte geschaffen. dahinter steckt die idee, dass beinahe jeder mensch, wenn er bestimmte schritte stück für stück befolgt, fähig ist einen roman zu verfassen. in den usa hat diese richtung eine lange tradition und es wurden schon viele werke in dieser form verfasst, die sowohl erfolg hatten als auch spannend zu lesen sind.

das kreative schreiben, wie es in deutschland von vielen vertreten wird, hat die teilweise streng strukturierte herangehensweise über bord geworfen. hier steckt der gedanke dahinter, dass jeder mensch schreibend einen kreativen ausdruck für sich finden kann. dabei wird oft spielerischer vorgegangen und kein ziel, wie das verfassen eines romans gesetzt. es geht eher darum, techniken und schreibanregungen zu geben, um seinen eigenen stil entwickeln zu können. es geht in der folge in der anwendung zum beispiel in der schreibpädagogik darum, schreibblockaden zu überwinden und sich selber davon überraschen zu lassen, was dabei entsteht. Weiterlesen