Schlagwort-Archive: detail

details einer wissenschaftlichen arbeit auf schreibboutique.de

eine wissenschaftliche arbeit zu verfassen und zu schreiben, unterliegt mehr oder weniger regeln. es wird oft vermittelt, es gebe eine eindeutige vorgehensweise in den wissenschaften. dies stimmt nur bis zu einem gewissen punkt. um ein wenig orientierung zu geben, habe ich auf meiner homepage http://schreibboutique.de einmal die einzelnen groben abschnitte einer wissenschaftlichen arbeit ausführlicher dargestellt.

doch wer erwartet hier ein allgemeingültiges konzept zu erhalten, dem sei geschrieben, dass es dies in den wissenschaften in der form nicht gibt. die einzelnen posts können nicht mehr sein als ein pfad, an dem man sich beim verfassen einer arbeit entlanghangeln kann. es war mir wichtig, an den entsprechenden stellen darauf zu verweisen, wenn man beim schreiben der arbeit lieber sein (forschungs)umfeld fragen sollte, wie bestimmte aspekte einer arbeit umgesetzt werden.

bei den darstellungen handelt es sich also um den kleinsten gemeinsamen nenner beim schreiben einer wissenschaftlichen arbeit, da die welt der wissenschaften so vielfältig und verschieden ist. doch vielleicht hilft es trotzdem dem einen oder der anderen beim verfassen eines angemessenen textes. garantien kann ich dafür nicht übernehmen – einfach mal reinschauen:

1. die einleitung

2. die these / fragestellung

3. theoretische grundlagen

4. die forschung / die methode

5. datenerhebung

6. datenauswertung und das ergebnis

7. diskussion und abschluss

8. inhaltsverzeichnis, zitate, literaturverzeichnis, fussnoten

Werbeanzeigen

schreibidee (342)

es gibt noch eine perspektive, die bisher hier nicht beleuchtet wurde. das schreiben ermöglicht es einem, jede entfernung, die man für angemessen hält, einzunehmen. dabei kann man distanz zum geschehen, zum zu beschreibenden objekt oder zu den protagonisten wahren. aber es geht auch andersrum: man kann ganz nah rangehen, man kann sogar so nah rangehen, wie es das menschliche auge überhaupt nicht erfassen kann, nämlich mikroskopisch nah (und zum beispiel einen dialog der mitochondrien einer zelle schreiben). darum eine schreibanregung für „ganz-nah-geschichten“.

im ersten schritt suchen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen im raum einen gegenstand aus, den sie auf maximal zwei seiten sehr detailliert beschreiben. dabei sollte die bezeichnung, der name des gegenstands nicht verwendet werden. so nehme man zum beispiel einen füller und finde worte für seine struktur, seine farbe, seinen aufbau, vielleicht auch seinen nutzen. die texte werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen.

im zweiten schritt nähert man sich seinen mitschreibenden an. es finden sich immer zwei teilnehmerInnen der schreibgruppe zusammen und betrachten sich auch aus der nähe. nun schreiben sie jeweils über die andere person eine darstellung, die den nahen blick zulässt. man kann also auf die struktur der finger schauen, auf die fingernägel, auf die frisur, die kleidung und vieles mehr. diese texte werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen.

im dritten schritt entwickeln die teilnehmerInnen jeweils protagonistInnen, ebenso auf maximal zwei seiten, die sie ebenso, wie vorher ihre gruppenkollegInnen, detailliert beschreiben. es geht weniger um deren charakter oder lebensgeschichte, sondern um details ihres aussehens. die texte werden nicht in der schreibgruppe vorgetragen.

denn als nächstes wird eine längere geschichte mit den protagonistInnen geschrieben, in die personenbeschreibung mit einfließt. in dieser geschichte sollte aber noch mehr nähe von den autorInnen hergestellt werden. nicht nur das aussehen wird erfasst, sondern die gedanken. wie auf einem seziertisch sollen die gedanken raum finden. die geschichte wird nicht in der ich-form geschrieben, also autorIn und protagonistIn sind nicht eine person. aber die perspektive sollte so nah wie möglich eingenommen werden. die texte werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. beim feedback wird der blick auf die herstellung der nähe konzentriert. wie detailliert ist die nähe gelungen? was transportiert in dem text die große nähe?

wenn dann noch zeit vorhanden ist, kann ein kurzes gegenstück zu verfassten „ganz-nah-geschichte“ geschrieben werden. die gleiche handlung wird aus großer distanz noch einmal beschrieben, um den kontrast zwischen beiden formen zu erfassen.

schreibidee (186)

auch ohne personalausweis, egal ob alt oder neu, stellen wir fest, wenn wir uns gegenseitig betrachten oder vergleichen, dass wir unterschiedlich sind. nur bei eineiigen zwillingen könnte es schwierig werden, einen unterschied zu finden. doch auf welche unterschiede sollte man sich konzentrieren? das ist von der situation abhängig, von der geschichte oder vom betrachter. diverse veränderungen sollen bei dieser schreibidee und den zu verfassenden „unterscheidungstexten“ vorgenommen werden.

als einstieg eine schlichte übung. alle teilnehmerInnen erstellen einen charakter, eine person. sie beschreiben sie in einem kurzen halbseitigen text. anschließend ändern sie an der person ein detail und beschreiben sie noch einmal auf einem halbseitigen text. da es sich um keinen steckbrief handelt, kann die beschreibung also etwas blumiger ausfallen. nun wird einer der beiden charaktere genommen und eine zweiseitige geschichte, in der die charaktereigenschaften zum vorschein kommen geschrieben.

anschließend wird in der handlung der geschichte ein detail geändert. dieses geänderte detail sollte in der folge den gesamten verlauf der handlung verändern (man erinnere sich an die filme „smoking“ und „no smoking“, deren verlauf durch eine gerauchte und eine nicht gerauchte zigarette veränderte). anschließend tragen die schreibgruppenteilnehmerInnen ihre beiden unterscheidungstexte vor. anstatt eines feedbacks legt die schreibgruppe fest, welches detail in den jeweiligen geschichten noch geändert werden soll. das kann eine handlung, eine charaktereigenschaft des hauptakteurs in der geschichte oder auch ein gegenstand sein.

zum abschluss wird die geschichte noch drittes mal geschrieben, nun mit dem vorgegebenen veränderten detail. auch diese änderung hat eine neue wende in der handlung zur folge. sollte noch zeit sein, kann die zuletzt geschilderte vorgehensweise abermals wiederholt werden. die dritte geschichte wird vorgetragen und die gruppe beschließt eine weitere veränderung. zum abschluss können die schreibenden ihre drei oder vier geschichten nebeneinander legen und festlegen, welche ihnen davon am besten gefällt.

schreibidee (103)

leben zeichnet sich vor allen dingen durch eine komponente aus, die vielfalt. diese reichhaltigkeit spiegelt sich in den arten, in den handlungsmöglichkeiten und in einem beinahen chaos wider. es gibt auf der welt keinen ort, der so aussieht, wie ein anderer. diese vielfalt lässt sich im kreativen schreiben wunderbar nutzen. in dieser schreibidee soll es um eine detailreiche beschreibung der orte gehen. so handelt es sich im endeffekt um „leben-im-detail-texte„.

um einen einstieg in die schreibanregung zu schaffen, sollen von den teilnehmerInnen der schreibgruppe aus dem raum, in dem die gruppe stattfindet, fünf gegenstände notiert werden. anschließend ist ein halbseitiger text zu verfassen, der den raum aus dem blickwinkel der teilnehmerInnen beschreibt. dabei sind die notierten fünf begriffe zu verwenden. diese halbseitige beschreibung wird kurz hintereinander vorgelesen, um einen eindruck davon zu bekommen, wie verschieden ein und derselbe ort beschrieben  werden kann.

anschließend schwärmen die teilnehmerInnen aus. sie wählen sich einen ort im raum, im gebäude, vor der tür oder in der landschaft, den sie beschreiben möchten. sie nehmen sich eine sitzgelegenheit mit. dann haben sie eine festgelegte zeit, um den von ihnen gewählten ort so detailreich und stimmig zu beschreiben wie nur möglich. wenn genug zeit vorhanden ist, dann werden anschließend die ausführlichen texte vorgetragen und die teilnehmerInnen sollten den ort wiederfinden, der beschrieben wurde.

im anschluss können die orte weiter bearbeitet werden, indem eine geschichte verfasst wird, die ein ereignis zwischen zwei personen an diesem ort wiedergibt. diese geschichte wird vorgetragen und es erfolgen feedbacks dazu.

schreibidee (86)

eine lästige grippe zwingt einen zur entschleunigung des lebens. es lässt sich definitiv nicht das erledigen, was ansteht. abgesehen von der frage, wer eigentlich so eine blöde beeinflussung der lebensqualität erfunden hat, nicht einmal ein buch kann gelesen werden, entstand zumindest eine schreibidee. wenn schon alles langsamer oder gar nicht geht, wieso nicht gleich so schreiben. man kann „schnecketempotexte“ verfassen.

dabei fallen vielleicht details auf, die in der hektik des alltags untergehen. in einer schreibgruppe kann diese form des schreiben schrittweise eingeführt werden. so können die teilnehmerInnen dazu aufgefordert werden, aufzulisten, was sie am vorherigen tag alles gemacht und erlebt haben. aus der liste wählen sie sich ein ereignis aus, das sie detailreich auf einer din A4-seite beschreiben.

dann ist es an der zeit, noch einen schritt weiterzugehen. die teilnehmerInnen werden aufgefordert, nun eine minute aus dem ereignis herauszugreifen und diese minute auf zwei din A4-seiten zu beschreiben mit allen aspekten, die einem dazu einfallen. sollte jemand das gefühl haben, dies lasse sich für das ausgewählte ereignis nicht umsetzen, kann die alternative angeboten, irgendeine andere situation auszuwählen, die für einen zeitraum von einer minute geschildert wird.

zum schluss werden beide texte nacheinander vorgetragen. dies kann meiner ansicht nach sehr spannend werden, da alle teilnehmerInnen noch einmal vor augen geführt bekommen, wie detailreich sich einzelne situationen im schneckentempo schildern lassen, also eine zeitdehnung umgesetzt wird.